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Architektur, die Lernen verändert:BDA-Auszeichnung für Erzbischöfliche Gesamtschule St. Josef in Bad Honnef

Neubau; Bilder zur kostenfreien Nutzung durch den Fotografen freigegeben im Zusammenhang der Berichterstattung über den Architekturpreis des BDA Bonn/Rhein-Sieg für den Bau (verliehen 15.10.2026)
Datum:
4. Nov. 2026
Von:
Newsdesk/sth
Der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten Bonn/Rhein-Sieg würdigt den Neubau der Gesamtschule St. Josef in Bad Honnef und das gesellschaftliche Engagement des Erzbistums Köln als Bauherr.

Köln/Bad Honnef. Der Neubau der Erzbischöflichen Gesamtschule St. Josef in Bad Honnef ist mit dem Architekturpreis Bonn/Rhein-Sieg 2026 des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte bei der Verleihung im Kunstmuseum Bonn das pädagogische Raumkonzept, die Architektur des Aachener Büros Hausmann Architektur – und ausdrücklich das gesellschaftliche Engagement des Erzbistums Köln als Bauherr.

„Die Architektur fungiert hier nicht als bloße Hülle, sondern als aktiver Co-Pädagoge", heißt es in der Begründung der Jury. Die Schule wird darin als „wegweisendes Best-Practice-Modell für zeitgemäße Bildung“ bezeichnet.

Bereichernde Lebens- und Lernräume

Rund 30 Millionen Euro hat das Erzbistum Köln in den Neubau, eine neue Sporthalle und die Neugestaltung des Schulparks investiert – im Wesentlichen aus Kirchensteuermitteln. Das Ensemble entstand im laufenden Schulbetrieb. „Die Schule ist eine gelungene Symbiose aus innovativem pädagogischem Konzept und seiner Umsetzung in eine gelungene Architektur. Dadurch entstehen Lebens- und Lernräume, die sich bereichernd auf den Alltag von Schülerinnen, Schülern      und Lehrkörper auswirken und dadurch das Lernen positiv beeinflussen. Dass die unabhängige Fachjury nicht nur die Architektur, sondern auch unsere wahrgenommene Verantwortung als Bauherr gegenüber der Stadtgesellschaft würdigt, freut uns besonders“, sagt Katherin Bollenbeck, Bereichsleiterin Bau & Nachhaltigkeit, Erzbistum Köln.

Kraftvolle zeitgemäße Schulträgerschaft

Statt langer Flure prägen offene Lernbereiche und großzügige Bewegungsflächen das Gebäude. Herzstück sind die Lerncluster: Jeweils vier Klassenräume gruppieren sich um ein offenes, gemeinsames Forum. Das ermöglicht unterschiedliche Unterrichtsformen bis hin zum jahrgangs- und fächerübergreifenden Arbeiten.

„Schulentwicklung und Architektur müssen Hand in Hand gehen. Bei unserer Erzbischöflichen Gesamtschule St. Josef haben wir von Beginn an den gesamten Bogen gespannt – vom pädagogischen Neuanfang bis zur baulichen Vollendung. Wir verstehen Bildungsbauten nicht als bloße Hüllen, sondern als gebaute Pädagogik, die Lernen und Begegnung aktiv ermöglicht. Die Auszeichnung des BDA freut uns sehr, denn sie belegt, wie kraftvoll und wirksam zeitgemäße Schulträgerschaft sein kann, wenn Konzept, Mut und verlässliche Umsetzung zusammenkommen“, betont Thomas Pitsch, Leiter des Bereichs Schule & Hochschule im Erzbistum Köln, der das Projekt von Beginn an begleitet hat.

Bau bewährt sich im Schulalltag

Für Schulleiter Ralf Saal zeigt sich das jeden Tag: „Ein Gebäude wie dieses ist eine Einladung zu offenem Lernen. Die Cluster machen Differenzierung im Alltag möglich und sind zugleich ein sozialer Treffpunkt. Dass Kinder und Jugendliche es als Auszeichnung empfinden, den Lernort selbst wählen zu dürfen, zeigt uns Lehrkräften, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Für eine Gesamtschule, in der Kinder mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam lernen, ist das ein großer Gewinn.“

Der Neubau setzt auf Weiterentwicklung und Ergänzung des Vorgefundenen: Das denkmalgeschützte Haus Magdalena und der historische Park bleiben Mittelpunkt des Campus. Ein überdachter Weg verbindet Alt und Neu. Auch die Geschichte des Ortes bleibt sichtbar: Die historische Glocke hat in einem neuen Glockenturm ihren Platz gefunden, Fenster der früheren Kapelle wurden in die Architektur integriert. Einen besonderen Akzent setzt der Raum der Stille, ein eigenständiger Holzbau mit künstlerisch gestalteter Fassade.

Geschichte der Schule

Die Erzbischöfliche Gesamtschule St. Josef blickt auf mehr als 125 Jahre Geschichte zurück und ist seit 1993 in Trägerschaft des Erzbistums. Seit 2016 lernen hier als Gesamtschule in Kooperation mit der Stadt Bad Honnef Kinder mit Haupt-, Real- und Gymnasialempfehlung gemeinsam, vierzügig und im Ganztag.

Fakten in Kürze

Architektur: Hausmann Architektur GmbH, Aachen
Bauherr: Erzbistum Köln, Bereich Bau & Nachhaltigkeit
Investition: ca. 30 Mio. Euro
Umfang: vierzügige Gesamtschule mit Ganztagsbereich und Sporthalle
Grundsteinlegung: 7. Februar 2019
Segnung: 29. August 2022

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