04. Oktober: Nächster Schritt auf dem Weg einer Partnerschaft und Freundschaft

Wa­ren die letz­ten Tage ge­prägt von Ge­sprä­chen mit Gre­mien und Ver­ant­wor­tungs­trä­gern, so hatten wir heu­te die große Chance, kon­kre­ten All­tag zu schnuppern. Er­neut ha­ben wir uns auf­ge­teilt, um noch mög­lichst vie­le Ter­mine zu schaffen – auch wenn das echt schwer war, weil ei­gent­lich jeder ger­ne alles kennen­ge­lernt hätte. Schu­le, Jugend­kate­chese, Uni­versi­tät und Er­wachse­nen­bil­dung stan­den auf dem Pro­gramm.

Die Shirayuri-School, eine Mäd­chen­schu­le mit 1100 Schüler­innen, ist in Trä­ger­schaft der Pau­lus­schwes­tern von Char­tres, die vor 141 Jah­ren in Tokio Schu­len ge­grün­det ha­ben. Heute be­trei­ben die Schwes­tern ei­nige Hoch­schulen, Schu­len und Kin­der­gär­ten in Ja­pan. Auf un­sere Frage, wes­wegen japa­nische El­tern die Schu­len oder Kin­der­gär­ten für ihre Kin­der aus­wählen, be­nannte der Reli­gions­leh­rer die Werte­erzie­hung, die die Schule bie­tet. Die katho­lischen Schu­len wer­den in die­ser spiri­tuell in­teressier­ten, aber nicht reli­giös in un­serem Sinne be­kennen­den Ge­sell­schaft ger­ne an­ge­nommen. Da El­tern selbst In­for­ma­tio­nen benö­ti­gen und Fra­gen ha­ben, bie­ten die Schu­len den El­tern regel­mäßig Ge­spräche an, in de­nen man über Reli­gion und Reli­gio­nen und Wer­te­er­zie­hung in den Aus­tausch kommt.

Die zwei­te Schu­le, er­neut eine Mäd­chen­schule, ist in Trä­ger­schaft der Domi­nika­ner­innen. Das St. Dominic’s Insti­tute hat 300 Schüler­innen. Wie die Bil­der zei­gen, ge­hört die Schul­uni­form hier über­all da­zu. Sehr schön war es, heu­te di­rekt vor Ort zu sein, die Schüler­innen im Unter­richt er­leben zu können und mit den Lehr­kräf­ten zu re­den, die sich um das katho­lische Pro­fil kümmern oder den en­glisch­spra­chigen Un­ter­richt pro­jekt- und trans­fer­orien­tiert ge­stal­ten. Bei­de heu­te be­suchten Schu­len können sich sehr gut vor­stellen, mit uns über die digi­talen Möglich­keiten in eine Koopera­tion zu kommen. Und es gibt eine Fülle an An­knüpfungs­punk­ten für Schule, Schul­seel­sorge und Jugend­pastoral.

Ein ver­tiefen­des Ge­spräch an der Sophia Uni­versi­tät hat noch Neu­es kennen­lernen lassen: Das Stu­denten­wohn­heim Arrupe und das Er­wachse­nen­bil­dungs­zen­trum „Shinseikan“, in dem Ver­an­stal­tun­gen zu Glau­bens- und Ge­sell­schafts­fra­gen an­ge­boten wer­den. Man will Stimme in der Ge­sell­schaft sein – auch bei 1% Chris­ten – und des­halb setzt man sich in­ten­siv mit den ge­sell­schaft­lichen The­men aus­ein­an­der. Das missio­narische Poten­tial die­ses For­mates genau­so auch wie eines Grund­studiums für christ­liche Wer­te und Kul­tur an der Sophia Uni­versi­tät hat uns an­gespro­chen.

Zum gemein­samen Ab­schluss­gottes­dienst kam je ein Ver­treter bzw. eine Ver­tre­terin der Or­te und Gruppen, die uns hier be­grüßt haben. Reich be­schenkt von Ge­sprä­chen und Er­leb­nissen, dem star­ken Ein­druck der Men­schen, die uns mit einer großen Offen­heit, einem tie­fen Res­pekt und ei­nem star­ken In­teresse begeg­net sind, keh­ren wir nun nach Köln zu­rück. Wir, so fasste General­vikar Assmann in sei­ner Pre­digt das Er­lebte zu­sammen, ler­nen mit­ein­an­der und von­ein­an­der und wir freu­en uns auf die nächs­ten Schritte auf dem Weg der Part­ner­schaft und Freund­schaft, denn diese ste­hen jetzt an.

