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Bücher und Lesen als lebendiger Teil der Katholischen Tradition:Welttag des Buches im Erzbistum Köln

Lesende Kinder zum Welttag des Buches
Datum:
23. Apr. 2026
Von:
Newdesk/vst
Lesen ist gesund: Studien zeigen, dass regelmäßiges Lesen Stress und das Risiko, an Demenz zu erkranken, reduzieren kann. Anlässlich des Welttages des Buches am 23. April schildern drei katholische Einrichtungen ihre Perspektive auf das Lesen.

Katholische Öffentliche Büchereien

Ein Ort, wo Kinder und Erwachsene ihre Leidenschaft fürs Lesen ausleben können, sind die Katholischen Öffentlichen Büchereien. Heute gibt es 342 Büchereien im Erzbistum Köln, die nicht nur mit ihrem breitgefächerten Angebot an Medien, sondern auch mit Veranstaltungen und Mitmachaktionen ein wichtiger pastoraler Ort sind.

Astrid Kafsack, Fachbereichsleitung KÖB, Familienzentren & Verbände

Lebendig werden die KÖBs durch rund 4000 Ehrenamtliche, die sich neben klassischer Bücherei-Arbeit unterschiedlichste Aktionen ausdenken. Sei es ein Repair Café, in dem gemeinsam alte Elektrogeräte repariert werden, eine Tauschbörse für Saatgut oder Vorleseaktionen auf Spielplätzen mit dem Lastenrad. Zum Welttag des Buches beteiligten sich einige KÖBs an der Aktion "Ich schenk dir eine Geschichte" der "Stiftung Lesen" und verschenken Bücher an Grundschulkinder. Die KÖB St. Agnes im Kölner Agnesviertel wird außerdem Bücher aus dem Altbestand verschenken und ihre Öffnungszeiten auf 12 bis 19 Uhr verlängern. 

"Wann immer ich eine KÖB besuche, gehe ich begeistert wieder heraus. Dort arbeiten so engagierte Menschen, die tolle Arbeit leisten und die herzliche Willkommenskultur der Büchereien verkörpern", schwärmt Astrid Kafsack, die den zuständigen Fachbereich für die KÖBs im Erzbistum Köln leitet. Sie erzählt, dass viele Menschen über die KÖBs wieder mit Kirche in Kontakt kommen, die lange keinen Gottesdienst mehr besucht haben. Selbst kennengelernt hat  Kafsack als Kundin ihrer lokalen KÖB die Büchereiarbeit hat und zuvor viele Jahre in der Erwachsenenbildungs- und Verbandsarbeit gearbeitet. Vor zwei Jahren hat sie die Leitung des Fachbereichs übernommen. Sie schätzt an den Büchereien insbesondere die Ehrenamtlichen vor Ort, denen besonders wichtig ist ein offener Ort zu sein, an dem der Dialog mit den Besucher/innen besonders wichtig ist.

Eine Geschichte ist ihr besonders in Erinnerung geblieben: "Als meine Kinder noch klein waren, waren wir regelmäßige Besucherinnen der örtlichen katholischen Bücherei. Eines Tages habe ich einen Anruf bekommen, weil sie eine Muttertagskarte in einem der Bücher gefunden hatten, das ich zurückgegeben hatte. Die Mitarbeiterinnen riefen 1,5 Jahre später an, weil sie alle, die dieses Buch vor mir entliehen hatten, angerufen haben, um herauszufinden, wem die Karte gehörte. Das macht für mich eine KÖB aus."

Bibelreferentinnen Miriam Pawlak und Dr. Christiane Wüste

Die Bibel- & Liturgieschule des Erzbistums Köln

Im Kindergarten,  Kommunion- oder  Religionsunterricht lernen Kinder und Jugendliche die Geschichten der Bibel kennen und gehen gemeinsam in den Dialog. Erwachsene haben die Möglichkeit, in der Erzbischöflichen Bibel- und Liturgieschule in Köln die ihre Kenntnisse der Heiligen Schrift zu erweitern und zu vertiefen.

Mit den Bibelreferentinnen Miriam Pawlak und Christiane Wüste lehren erstmalig zwei Exegetinnen in der Bibelschule. Sie verstehen die Bibelschule als Ort des gemeinsamen Lernens, Reflektierens und Wachstums: "Ein Ort, an dem die Bibel, die auf manche vielleicht eher fremd, schwierig oder sperrig wirkt, als Schatz für das eigene Leben und den persönlichen Glauben entdeckt werden kann. Ein Ort, wo es um Wissenserwerb, Austausch, aber vor allem auch um eigene Erfahrungen mit diesem Buch geht", betont Dr. Christiane Wüste. Die beiden Theologinnen setzen verstärkt auf digitale Angebote und arbeiten eng im Team des gesamten Fachbereichs „Geistliches Leben, Bibel & Liturgie“ zusammen, das das kürzlich eröffnete Edith Stein Haus in Altenberg inhaltlich gestaltet.

