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Schutzpatron der Glaser und Glasmaler:Der heilige Evergislus: Bischof von Köln und Nachfolger des hl. Severin

Von:
Matthias Chrobok
Datum:
20. Okt. 2026
Detailansicht des Kirchenfensters in St. Peter mit der Abbildung des hl. Evergislus
Evergislus war ab Mitte des 6. Jahrhunderts Bischof von Köln und gehört zu den frühesten geschichtlich greifbaren Inhabern dieses Amtes. Obwohl über sein Leben wenige verlässliche Daten existieren, hatte sein Wirken einen großen Einfluss auf die Menschen. Sein Gedenktag ist der 24. Oktober.

Obwohl von seinem Leben kaum etwas bekannt ist, muss der heilige Evergislus (oder auch Everigisil) beim Volk in Köln sehr beliebt gewesen sein. Wahrscheinlich stammte er aus dem Raum Tongern im heutigen Belgien. Sein Name ist der erste eindeutig fränkische Name eines Kölner Bischofs und zeigt den Wandel der Kirche am Rhein nach der Völkerwanderungszeit.

Spätere mittelalterliche Lebensbeschreibungen berichten, Evergislus sei ein Schüler des heiligen Severin von Köln gewesen und von diesem zum Diakon geweiht worden. Die heutige Geschichtswissenschaft bewertet diese Überlieferung jedoch als legendarisch. Historisch gesichert ist lediglich, dass Evergislus um das Jahr 590 Bischof von Köln war.

Evergislus leitete die Kirche von Köln

Evergislus trat die Nachfolge des Bischofs Carentinus an und leitete die Kirche von Köln in einer Zeit, in der das Christentum im Frankenreich zunehmend gefestigt wurde. Er war der erste bekannte Kölner Bischof mit einem fränkischen Namen. Dies verdeutlicht den Übergang von der spätantiken zur fränkischen Kirche und spiegelt die politische Entwicklung des Rheinlandes wider. Während seiner Amtszeit entwickelte sich Köln weiter zu einem bedeutenden kirchlichen Zentrum des Frankenreiches.

Kirchenfenster in St. Peter mit der Abbildung des hl. Evergislus

In den Schriften des Gregor von Tour taucht Evergislus wiederholt auf. Hier heißt es, dass Evergislus im Auftrag des fränkischen Königs Childebert II. gemeinsam mit mehreren Bischöfen nach Poitiers entsandt wurde, um einen schweren Konflikt im Kloster Sainte-Croix zu schlichten. Sein Wirken beschränkte sich also nicht auf das Erzbistum Köln. Er nahm an wichtigen kirchenpolitischen Aufgaben im gesamten damaligen Frankenreich teil.

Begründung des Kults um die Thebäische Legion

Besonders eng ist der Name Evergislus mit der Verehrung der Märtyrer der Thebäischen Legion verbunden. Gregor von Tours berichtet, dass Evergislus durch den Staub am Grab der Kölner Märtyrer – an der damaligen Kirche der „Goldenen Heiligen“, der heutigen Kirche St. Severin – von heftigen Kopfschmerzen geheilt worden sei. Diese Erzählung ist zugleich die älteste bekannte Quelle für den Kult der Thebäischen Märtyrer in Köln. Evergislus begann, die Verehrung dieser frühen Märtyrer zu fördern und auszubauen.

Der hl. Evergislus auf dem Reliquienschrein in St. Peter, Köln

Nach Gregor von Tours ließ Evergislus in Birten bei Xanten über dem Grab des heiligen Mallosus eine Kirche errichten. Auch wenn archäologische Beweise hierfür heute fehlen, gilt die Nachricht Gregors als historisch glaubwürdig. Später entstand an dieser Stelle die Kirche St. Viktor, eines der wichtigsten Zentren der Märtyrerverehrung am Niederrhein.

Tod als Märtyrer auf einer Missionsreise? 

Über die letzten Lebensjahre Evergislus' bestehen unterschiedliche Überlieferungen. Historisch gesichert ist, dass er vor dem Jahr 594 gestorben sein muss, da Gregor von Tours ihn in seinen Schriften „Historia Francorum“ und „Libri Miraculorum“ bereits als verstorben erwähnt.

Erst deutlich spätere mittelalterliche Legenden berichten, Evergislus sei während einer Reise in seine Heimat Tongern von Räubern erschlagen worden und deshalb als Märtyrer gestorben. Die moderne Forschung hält diese Darstellung jedoch für wenig wahrscheinlich und geht eher davon aus, dass er eines natürlichen Todes starb.

Der in gold gefasste Reliquienschrein in St. Peter, Köln

Die Reliquien des Heiligen in der Kölner Kirche St. Peter

Im 10. Jahrhundert ließ Erzbischof Bruno I. von Köln die als Reliquien verehrten Gebeine des heiligen Evergislus nach Köln übertragen. Zunächst wurden sie in der Kirche St. Cäcilien beigesetzt.

Seit der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts befinden sich seine Reliquien in einem Schrein in der Kölner Kirche St. Peter. Der heutige Schrein stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert und gehört bis heute zu den bedeutenden Erinnerungsstätten des Heiligen. Der heilige Evergislus wird besonders im Erzbistum Köln an seinem Gedenktag, dem 24. Oktober, verehrt. In St. Peter wird dieser Tag besonders begangen.

Zudem sind ihm zwei Pfarrkirchen gewidmet, eine in Bornheim-Brenig, die andere in Bonn-Plittersdorf.

Der Heilige gilt als Schutzpatron der Glaser, Glasmaler und der Kölner Malerzunft.

Online-Redaktion

Marzellenstr. 32
50667 Köln