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Drei Fragen an… Johanna Möller:Engagement für Suizidprävention

Drei Fragen an... Johanna Möller
Datum:
5. Nov. 2026
Von:
Newsdesk
Suizid und Suizidprävention sind oft noch Tabuthemen – obwohl die Zahlen in Deutschland zuletzt gestiegen sind. Umso wichtiger ist Aufklärung. Johanna Möller, Referentin für Suizidprävention in Gesundheits-, Alten- und Behindertenhilfe beim Diözesan-Caritasverband Köln, erklärt, warum das Thema Menschen jedes Alters betrifft und wie Unsicherheiten im Umgang damit abgebaut werden können.

Warum ist es wichtig für das Thema Suizid Sichtbarkeit zu schaffen?

Im Jahr 2025 starben insgesamt 11.334 Menschen durch Suizid. Das sind über 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Teil dieser Todesfälle könnte durch wirksame Maßnahmen der Suizidprävention verhindert werden. Gleichzeitig halten sich rund um das Thema noch immer Mythen und Unsicherheiten in unserer Gesellschaft. So befürchten viele Menschen, dass das Ansprechen von Suizidgedanken die Situation verschlimmern oder einen Suizid erst auslösen könnte. Tatsächlich wird ein offenes Nachfragen häufig als entlastend erlebt und kann den Weg zu Unterstützung und Hilfe eröffnen.

Jüngere und ältere Menschen sind gleichermaßen von Suizid betroffen. Gibt es Unterschiede zwischen den betroffenen Gruppen?

Suizid gehört bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu den häufigsten Todesursachen. Gleichzeitig sind etwa drei von vier Menschen, die durch Suizid versterben, 50 Jahre oder älter. Zudem steigt das Suizidrisiko mit zunehmendem Alter weiter an. Besonders ältere Männer gelten als Hochrisikogruppe.

Die Zunahme der Suizidzahlen in den vergangenen Jahren ist jedoch vor allem auf steigende Zahlen bei älteren Frauen zurückzuführen. Im höheren Lebensalter können einschneidende Veränderungen wie der Eintritt in den Ruhestand, die Sorge vor Autonomieverlust oder körperliche Einschränkungen zu Belastungen führen. Unter bestimmten Umständen können daraus auch Suizidgedanken entstehen.

Wo können Betroffene und Angehörige Informationen und Hilfe finden?

In akuten Krisensituationen können sich sowohl Betroffene als auch Angehörige über die Notrufnummer 112 an den Rettungsdienst wenden. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos und anonym unter 0800 1110111 sowie online unter www.telefonseelsorge.de erreichbar. Weitere Informationen zum Thema sowie einen Überblick über Hilfsangebote bietet die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention unter www.dgs-suizidpraevention.de. Spezielle Informationen und Unterstützungsangebote zur Suizidprävention im Alter finden Sie außerdem unter www.suizidpraevention-im-alter.de/hilfe.

Mehr zum Thema

Hilfsangebote im Überblick

Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos und anonym erreichbar:

0800 1110111
www.telefonseelsorge.de

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: 
www.dgs-suizidpraevention.de

Suizidprävention im Alter:
www.suizidpraevention-im-alter.de/hilfe.

 

Im akuten Krisenfall: 112

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"Drei Fragen an..." ist eine Interviewreihe aus dem Newsletter "Diese Woche". Der Newsletter beinhaltet aktuelle Nachrichten, wichtige Termine, neue Informationsangebote und geistliche Impulse rund um die katholische Kirche aus dem Erzbistum Köln – kurz und übersichtlich zusammengestellt.

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