Alle Menschen sind eingeladen die Angebote der Bibelschule wahrzunehmen, unabhängig davon, wie viel Kontakt sie schon mit der Bibel hatten. Insbesondere Ehrenamtliche können hier Kurse besuchen, um sich für ihr Engagement in der Gemeinde zu qualifizieren. "Auch die persönliche Glaubensperspektive kommt dabei zum Tragen. Denn die Bibel ist ja nicht nur Weltliteratur, sondern vor allem 'Ur-Kunde' unseres christlichen Glaubens. Nicht selten verlassen wir dafür die Räumlichkeiten in Köln, um dezentrale Angebote in der Diözese oder im Edith Stein Haus in Altenberg zu leiten. Dabei treffen wir auf die unterschiedlichsten Menschen und erweitern unser Spektrum um die Nachfragen, die uns erreichen. Das vielschichtige Wirken mit und rund um die Bibel schlägt sich auch in dem vielfältigen Angebot nieder", erzählt Miriam Pawlak.

Eine Lieblingsbibelstelle auszuwählen, fällt beiden schwer, da sie die Heilige Schrift insbesondere wegen ihrer großen Themenvielfalt schätzen. Für Pawlak ist die Bibel eine Bibliothek, die sie immer wieder neu inspiriert und auch überrascht. In Bezug auf Bücher und Sprache gefällt Wüste besonders gut Dtn 32,47, wo es heißt: 'Das ist kein leeres Wort, sondern es ist euer Leben'. Gemeint sind die Worte des Mose, die er von Gott gehört und nun dem Volk Israel weitergibt; es kann aber grundsätzlich auf das Gotteswort und damit die ganze Bibel bezogen werden. Für die Theologin verdeutlicht diese Stelle, dass die Worte der Bibel etwas enthalten, das uns lebendig machen und unseren Lebensdurst stillen kann.

Pawlak fällt im Kontext des Welttages des Buches eine Bibelstelle aus dem Lukasevangelium ein – Lk 4,16-30: "Hier wird die Situation beschrieben, wie Jesus zu Beginn seines Wirkens an einem Sabbat in der Synagoge aus der Schriftrolle vorliest. Ihm wird die Buchrolle des Propheten Jesaja gereicht und nachdem er einen Ausschnitt vorliest, setzt er sich hin und legt den Text aus mit den Worten: ‚Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.‘ (Lk 4,21) Das ist ein Gänsehautmoment! Das ‚Heute‘ spricht in jeden Tag neu hinein. Alles, was Jesaja prophezeit hat, ist Wirklichkeit geworden. Für mich wird darin spürbar, wie eng die Botschaft Jesu mit seiner Person verknüpft ist."

Britta Sabel, Lehrerin für Katholische Theologie am St. Anna Gymnasium, Wipperfürth

Religionslehrerin im 21. Jahrhundert

Im Erzbistum Köln gibt es rund 4500 Lehrerinnen und Lehrer für katholische Religionslehre. Wie schaffen sie es junge Menschen für die Auseinandersetzung mit der Bibel zu begeistern? Britta Sabel ist Lehrerin am Erzbischöflichen Gymnasium in Wipperfürth und unterrichtet dort von Klasse 5 bis 13 die Schüler und Schülerinnen in katholischer Religion und Deutsch. Zu Beginn ihrer Lehrerlaufbahn Anfang der 2000er-Jahre merkte Sabel schnell, dass der Religionsunterricht für viele Kinder der einzige Ort ist, an dem sie mit der christlichen Botschaft in Berührung kommen. Sabel motivierte die Frage, wie sie es schaffen kann, unterschiedliche Menschen anzusprechen und zu begeistern. Für sie persönlich ist das Ziel des Unterrichts die Geschichten der Bibel mit dem Leben der Schülerinnen und Schüler in Verbindung zu bringen. In einer offene Lernatmosphäre sind Fragen und Zweifel erlaubt.

Aus ihrer Erfahrung sind sperrige Bibelstellen häufig besonders zugänglich für die Schüler: "Bei dem Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg empfinden viele das Verhalten des Gutsbesitzers als provokativ und das ist es ja auch. Diese Erzählung spricht alle Altersstufen an und sie hat eine Botschaft, die vielen jungen Menschen heute guttut: Das Leistungsprinzip gilt hier nicht, der Gutsbesitzer schaut auf die Bedürfnisse der Menschen." 

Für die Theologin sind insbesondere Perikopen schwierig zu vermitteln, in den Gott oft machtvoll oder sogar gewaltsam eingreift. Trotzdem seien diese Stellen wichtig, damit sich kein "glattes Verständnis" von Gott entwickele und die Schülerinnen und Schüler die vielen Facetten des Gottesbildes wahrnehmen. "Für mich persönlich erschießt sich ein biblischer Text oft am besten, wenn ich sehr stark reduziere und mich auf nur einen Satz oder ein Wort konzentriere. Es ist oft erstaunlich, wie gut dann z.B. das Tagesevangelium zu meinem Leben passt. Und wie derselbe Text in unterschiedlichen Lebenssituationen ganz unterschiedliche Bedeutungen haben kann. Die Bibel ist ein reicher Schatz, aus dem wir ganz konkret viel Kraft schöpfen können, in meinem Alltag verliere ich das viel zu oft aus den Augen." Auch privat liest Britta Sabel gerne, es gehöre für sie zu einem guten Leben dazu. Über Bücher zu diskutieren und sich total in ein Buch zu vertiefen, genießt die Lehrerin sehr. 

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