Obwohl von seinem Leben kaum etwas bekannt ist, muss der heilige Evergislus (oder auch Everigisil) beim Volk in Köln sehr beliebt gewesen sein. Wahrscheinlich stammte er aus dem Raum Tongern im heutigen Belgien. Sein Name ist der erste eindeutig fränkische Name eines Kölner Bischofs und zeigt den Wandel der Kirche am Rhein nach der Völkerwanderungszeit.
Spätere mittelalterliche Lebensbeschreibungen berichten, Evergislus sei ein Schüler des heiligen Severin von Köln gewesen und von diesem zum Diakon geweiht worden. Die heutige Geschichtswissenschaft bewertet diese Überlieferung jedoch als legendarisch. Historisch gesichert ist lediglich, dass Evergislus um das Jahr 590 Bischof von Köln war.
Evergislus leitete die Kirche von Köln
Evergislus trat die Nachfolge des Bischofs Carentinus an und leitete die Kirche von Köln in einer Zeit, in der das Christentum im Frankenreich zunehmend gefestigt wurde. Er war der erste bekannte Kölner Bischof mit einem fränkischen Namen. Dies verdeutlicht den Übergang von der spätantiken zur fränkischen Kirche und spiegelt die politische Entwicklung des Rheinlandes wider. Während seiner Amtszeit entwickelte sich Köln weiter zu einem bedeutenden kirchlichen Zentrum des Frankenreiches.