04. Oktober: Videogruß von Generalvikar Msgr. Guido Assmann aus Tokio
4. Okt. 2022

03. Oktober: Gespräche zur Zukunft der Bistumspartnerschaft

Am Tag der Deutschen Einheit hat sich unsere Gruppe aufgeteilt, um mit Vertretern der Erzdiözese Tokio und der Orden Gespräche zu führen, wie die Ideen der letzten Tage für die Verlebendigung der Partnerschaft, umzusetzen. Denn – das ist uns allen klar: Wenn wir übermorgen zurückfliegen, brauchen wir konkrete Ansprechpartner, um jetzt entwickelten Ideen in die Tat umsetzen zu können.

Generalvikar Assmann, Nadim Ammann, Marianne Bauer, Markus Perger trafen sich dazu begleitet von Dr. Joshida und Pfr. Quint mit dem hiesigen Priesterrat. Der Seelsorger für die Pfadfinder und der Verantwortliche für den Weltjugendtag waren ebenfalls dabei. So konnten Ideen für eine gemeinsame Aktion für den Weltjugendtag 2023 in Portugal überlegt werden und zugleich erlebt werden, wie aktiv hier die Pfadfinder sind.

Im Erzbistum Tokio treibt die Gläubigen und damit auch die Priester die Frage um, wie Menschen noch erreicht werden können und diese einen Ansprechpartner für ihre Fragen und Anliegen finden. Die japanische Gesellschaft altert stark, die Zahl der Priesteramtskandidaten ist gering und die pastoralen Einheiten werden immer größer. Das sind Probleme, die die Kirche auch in Köln und Deutschland umtreiben. Aber zugleich bietet Japan ganz andere Rahmenbedingungen: Die Christen machen hier nur etwa 1% der gesamten Gesellschaft aus.

Viele Stimmen im Priesterrat haben darüber berichtet, wie das Erzbistum Köln in den vergangenen Jahren das Erzbistum Tokio unterstützt hat, sei es durch den Bau von Kirchen oder Gemeinderäumen oder anderen Projekten. Dafür zeigen sich sehr viele Gesprächspartner dankbar und berichten davon, dass sie den „Köln-Sonntag“ (in Korrespondenz zu unserem „Tokyo-Sonntag“ immer am letzten Sonntag Januar) bewusst begehen und dankbar für diese Aufbauarbeit nach dem Krieg sind. Nachdem sie damals Hilfe empfangen haben, möchten sie jetzt Hilfe weitergeben an die Menschen in Myanmar. Wenn wir ein Erstes aus dieser Reise mitnehmen, dann dass wir das Friedensnetz zwischen Köln und Tokio für Myanmar und mit Myanmar weiter knüpfen sollten. Wo wird in unserem Erzbistum z.B. für Myanmar gebetet – vielleicht gerade auch in dem Bewusstsein, dass wir über dieses Gebet mit den Katholiken in Tokio verbunden sind?

Interessant war, dass auch dort die Priester mehrere Pfarreien leiten. Selbst Funktionsträger wie ein Generalvikar haben daneben noch die Leitung von Pfarreien.

War der Großteil der Gruppe tagsüber mit den Vertretern der Erzdiözese zusammen, hat Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke Pater Heinz Hamm SJ getroffen, der über viele Jahre die Partnerschaft aufgebaut und getragen hat. Es ging in diesem Gespräch und einem weiteren Gespräch mit Pater Michael Calmano SVD (Direktor des Netzwerkes katholischer Schulen in Japan) darum, Ansatzpunkte für Kooperationen unter den katholischen Schulen, vielleicht Schülergruppen oder Einzelaustauschen, Lehrern, aber auch den Trägern zu initiieren. Denn auch hier drängen ähnliche Fragen, wie bei uns: Was macht eine katholische Schule aus? Was ist, wenn die Ordensleute nicht mehr an den Schulen sind, was bestimmt dann noch den Geist der Schulen und wie soll die Schulseelsorge gestaltet werden? Wir haben vereinbart, dank der digitalen Möglichkeiten das Gespräch fortzusetzen. Nachdem wir uns jetzt kennen, wird es deutlich leichter fallen, konkrete Schulen zu finden. Von den erzbischöflichen Schulen haben einige bereits Interesse angemeldet.

Am Abend sind wir dann zur Vesper und einem gemeinsamen Abendessen in einem der beiden Priesterseminare für ganz Japan zu Gast gewesen. Aus 11 von 16 Diözesen in Japan sind dort aktuell 22 Priesteramtskandidaten zum Studium und zur Formation. Auch wenn wir den japanischen Text der Gebete und Gesänge nicht verstanden haben, so hat es einfach gut getan, in der Kapelle des Seminars der Andacht der Seminaristen zu folgen. Auch ohen dei Sprache zu verstehen, wussten wir, wo wir im Ablauf der Vesper gerade sind, weil das Gebet identisch aufgebaut ist.

