Zeichen der Anerkennung von Schuld

5. November 2021 pek211105-lmi

Köln. Als Zeichen der Anerkennung von Schuld und Versagen der Kirche von Köln in Bezug auf sexualisierte Gewalt, findet am 18. November 2021, dem „Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“, ein Bußgottesdienst im Kölner Dom statt. Das Erzbistum Köln folgt damit dem Wunsch seines Betroffenenbeirates sowie des Diözesanpastoralrates, ein liturgisches Zeichen zu setzen. 

Als derzeitiger Leiter der Erzdiözese wird der Apostolische Administrator, Weihbischof Rolf Steinhäuser, diesen Gottesdienst halten. Er möchte damit stellvertretend um Vergebung für die Fehler des Erzbistums Köln bitten. Steinhäuser: „Mit dem Bußgottesdienst bekennen wir unsere Schuld gegenüber dem Herrn, aber auch den Betroffenen gegenüber. Ihnen ist durch sexualisierte Gewalt immenser Schmerz und großes Leid zugefügt worden.“

Selbstverständlich handelt es sich bei dem Gottesdienst nur um ein Angebot und es steht allen Betroffenen frei, die Einladung zum Gottesdienst anzunehmen. Die Mitglieder des Betroffenenbeirates haben sich an der Vorbereitung des Gottesdienstes beteiligt und werden ihre eigene Perspektive einbringen.

Der Gottesdienst soll primär Ausdruck der Buße sein. Ein Gottesdienst ist immer und in erster Linie ein Ort der Begegnung mit Gott: Gott spricht die Menschen an, die Gläubigen reagieren im Gebet darauf. Im Bußgottesdienst ruft Gott zur Umkehr, und die Antwort vor Gott ist: Ja, wir sind schuldig geworden, hilf uns, umzukehren. Damit steht das Bekenntnis vor Gott im Mittelpunkt. Daran schließt sich das Gedenken an die Betroffenen und die Bitte für die Betroffenen an.

Dem Erzbistum Köln ist es ein wichtiges Anliegen, mit den Betroffenen im Dialog zu bleiben. Der Apostolische Administrator, Rolf Steinhäuser, und Delegat Dr. Markus Hofmann stehen auch weiterhin für ein persönliches Gespräch mit den Betroffenen zur Verfügung. Programme und Maßnahmen um sexualisierte Gewalt zu verhindern, werden weiterhin konsequent umgesetzt.

Da es sich um Bekenntnis und Buße durch den Apostolischen Administrator als Leiter der Diözese handelt und nicht um eine Konfrontation, sind keine Personen, die sich sexualisierte Gewalt zu Schulden haben kommen lassen, eingeladen.

 

Zum Schutz der eingeladenen Betroffenen ist der Bußgottesdienst eine nicht-öffentliche Veranstaltung. Für Interessierte wird der Gottesdienst auf www.domradio.de und der Facebook-Seite des Erzbistums Köln abrufbar sein.