Zum Inhalt springen

„Verdienstvoll, ungewöhnlich und spannend“:Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler 2026

Foto der Künsterlin Irena Paskali beim Aschermittwoch der Künstler 2026 in Köln.
Datum:
19. Feb. 2026
Von:
Newsdesk/kbe
Beim diesjährigen Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler war das Education-Projekt des Klavier-Festivals Ruhr Thema. Nach der Messfeier in St. Gereon standen im Kölner Maternushaus die Akademie zu Aschermittwoch sowie ein späterer Besuch in Kolumba an.

Eingeladen zum traditionellen Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler mit Messfeier in St. Gereon, anschließendem Fastenessen und Akademie im Maternushaus sowie Ausstellungsbesuch und abendlichem Konzert in Kolumba hatten der Erzbischof von Köln, Kardinal Rainer Maria Woelki, und – stellvertretend für Kunstschaffende aller Bereiche – die Künstlerinnen Lu Possehl und Irena Paskali.

Während der Messe in der Kölner Kirche St. Gereon beschrieb der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki die 40 Tage der Fastenzeit als eine Phase der bewussten Reduktion – als Zeit der Umkehr, der Buße und der Konzentration auf das Wesentliche. Äußerlich werde dies in der Kirche in einer liturgischen Schlichtheit – etwa durch reduzierten Blumen- und Kerzenschmuck, violette Gewänder, verhüllte Bilder und zurückhaltendere Musik – sichtbar. Diese äußeren Zeichen sollen helfen, den Blick nach innen zu richten und mit einer inneren Haltung des Verzichts korrespondieren.

Kern der Fastenzeit

Diese Haltung solle dazu einladen, liebgewonnene Gewohnheiten zu hinterfragen, gerade jene, die uns auf Dauer von uns selbst entfremden. Dabei ginge es nicht um einen übersteigerten oder inszenierten Verzicht, etwa in Form von Wellness- oder Entgiftungsprogrammen. Der Kern der Fastenzeit liege vielmehr in der Rücknahme auf das Eigentliche: auf uns selbst und auf unsere Beziehung zu Gott. Das verlange eine ehrliche, manchmal auch schonungslose Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben.

Im Zentrum der Predigt des Kardinals stand ein Zitat aus Fjodor Dostojewskis Roman Schuld und Sühne: "Deine größte Sünde ist, dass du dich selbst umsonst vernichtet und verraten hast." Nicht Schuld gegenüber anderen sei hier gemeint, sondern das "sinnlose Verfehlen des eigenen Lebens" und der Verrat am eigenen, von Gott geschenkten Potenzial. Genau hier setze die Fastenzeit an: Sie lade dazu ein, zu prüfen, was im eigenen Leben zerstöre und von der Würde entfremde, "als einem geliebten Kind Gottes".

Akademie im Kölner Maternushaus

Anschließend an das Fastenessen fand im Kölner Maternushaus der Akademieteil der Veranstaltung statt. Als „absolute Helden unserer Gesellschaft“, denen man „jede Woche einen Ehrenpreis verleihen müsste“, bezeichnete Pianist Fabian Müller die Lehrerinnen und Lehrer, die an sozialen Brennpunkten wie Duisburg-Marxloh mit großem Engagement für ihre Schülerinnen und Schüler im Einsatz sind. Der in Bonn geborene Musiker saß am Mittwoch zusammen mit Katrin Zagrosek, seit 2024 Intendantin des Klavier-Festivals Ruhr, auf dem Podium bei der Akademie zum Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler. 

Nach „literarischem Fokus“ in den vergangenen Jahren – 2024 war der Dramatiker und Schriftsteller Patrick Roth zu Gast gewesen, im vergangenen Jahr der norwegische Literaturnobelpreisträger Jon Fosse – stand dabei diesmal die Musik im Mittelpunkt.

„Wie Musik junge Menschen berührt und erzieht“ lautete das Thema der Akademie, bei der Künstlerseelsorger Patrick Oetterer die Gäste begrüßte. „Der Aschermittwoch markiert eine Schwelle zwischen dem, was war, und dem, was werden kann“, sagt der Diakon. Der Tag führe in die Fastenzeit als Zeit der Klärung, der Buße, der Konzentration und der Rückkehr zum Wesentlichen. „Gerade wir, die wir mit Kunst leben, arbeiten oder uns von ihr berühren lassen, wissen um die Kraft des Reduzierten, wissen um die Schönheit, die entsteht, wenn Überflüssiges weicht.“

"Kreativ bilden, langfristig fördern"

Auf dem Podium berichtete Intendantin Zagrosek von dem Education-Programm des Festivals, das unter der Überschrift „Kreativ bilden, langfristig fördern“ insbesondere Kinder und Jugendliche aus Stadtteilen mit besonderen sozio-ökonomischen Herausforderungen für die Welt des Klaviers begeistern möchte und zu einer aktiven und schöpferischen Beschäftigung mit Musik einlädt. Pianist Müller ist einer von diversen Künstlern, die sich an dem Projekt beteiligen. „Wenn man seine Arbeit liebt, dann macht man es einfach, weil es so sinngebend ist und so schön“, sagte er, als es um die Frage nach der „Wirksamkeit“ ging. Dieses selbstlose und zweckfreie Weitergeben hob auch Kardinal Rainer Maria Woelki in seinen Schlussworten hervor.

Als Mitglied der Kommission für Wissenschaft und Kultur bei der Deutschen Bischofskonferenz habe Franz Xaver Ohnesorg, der Vorgänger von Intendantin Katrin Zagrosek, „immer und immer und immer wieder“ von diesem Projekt erzählt. Mit Freude habe er vor allem von dem Augenblick berichtet, in dem die Kinder die große Bühne betreten – Education-Konzertabende mit musikalischen und choreografischen Beiträgen der Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer sind nämlich Teil des Klavier-Festivals Ruhr. „Kinder – unabhängig davon, woher sie kommen – in ihrer Würde, in ihrer Schönheit groß sein lassen“, darum gehe es, so Woelki.

Zagrosek berichtete, inzwischen auch mit Kindertagesstätten zu kooperieren. „Mit musikalischer Bildung kann man nicht früh genug anfangen“, erklärte die Ohnesorg-Nachfolgerin. Für die Zukunft hat sie Zweierlei im Blick. „Mein Vorgänger hat gepredigt: Das Wichtigste ist, nicht aufhören zu müssen, zuverlässig und nachhaltig dazubleiben. Das wollen wir tun“, sagte sie. Darüber hinaus sei sie bestrebt, das Education-Projekt noch bekannter zu machen. In erster Linie sei es natürlich für die Kinder und Jugendlichen und habe seinen Platz im Klassenraum, „aber es ist verdienstvoll, ungewöhnlich und spannen – und deshalb möchten wir mehr noch davon als bisher auch dem Publikum zeigen“.

Mehr zum Thema

Aktuelle Nachrichten aus dem Erzbistum Köln

Service und Kontakt

Service und Kontakt

Pressekontakt

Geschäftszeiten

Kardinal-Frings-Str. 1-3
50668 Köln

Pressekontakt

Geschäftszeiten

Mo-Do: 8.30 - 17 Uhr
Fr: 8.30 - 14 Uhr

Erzbistum Köln
Newsdesk