Morgen ist dann schon der letzte Tag der Delegationsreise. Davon morgen dann mehr.

2. Oktober: In der deutschsprachigen Gemeinde Tokios

Zurück in Tokio haben wir mit der deutschsprachigen Gemeinde das Patronat des Erzengels St. Michael in ihrer hiesigen Gemeinde gefeiert. Die Kirche der polnischen Schwestern, bei denen die Gemeinde zu Gast – genauer gesagt zur Miete – ist, war voll von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Die Mehrzahl von ihnen waren erneut internationale Familien. Zu Gast war in dem Gottesdienst der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Clemens von Goetze und seine Frau sowie der Vertreter der Schweizer Botschaft.

Deutschsprachige Gemeinde: Diese wird mehr und mehr getragen von Katholiken und Katholikinnen, die über das Gemeindeleben eine Rückbindung an ihre Heimat haben – über die Sprache, die Kultur und die Werte. In vielen Gesprächen wiederholte sich aber auch ein Weiteres: In der Fremde, in den Gemeinden hier haben Männer und Frauen den Weg zum Glauben und zur Kirche wiedergefunden. Deswegen setzen sie sich dafür ein, dass ihre Kinder hier getauft oder gefirmt werden. Was sie plagt ist, dass sie hier keinen Raum haben, an dem ihr Priester erreichbar und ansprechbar ist – oder an dem sie sich spontan treffen können. Gottesdienste, Chorproben, Sitzungen des Gemeinderates – wie heute Nachmittag nach der Kirche – finden in den gemieteten Räumen der polnischen Schwestern statt.

Nach einem lebendigen Gottesdienst gab es Speisen und Getränke und die Möglichkeit, im Gespräch zu sein. Die Delegation des Erzbistums hat sich dann mit dem Pfarrgemeinderat darüber beraten und ausgetauscht, was diese Gemeinde des Erzbistums Tokio bräuchte – und wo sie auch helfen könnte, die Partnerschaft zu unterstützen. Denn es ist auch klar, dass wir Türöffner und Dolmetscher vor Ort brauchen, um die Partnerschaft auf Augenhöhe zu verlebendigen.

Am Abend haben wir uns dann wieder in der Gemeinde von Father Leo Schumacher getroffen: Tokio und Köln beten seit Jahren zusammen für die Menschen in Myanmar. Katholiken aus diesen drei Regionen haben heute zusammen gebetet. Nadim Ammann sprach in seiner Ansprache von der Kraft des gemeinsamen Gebetes: Das ist ein Gebet für andere – für die Menschen in Myanmar; das ist aber auch die Kraft des gemeinsamen Gebetes zu Gott und der wechselseitigen Fürbitte, die unabhängig von dem eigenen Weh oder Wohl ist.

Am besten bringt dieses Gebet sich selbst ins Wort:
"Let us pray: Encourage us and the people of Myanmar, o Lord: so that when we feel powerless, faith will assure us that even our smallest actions and prayers make a difference. So that when our hearts are tempted by despair, hope will fill us with courage and determination. And so that all who work for justice will be filled with your grace. May God’s will be done. Amen."

Generalvikar Assmann aus Tokio

Generalvikar Assmann aus Tokio
2. Okt. 2022
Eindruck aus dem Gottesdienst
2. Okt. 2022

Eindruck aus dem Gottesdienst

01. Oktober: Ausflug nach Kyoto

Den 1. Oktober haben wir in Kyoto verbracht. Und dort haben wir das erste Treffen mit der deutschsprachigen Gemeinde von Pfr. Mirco Quint gehabt. Pfr. Mirco Quint ist deutscher Priester in Tokyo und als solcher auch Teil der Erzdiözese in Tokio – und damit auch die deutschsprachige Gemeinde in Tokio und Kansai. Zu dieser Gemeinde gehören Mitarbeiter deutscher Unternehmen, die hier für 3-6 Jahre arbeiten oder auch deutschstämmige Familienmitglieder, die in der Gegend hier ihre Ehepartner gefunden haben oder wegen ihrer Partner oder Partnerinnen hierher gezogen sind.

