Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck: „Verantwortung für den Frieden leben und gestalten“

13. Januar 2022 Newsdesk/Schoon

Beim Internationalen Soldatengottesdienst, der am Donnerstag, 13. Januar im Kölner Dom gefeiert wurde, hat Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck dazu aufgerufen, an der Überwindung von Konflikten mitzuarbeiten. Am Gottesdienst, der einmal jährlich anlässlich des Weltfriedenstags in Köln stattfindet, nahmen Soldatinnen und Soldaten der Deutschen Bundeswehr, Vertreter von Polizei und Bundespolizei sowie Militärangehörige befreundeter Nationen aus dem In- und Ausland teil. Einige von ihnen beteiligten sich auch aktiv an der Gestaltung der Feier, indem sie etwa Fürbitten vortrugen, musizierten oder als Messdienerinnen und Messdiener mitwirkten.

Overbeck: Über das Verhältnis von Moral und Recht nachdenken

Jede und jeder sei dazu aufgerufen, einen Beitrag zur Überwindung von Konflikten zu leisten, erklärte Bischof Overbeck in seiner Predigt. Das gelte für gesellschaftliche Diskussionen um den Umgang mit Impfungen während der Coronapandemie, wie für militärische Konflikte weltweit. Die ethischen Herausforderungen dieser Tage seien Anlass, über das Verhältnis von Moral und Recht nachzudenken, so der katholische Militärbischof und Bischof von Essen. In diesem Sinne sei der Schutz der unverrückbaren Würde eines einzelnen Menschen als Person immer zusammen zu denken mit dem Schutz der gesamten Gemeinschaft. Dies zeige sich auch im soldatischen Ethos, das die Zielbestimmung habe, „die Verantwortung für den Frieden zu leben und zu gestalten“, sagte Overbeck. Er verwies auf das Handeln von Jesus Christus, das einen Weitblick zeige und Vorbild sein könne: „ Dieser Friede Christi, der die Wand der Feindschaft niederreißt, macht deutlich, dass wir im Einsatz für den Frieden auch die Grenzen von Glaubensgemeinschaften überschreiten und eben die Fernen wie die Nahen im Blick behalten müssen.“