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Erzbistum Köln - Schule/Hochschule - Fortbildung für Lehrkräfte:Pädagogische Woche fragt nach Identität im Heute

Datum:
25. Okt. 2016
Von:
(pek161025-mth/he)
Erzbistum Köln - Schule/Hochschule - Fortbildung für Lehrkräfte

Köln. Wie verstehen sich Glaube und Religion in säkularer Gesellschaft – oder näher: wie verstehen sich Glaubende angesichts säkularer Gegenwart und zugleich vieler Fragen und Anfragen an die Religion? Diese Frage nach der Identität stellt in diesem Jahr die Pädagogische Woche des Erzbistums Köln, bei der zum 34. Mal Religionslehrerinnen und Religionslehrer aller Schulformen eingeladen sind.


Nach dem eröffnenden Gottesdienst mit Generalvikar Dominik Meiering am Montagnachmittag begrüßte Bernadette Schwarz-Boenneke, Leiterin der Hauptabteilung Schule/Hochschule, die Teilnehmenden im Maternushaus: „Schon seit langem erleben wir einen Wandel in der Bindekraft der Religionen. Die Lebenswirklichkeit vieler Menschen begegnet dem (kirchlichen) Glauben zunehmend skeptischer und indifferenter.“ Namentlich die Aufnahme von Migranten und Flüchtlingen führe auch in Schulen zum Erleben kultureller, sozialer und religiöser Differenzen und damit verbunden zum „Pluralismus von Lebensformen und Lebenskonzepten“. Schule konfrontiere „mit Andersheit und Differenz“, was aber nicht bloß als Zumutung oder gar Bedrohung wahrgenommen werden dürfe, sondern „Spielräume der Freiheit und Begegnung“ eröffne. Der nachhaltigste Ort, die dafür erforderliche Urteilskompetenz und Sprachfähigkeit von jungen Menschen gerade auch im Blick auf eigene religiöse Überzeugungen zu fördern, ist der bekenntnisgebundene Religionsunterricht mit dem Ziel, „eine konkrete religiöse Identität von Glaubenden“ herauszubilden.


Identität durch Diversität – auf diesen Kern pointierte Festredner Daniel Deckers, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, das Thema in seinem Vortrag. Katholische Schulen sollten sich wie etwa auch kirchliche Kindertagesstätten oder konfessionell geführte Krankenhäuser und Sozialeinrichtungen offensiv als „Kirchorte“ begreifen, wobei deren Kirchlichkeit nicht zuerst an der Konfessionszugehörigkeit der Mitarbeitenden, sondern am konkret gelebten Geist festzumachen sei: Wie ist in diesen Institutionen der Umgang mit den anvertrauten Menschen, mit den eigenen Mitarbeitenden? Welchen Stellenwert haben insbesondere jene, die aus dem üblichen Schema fallen – die Leistungsschwachen, Chancenarmen, Nachzügler oder aus vielerlei Gründen Lerngehemmten? Die Chance der Kirche bestehe gerade darin, dass sich in ihr – selbst gegenwärtig noch – wie in keiner zweiten gesellschaftlichen Sozialform so viele so unterschiedliche Menschen zusammenfinden. Identität könne auf diese Weise gerade durch Wertschätzung der Diversität entstehen – und zugleich als Ausweis des Katholischen, also Umfassenden im Wortsinn. Voraussetzung dafür sei allerdings, eine innere und nicht bloß zahlenmäßige (wie verbreitet in vielen Gottesdiensten sichtbare) Leere zu füllen, die auch unter Christen um sich greife und auf deren Bedrohung schon Papst Benedikt aufmerksam gemacht habe. Ins Zentrum entsprechender identitätsstiftender Bemühungen gehöre für ihn, so Deckers, das in diesem Jahr besonders beachtete Wort „Barmherzigkeit“. Dessen konkrete Über- und Umsetzung realisiere sich im Schulalltag in ganz einfachen Sätzen und deren handelndem Einüben: Ich höre dir zu; ich begleite dich; ich rede gut über dich; ich teile mit dir; ich bete für dich; du gehörst dazu.


Zur größten Fortbildungsveranstaltung für Religionsunterricht in Nord­rhein-Westfalen waren über 200 Lehrkräfte zur Begrüßung ins Maternus­haus gekommen. In dieser Woche erwarten die Lehrkräfte Arbeitskreise und Austausch zu Religionsunterricht und Schulpastoral. Im Lauf der Tage werden insgesamt 1.000 Lehrkräfte im Maternushaus erwartet. Die Fortbildungsreihe wird jährlich vom Erzbistum Köln veranstaltet.

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