Sie treffen sich jeden Sonntag normalerweise in Kobe, um dort gemeinsam Gottesdienst zu feiern und Gemeinschaft zu erleben. Kirche und Gemeinde bedeutet für diese Menschen, bei all den beruflichen Umbrüchen und Umzügen Kontinuität und Heimat, bei all der Sprachlosigkeit in einem fremdsprachigen Umfeld barrierefreies Sprechen und Ausdrücken von Gefühlen. – Und ja: wir haben hier oft von den Gemeinden der internationalen Seelsorge gesprochen, die wir daheim in Köln haben – denn unter integrationspolitischer Hinsicht sind diese Menschen z.T. schon lange Teil Deutschlands. Als katholische Weltkirche sind wir immer kosmopolitisch unterwegs – als Gemeinden vor Ort haben wir da sicher noch Aufholbedarf.

In Kyoto haben uns Generalkonsul Martin Eberts und seine Frau begrüßt. Generalvikar Msgr. Assmann hat dem Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland ein Geschenk überreicht.

30. September: Besuch der Sophia Universität und Gespräche mit den Jesuiten

Besuch der Sophia Universität

Begonnen hat der Tag in der Tsukiji Parish St. Joseph von Fr. Leo Schumacher – der Kirche, in deren Hof Kardinal Hoeffner einen Baum gepflanzt hat. Eindrücklich zeigt sich dort die Geschichte der ersten Christen in Tokio und auch die Verfolgung. An diesem alten Ort christlichen Lebens beten heute Katholiken für Myanmar. Fr. Leo Schumacher ist für das Erzbistum Köln und für das Bistum Tokio der Beauftragte für die Partnerschaft und die gemeinsame Sorge für Myanmar.

Treffen mit Studierenden und Lehrenden an der Sophia Universität

Um so schöner war es, im Laufe des Vormittags die Studierenden aus Myanmar kennenlernen zu dürfen, die dank des Stipendiums aus Köln in Tokio an der Sophia-University studieren. Die Jesuiten Universität zählt 12.000 Studierende. Nur die allerwenigsten sind Christen oder gar Katholiken. Die Fächerbandbreite ist groß. Anliegen und Ziel ist es, aus dem Glauben heraus die Werte zu vermitteln, für die das Christentum steht und Menschen hier eine Bildung zu ermöglichen, die sie in ihrem Alltag ihre eigene Mission zu entdecken gibt und sich für andere einsetzen lässt.

Hochrangige Vertreter haben sich mit unserer Delegation getroffen: der Präsident der Hochschule Dr. Yoshiaki Terumichi, Father Tsotuma Sakuma SJ, der Dekan der theologischen Fakultät Dr. Hitoshi Kawanaka SJ, Sali Augustine SJ und weitere Mitglieder der Professorenschaft. Alle Gesprächspartner aus Köln und Tokio zeigten sich dankbar für die vergangenen Jahre. Zugleich wurde der Wunsch geäußert, die Partnerschaft stärker zu nutzen: Jedes Jahr kommen z.B. 50 Studierende aus Tokio nach Köln und es wäre ein Leichtes, diese besser in der Erzdiözese einzubinden. Zugleich besteht auch der Wunsch, auf universitärer Ebene in einen Austausch zu kommen.

Partnerschaft auf Augenhöhe

Nach dem Mittagessen in der Kommunität der Jesuiten und einer Besichtigung der Räume mit P. Heinz Hamm SJ, der über Jahre die Partnerschaft von Tokio aus gepflegt hat, erläuterte Michael Calmano SVD wie tausende von Schülern auch heute noch in Ordensschulen unterrichtet werden. Auch hier sind die wenigsten Katholiken. Dass aber die Orden die Schulen unterhalten, hat etwas mit ihrer Mission zu tun: Sie wollen entdecken, welche Mission die Kinder haben – und sie auf dem Weg zu dieser Entdeckungsreise begleiten.

Was wir heute entdecken durften, sind Partner, die dankbar auf eine lange Zeit des gemeinsamen Weges sehen. Waren wir Kölner früher die, die unterstützen konnten, so ändert sich dieses Verhältnis wohl langsam dahin, gemeinsam auf Augenhöhe unterwegs zu sein und uns zu fragen, wie wir in diesen vielfältigen Gesellschaften – sei es in Köln oder Tokio – unsere Mission für die Menschen und Gott entdecken und leben.

Generalvikar Msgr. Guido Assmann beim Besuch der Sophia Universität Tokio
30. Sep. 2022

29. September: Gemeinsamer Gottesdienst in der St. Mary’s Cathedral

Tokio-Reise 2022

Um 8 Uhr Ortszeit kam die Delegation aus Köln in Tokio an. Nach einer kurzen Pause, um die Zeitverschiebung von 7 Stunden etwas zu verkraften, begann für Generalvikar Msgr. Guido Assmann, Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke, Markus Perger und Marianne Bauer der offizielle Teil der Begegnungsreise. Gemeinsam mit Erzbischof Isao KiKuchi SVD und Generalvikar Fr. Yasuaki Inagawa feierte Generalvikar Msgr. Guido Assmann in der St. Mary’s Cathedral den Gottesdienst zum Fest der Erzengel Michael, Gabriel und Raphael.

