Übergänge gestalten – Im Alter für die Seele sorgen:Rückblick auf das 8. Diözesanforum Altenheimseelsorge
Neben einem Impuls zur Zukunft der Altenheimseelsorge umfasste die Veranstaltung, moderiert von Claudia Stein vom Verband Katholische Altenhilfe Deutschland, zahlreiche Workshops, die das Thema „Übergänge gestalten“ aus unterschiedlichen und praxisnahen Perspektiven beleuchteten. Klaus Renzel sorgte in der Pause mit Musik und Visual Comedy für eine heitere Atmosphäre.
Kurswechsel in der Altenheimseelsorge
In der Altenheimseelsorge werden Menschen in einer besonders sensiblen Übergangsphase ihres Lebens begleitet. Denn gerade im Alter stehen Übergänge oftmals in Verbindung mit großen Veränderungen. Hinzu kommt, dass gerade eine neue Generation von Menschen in die Altenpflegeeinrichtungen einzieht, die sowohl Bewohnerinnen und Bewohner als auch Pflegekräfte vor neue Herausforderungen stellt. Beispielsweise werden sowohl Pflegepersonal als auch Bewohnerschaft kulturell immer vielfältiger. Dadurch verändern sich auch religiöse und spirituelle Erwartungen. Wie kann die Seelsorge im Bereich der stationären Hilfe darauf reagieren und wie können Übergange zeitgemäß gestaltet werden?
Antworten hierauf bot das Diözesanforum Altenheimseelsorge, eine Kooperationsveranstaltung des Diözesan-Caritasverbandes für das Erzbistum Köln e. V. und des Fachbereiches Seelsorge im Sozial- und Gesundheitswesen des Erzbischöflichen Generalvikariates Köln. Dank theoretischer Impulse und zahlreicher Praxisbeispiele bot das Forum hilfreiche Anregungen, um Übergänge achtsam zu gestalten und sowohl das Personal als auch die Bewohnerschaft in ihren jeweiligen Lebens- und Berufssituationen zu begleiten und zu unterstützen.
Mehr Dialog und Teilhabe
In seinem Eröffnungsimpuls "Die Heime ändern sich. Wohin geht die Reise - auch für die Altenheimseelsorge?“ verdeutlichte Prof. Dr. Hermann Brandenburg von der Universität Witten/Herdecke, dass das Altern nicht nur die reine Pflegebedürftigkeit mit sich bringt, sondern Betroffene vor weitaus größere Probleme stellt: „Die zentrale Herausforderung für das hohe Alter ist nicht nur die Pflegebedürftigkeit, sondern die Einsamkeit. Hier kann die Altenheimseelsorge eine Lösung sein“, so der Gerontologe. Aus seiner Sicht stellt die Altenheimseelsorge einen wichtigen Baustein dar, um Räume für Begegnung und Dialog zu schaffen und mehr Teilhabe anzuregen, um damit der Vereinsamung entgegenzuwirken. Wichtig sei auch, Altenheime nicht als ‚Krankenunterkünfte‘, sondern als Lebensort zu begreifen und entsprechend zu gestalten.
Praktische und spirituelle Ansätze
Den zweiten Teil des Forums bildeten zehn praxisnahe Workshops, die in drei Runden besucht werden konnten und unterschiedliche Facetten der stationären und ambulanten Altenhilfe sowie der begleitenden Seelsorge in den Blick nahmen. Thematisch reichte das Spektrum von Personalbindung und wertschätzender Unternehmenskultur über den Wandel im Ehrenamt und der Bedeutung von Quartiersanbindung bis hin zu sensiblen Übergängen im Leben älterer Menschen. Mehrere Workshops widmeten sich den Herausforderungen rund um Einzug, Abschied und Identitätswahrung im Heimalltag. Dabei standen sowohl biografische und spirituelle Perspektiven als auch konkrete Fragen der Einzugsberatung und der Gestaltung von Übergängen im Mittelpunkt. Auch das Leben mit Demenz wurde differenziert betrachtet – mit Blick auf Auswirkungen für Betroffene, Angehörige und Mitarbeitende sowie auf einen verantwortungsvollen, verstehenden Umgang im Alltag.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Spiritualität und Seelsorge: Diskutiert wurden Ansätze einer mobilen Seelsorge in der ambulanten Pflege, die Bedeutung von „Spiritual Care“ für Mitarbeitende in helfenden Berufen sowie die Kraft von Ritualen und Segensmomenten an Lebenswenden. Biblische Impulse und kreative Methoden eröffneten zusätzliche Zugänge zu den Themen Aufbruch, Abschied und Neubeginn.
Schon mit den wertschätzenden und ausgesprochen positiven Rückmeldungen zum diesjährigen Forum gehen der Blick und die Planung auf die nächste Veranstaltung dieser Art im Jahr 2028.
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