Mutig unterwegs – seit 50 Jahren:Erzbistum Köln feiert Jubiläum der Weltkirchlichen Zusammenarbeit

Köln. Mit kreativem Programm, bewegenden Reden und intensiven Begegnungen ist am vergangenen Wochenende unter dem Leitwort „Mutig unterwegs“ das Jubiläum „50 Jahre Weltkirchliche Zusammenarbeit im Erzbistum Köln“ gefeiert worden. Mehrere hundert Gäste nahmen an den verschiedenen Veranstaltungen am Samstag und Sonntag teil – es bestand großes Interesse sowohl am internationalen Jugendprojekt „Tomorrow has a Pulse“ und dem Konzert des Chores Kinduku als auch am Pontifikalamt im Kölner Dom und dem anschließenden Festakt im Maternushaus.
Pontifikalamt mit musikalischem Highlight
Beim Pontifikalamt am Sonntag im Kölner Dom setzte die Aufführung der Messe „JOY“ einen besonderen musikalischen Akzent. Domkantorei, Domkapelle, ein Frauenchor aus Kenia sowie der Chor an St. Laurentius, Mondorf, gestalteten den Auftritt gemeinsam und unterstrichen damit eindrucksvoll den weltkirchlichen Charakter der Feier.
Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki betonte in seiner Predigt, man habe am heutigen Erntedankfest nicht nur für die Gaben der Schöpfung zu danken, sondern vor allem auch für ein halbes Jahrhundert weltkirchlicher Zusammenarbeit. „Seit 50 Jahren lebt unsere weltkirchliche Arbeit von Begegnungen, von gegenseitiger Unterstützung, dem Lernen voneinander, vor allem aber vom gemeinsamen Gebet. Denn unsere weltkirchlichen Partner sind für uns keine Fremden. Ganz im Gegenteil! Wir gehören zueinander als Geschwister einer großen Familie, der Familie Gottes.“
KI-Frings begrüßt Gäste beim Festakt
Beim anschließenden Festakt im Maternushaus konnten sich die Gäste zunächst bei einem „Markt der Weltkirche“ im Foyer an verschiedenen Ständen von Schulen, Hilfswerken sowie Partnern der Weltkirche informieren lassen und bei einem Imbiss ins Gespräch kommen.
Auf der Bühne meldete sich überraschend Joseph Kardinal Frings zu Wort. Der bereits 1978 verstorbene Kölner Kardinal, der das weltkirchliche Engagement des Erzbistums stark beeinflusste, war dank KI zum Leben erweckt worden und leitete zu Rainer Maria Kardinal Woelki über. Dieser ging auf das Leitwort des Jubiläums ein:
„‚Mutig unterwegs!‘“ Das klingt zunächst nach Aufbruch, nach Bewegung, vielleicht sogar nach Abenteuer. Und zugleich wissen wir: Unterwegs zu sein bedeutet nicht, den Weg immer genau zu kennen. Wer unterwegs ist, braucht Orientierung. Er braucht Menschen, die mitgehen. Und vor allem braucht er Vertrauen. Als Christinnen und Christen haben wir einen solchen Grund, unterwegs zu sein: Jesus Christus“, so der Kardinal.
Auch Staatssekretär Dr. Dirk Günnewig aus dem Ministerium für Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen, der in Vertretung des Chefs der Staatskanzlei NRW, Minister Nathanael Liminski, im Maternushaus war, würdigte in seinem Grußwort die Rolle der Kirche im internationalen Dialog: „Das weltkirchliche Engagement des Erzbistums Köln ist ein gutes Beispiel dafür, dass Christinnen und Christen nicht gleichgültig sind angesichts der Nöte in dieser Welt. Es ist ein deutliches Beispiel dafür, dass Christinnen und Christen Verantwortung übernehmen und sich Menschen zuwenden, die auf Hilfe angewiesen sind. Dies ist christliche Nächstenliebe im besten Sinne.“
Bischöfe aus mehreren Partnerländern des Erzbistums Köln nahmen am Jubiläum teil und nutzten die Gelegenheit, ihren Dank auszusprechen. Auch per Video wurden zahlreiche Grüße aus der Weltkirche übermittelt.
Unter musikalischer Begleitung von Judy Bailey gab es ein abwechslungsreiches Programm, u.a. mit Videos zu den weltkirchlichen Projekten sowie einer Talkrunde unter der Moderation von Yvonne Willicks und Mariam Ammann.
Jugendprojekt, Lobpreis und Konzert mit internationaler Beteiligung
Bereits am Samstag hatten 18 junge Menschen aus verschiedenen Ländern im Rahmen des Projekts „Tomorrow has a Pulse“ in der Kölner Kirche St. Michael eine eindrucksvolle Theater- und Kunstperformance zum Thema Mut und Hoffnung präsentiert. Die Aufführung, entstanden unter der Leitung von Regisseur Kessius Mutale (Sambia) und Friederike Worth (Don Bosco Mission Bonn), wurde vom Publikum mit langem Applaus bedacht.
Auch die thematisch passende interaktive Ausstellung sowie der anschließende Lobpreisabend mit Markus Fackler und Band machten am Abend in St. Michael spürbar, wie eng Glaube, Engagement und weltkirchliche Solidarität miteinander verwoben sind.
Ebenfalls auf große Resonanz stieß das Konzert des Chores Kinduku e. V. in der Minoritenkirche St. Mariä Empfängnis. Der Chor, dessen Name in der ghanaischen Twi-Sprache „Freundschaft“ bedeutet, gestaltete gemeinsam mit den All-Saints-Singers aus Amsterdam einen musikalischen Abend mit traditioneller Musik der Ashanti.
Ausblick: Weiter investieren, weiter lernen
Nadim K. Ammann, Bereichsleiter der Diözesanstelle Weltkirche & Dialog, warf in seiner Ansprache beim Festakt einen Blick in die Zukunft:
„Angesichts zurückgehender Mittel tragen wir eine besondere Verantwortung gegenüber unseren Partnern, mit denen wir schon seit vielen Jahren zusammenarbeiten. In unseren Gesprächen machen wir deutlich, dass wir sie künftig stärker darin unterstützen müssen, noch unabhängiger und eigenständiger zu sein. Die Ortskirchen müssen zunehmend in die Lage versetzt werden, nachhaltig für sich selbst zu sorgen.“
Man habe daher mit der Starkmacher Impact GmbH eine Projektlinie entwickelt, die genau darauf abziele, Partner ökonomisch zu stärken.
Das Jubiläum solle daher kein Endpunkt, sondern ein Ausgangspunkt für die nächsten Schritte sein. „Alle unsere Erzbischöfe und Generalvikare haben immer deutlich gemacht, dass wir als Ortskirche Teil der Weltkirche sind und unseren Beitrag leisten wollen zum Wohle der Weltkirche“, so Ammann.
Über die Diözesanstelle Weltkirche & Dialog
Die Diözesanstelle Weltkirche & Dialog begleitet seit 50 Jahren die weltweiten Beziehungen des Erzbistums Köln zu Ortskirchen in über hundert Ländern. Sie steht in der Tradition der seit 1954 bestehenden Gebets- und Hilfsgemeinschaft mit dem Erzbistum Tokio sowie der Arbeit des Ansgarius-Werks zur Förderung der Kirche in Nordeuropa. Heute ist Weltkirche & Dialog in über 100 Ländern aktiv; allein im Jahr 2025 wurden mehr als 21 Millionen Euro in Projekte von Asien und Afrika über Südamerika bis hin zu Hilfen in Krisenregionen wie der Ukraine investiert.
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