In seiner Predigt ging Erzbischof KiKuchi auf die Idee der Partnerschaft zwischen den beiden (Erz-)Bistümern Tokio und Köln ein. Die Reise will diese Partnerschaft gemeinschaftlich und wechselseitig neu beleben. Bei allen kulturellen und gesellschaftlichen Unterschieden, teilen die Diözesen das dringende Anliegen, für Frieden in der Welt – besonders in Myanmar und aktuell in der Ukraine – zu beten. Und voneinander zu lernen, was es heißt Kirche in der jeweiligen Gesellschaft zu sein.

Besuch im Partnerbistum Tokio von 28. September bis 5. Oktober 2022

28. September 2022 Newsdesk/Gadde
Nadim Ammann bei der Begrüßung durch eine Ordensschwester in Japan

Köln/Tokio. Eine Delegation des Erzbistums besucht von 28. Septem­ber bis 5. Oktober 2022 Japan und das Partner­bistum Tokio. Zusammen mit Vertretern der Erz­diözese Tokio steht die Diözesan­partner­schaft im Fokus: Vor Ort möchte die Dele­gation erfahren, wie der Glauben in Japan gelebt wird und was die freund­schaft­liche Verbunden­heit beider Erz­diözesen heute bedeutet.

Gemeinsam mit dem Kölner General­vikar Msgr. Guido Assmann besuchen Nadim K. Ammann und Markus Perger (Diözesan­stelle Weltkirche-Weltmission), Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke (HA Schule/ Hochschule), Marianne Bauer (Jugend­abteilung) und Dr. Shingo Yoshida (Berater) das Partnerbistum.

Partnerschaft der Bistümer Tokio und Köln seit fast 70 Jahren

Seit 1954 pflegen die Erzdiözesen Köln und Tokio die Partner­schaft als „eine Gemein­schaft des Betens und gegen­seitigen Sich-Helfens“. Die vom Kölner Kardinal Josef Frings und seinem Amts­bruder Peter Tatsuo Doi aus Tokio ins Leben gerufene Partner­schaft bezeich­nete der Tokioter Erz­bischof in einem Brief aus Tokio als "ganz neuen, wegwei­senden Schritt". Seit­dem wird im Erz­bistum Köln jedes Jahr der letzte Sonn­tag im Januar als „Tokyo-Sonntag“ gefeiert, und im Erz­bistum Tokio als Köln-Sonntag.

Mit den Erträgen der alljähr­lichen Kollekte an diesem Sonn­tag haben die Kölner Katho­liken erheblich zum Ausbau der katho­lischen Sophia-Universi­tät in der japa­nischen Metro­pole beigetragen. Bis 1965 hat das Erz­bistum mehr als 20 Millionen DM für diese Hoch­schule bereit­ge­stellt. Bereits seit den 1970er Jahren hat sich die Kirche in Tokio ihrerseits zu einer regel­mäßigen Hilf­saktion zugunsten der Kirche in Myanmar (Burma) entschie­den. So wird die am Tokio- bzw. Köln-Sonntag durch­geführte Sonntags­kollekte gemein­sam für Maßnahmen der Priester­aus­bildung in Myanmar einge­setzt. Aktuell helfen beide Erz­bistümer mit beim Aufbau eines nationalen Priester­seminars in Yangon.

26.-28. September

Bevor Generalvikar Assmann in Japan angekommen ist, war Nadim Ammann bereits zuvor angereist. Am 28. September besuchte Ammann gemeinsam mit dem Tokioter Erzbischof Isao Kikuchi SVD den Karmel in Chofu, das St. Gregory Institute in Highashi Kurume und das Provinzialat der Miyazaki Caritas Schwestern.

Im Rahmen der Partnerschaft zwischen den Bistümern Köln und Tokio ist Mitte der 1950er-Jahre eine Niederlassung der Miyazaki Caritas Schwestern in Köln und Düsseldorf entstanden. Vor ein paar Jahren zogen sich die Schwestern aus Köln zurück, die Niederlassung in Düsseldorf besteht weiterhin. Dort betreuen sie einen japanischen Kindergarten und die vielen japanischen Mitbürger in der NRW-Landeshauptstadt.