Beziehung stärken:Kreuze schmieden für Väter mit Kindern Ü14
Umbrüche im Teenageralter, bei denen es um erste eigene Lebensentscheidungen geht – sei es zur Beendigung der Schulzeit, dem Beginn einer Ausbildung, dem Auszug von zuhause oder auch anderer wichtiger Weichenstellungen und Abschiede von Gewohntem – sind für die Beziehung zwischen Eltern und Kind oft eine Herausforderung. Umso wichtiger werden in einer solchen Phase Kommunikation, Austausch und miteinander geteilte Zeit. Auch die Entscheidung für das Sakrament der Firmung kann für Jugendliche nochmals ein Auslöser für eine intensive Verständigung über das sein, was einem selbst im Leben wichtig ist – erst recht wenn dieser Glaubensentscheidung eine reflektierte Auseinandersetzung zu eigenen Überzeugungen oder die Suche danach vorausgegangen und das zu einem wichtigen Thema innerhalb der ganzen Familie geworden ist.
Chance für intensiven Austausch
In diesem Jahr bietet Pastoralreferent Thomas Burgmer dazu in Neuss wieder das Projekt „Kreuze schmieden für Väter mit Kindern Ü14“ an. Einen Tag lang verbringen Väter mit ihrem Sohn oder ihrer Tochter zwischen 15 und 18 Jahren, um mit der Unterstützung eines Schmieds ein Kreuz zu erstellen. „Schon allein die Anmeldung zu diesem Tag setzt eine gemeinsame Vereinbarung voraus, was bereits ein Wert an sich ist, und eröffnet die Chance, sich dann mehrere Stunden lang intensiv über das gemeinsame Tun und die Motivation dazu auszutauschen“, stellt der Theologe fest. „Folglich geht es um ein Beziehungsgeschehen in einem ungewohnten Kontext, das erfahrungsgemäß beide Seiten als ausgesprochen kostbar erleben.“ Zudem werde an einem Glaubenszeichen gearbeitet, wenn es um das Schmieden eines Kreuzes gehe, und somit der inhaltliche Rahmen vorgegeben.
Erinnerung an die Firmung der Jugendlichen

Seit über zehn Jahren gibt es auf Initiative von Burgmer dieses Projekt bereits für Väter, deren Kinder vor kurzem das Firmsakrament empfangen haben oder demnächst zur Firmung gehen. „Da wird dann im Vorfeld darüber gesprochen, wie dieses Kreuz aussehen soll, welche Bedeutung es – unter Umständen als Geschenk zur Firmung – haben soll und welche inhaltliche Wertigkeit ihm zukommt. „Ob es auch Jahre später noch an das Fest der Firmung erinnern soll oder mehr als ‚Hauskreuz‘ für die ganze Familie gedacht ist.“ Die Fragestellung „Was machen wir mit dem fertigen Kreuz, welche Erwartungen verbinden wir damit, wo soll es seinen Platz bekommen?“ dränge sich ganz automatisch auf.
„Entsprechend steht an diesem Tag nicht die körperliche Kraft im Zentrum, zum Beispiel wie der Hammer geführt oder die Meißel gehalten werden muss, sondern die Aufgabenteilung oder der jeweilige Arbeitsschritt, der in gemeinsamer Abstimmung ausgeführt wird“, betont Burgmer. „Hier sind beide Generationen aufeinander angewiesen, da gibt es keinen Filter, keine Ablenkung. Es geht um die intensive Beschäftigung miteinander und die jeweils sensible Wahrnehmung des anderen über dieses Machen und Tun.“ Das könne schweißtreibend und anstrengend sein, jeder müsse aus seiner Komfortzone heraus – auch im übertragenen Sinne. „Denn am Ende geht es ja darum, über den Glauben an Jesus Christus, sein Kreuz, ins Gespräch miteinander zu kommen, sich dabei nicht entgehen zu können, sondern auf die Essentials im Leben gestoßen zu werden.“ Nicht selten stehe am Ende eines solchen Tages dann die Feststellung. „So habe ich meinen Vater ja noch nie erlebt.“ Oder: „Durch dieses Miteinander ist eine neue Vertrautheit entstanden, auch neues Vertrauen gewachsen.“
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