Selig- und Heiligsprechung

Seligsprechung

Verstorbene katholische Christinnen und Christen können in der katholischen Kirche heiliggesprochen werden. Der Heiligsprechung geht regelmäßig und notwendig die Seligsprechung voraus.

Mit der Seligsprechung ist rechtsverbindlich erklärt, dass ein verstorbener Christ in die Schar der Seligen aufgenommen ist. Ein seliger Christ ist in der Gnade Gottes verstorben und bereits zur Anschauung Gottes gelangt.

Von Ausnahmefällen abgesehen wird ein Seligsprechungsverfahren frühestens fünf Jahre nach dem Ableben der selig zu sprechenden Person eingeleitet.

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Voraussetzungen für eine Seligsprechung

Wer seliggesprochen werden kann, hat im Ruf der Heiligkeit gelebt und das Volk verehrt ihn wegen seiner vorbildlichen christlichen Lebensführung. Ferner braucht es zur Seligsprechung – von Märtyrern abgesehen – mindestens ein überprüftes und anerkanntes Wunder, das sich nach dem Tod und auf Grund der Fürsprache der selig zu sprechenden Person ereignet hat.

Ein Ereignis als Wunder anzuerkennen, setzt voraus, dass das Ereignis entsprechend den Kriterien der Wissenschaft unerklärbar ist. Oft geht es dabei um Krankenheilungen. Sie werden von mehreren Wissenschaftlern – oft Ärzte – geprüft

Heiligsprechung

Die Heiligsprechung erfordert ein zweites Wunder, das nach der Seligsprechung der heilig zu sprechenden Person geschehen ist. – Die Katholische Kirche glaubt, dass selige Menschen im Himmel bei Gott fürsprechen können, zum Beispiel für kranke Menschen.

Der Papst entscheidet abschließend über die Heiligsprechung, die dann auch durch den Papst erfolgt. Heilige werden in der ganzen Kirche verehrt. Eine Pflicht der Gläubigen, bestimmte Heilige zu verehren, gibt es nicht. Die Katholische Kirche geht davon aus, dass die Seelen der Heiligen schon in die Gemeinschaft mit Gott und den Heiligen im Himmel eingetreten sind. Daher braucht für das Seelenheil der Heiligen nicht mehr gebetet zu werden.

Schutzheilige

Jeder Heilige und jede Heilige ist Schutzheiliger oder Schutzheilige für jeweils bestimmte Lebensgegebenheiten und kann im Gebet für besondere Anliegen angerufen werden. Schutzheilige werden für Städte, Länder, bestimmte Bevölkerungsgruppen, Berufsstände, Kirchen um besondere Fürsprache gebeten. Die heilige Barbara beispielsweise ist unter anderem Fürbitterin und Helferin der Gefangenen.

Namenspatron und Namenstag

Darüber hinaus entwickelte sich im Hochmittelalter die Gepflogenheit, Kinder nach einem christlichen Heiligen zu benennen und unter dessen Schutz zu stellen. So ist es auch gebräuchlich, dass katholische Christinnen und Christen neben ihrem Geburtstag gleichfalls den Namenstag feierlich begehen.