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Mutter von Kaiser Konstantin dem Großen:Die heilige Helena: Entdeckerin des Kreuzes Christi

Abbildung der heiligen Helena im Bonner Münster.
Datum:
4. August 2026
Sie war die Mutter Kaiser Konstantins des Großen und spielte eine entscheidende Rolle für die Ausbreitung des frühen Christentums. Wer die heilige Helena (248/9 bis 330 n. Chr.) war, deren Gedenktag am 18. August gefeiert wird, und wo Spuren ihres Wirkens auch heute noch im Erzbistum Köln zu finden sind, erfahren Sie hier.

Helena wurde vermutlich um 248/9 in Bithynien in Kleinasien, der heutigen Türkei, geboren. Aus einfachen Verhältnissen stammend – sie war die Tochter eines Gastwirtes – entwickelten sich Verbindungen mit dem römischen Offizier Constantius Chlorus, mit dessen Hilfe sie in die höchsten Kreise des römischen Imperiums gelangte. Aus der Beziehung zu Constantius ging der gemeinsame Sohn Konstantin hervor, der als „der Große“ in die Geschichte eingehen sollte.

Förderung des Christentums durch Kaiser Konstantin

Nachdem Konstantin im Jahr 306 Kaiser geworden war, ehrte er seine Mutter 324 mit dem Titel „Augusta“, einer der höchsten Auszeichnungen im Römischen Reich. Nach dem Tod ihrer Schwiegertochter Fausta 326 nahm sie am Kaiserhof eine herausragende Stellung ein.

Obwohl Konstantin selbst sich erst auf dem Sterbebett 337 taufen ließ, stand er den von blutigen Verfolgungen gepeinigten Christen freundlich gegenüber.

Helena selbst hatte sich bereits 312 bekehrt und taufen lassen und unterstützte diese Entwicklung mit großer Überzeugung. Viele Historiker gehen davon aus, dass sie selbst einen starken Einfluss auf die religiöse Haltung ihres Sohnes ausübte. Während das Christentum zuvor oft verfolgt wurde, entwickelte es sich nun Schritt für Schritt zur prägenden Religion Europas.

Gemeinsam mit ihrem Sohn ließ sie zahlreiche große Kirchen bauen, nicht nur in Rom. Die Kreuzeskirche in Jerusalem, die Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg, die Apostelkirche in Konstantinopel und die Geburtskirche in Bethlehem sollen auf diese Bautätigkeiten zurückgehen. 

Statue der hl. Helena im Bonner Münster

Unter den von Helena in Rom in Auftrag gegebenen Kirchen ist auch die Basilika Santa Croce in Gerusalemme, unweit des Laterans.

Helena und das Heilige Kreuz

In dieser Kirche befinden sich Überreste, sogenannte Reliquien, des Kreuzes Jesu Christi, das Helena 326 auf einer ihrer Reisen ins Heilige Land gefunden haben soll. Die sogenannte „Auffindung des Kreuzes“ zählt zu den bekanntesten Legenden der Kirchengeschichte. Der Überlieferung zufolge ließ Helena Grabungen auf Golgota durchführen. Dabei wurden drei Kreuze gefunden.

Um das Kreuz Christi zu identifizieren, brachte man die Kreuze zu einer schwer kranken Frau. Als sie durch die Berührung eines der Kreuze geheilt wurde, erkannte man darin das wahre Kreuz Jesu. 

Aus diesem Grund wird sie heute auch häufig mit dem Kreuz in den Händen dargestellt.

Daneben soll die Heilige viele weitere Reliquien von ihren Reisen in das Heilige Land mitgebracht haben. In der Reliquienkammer der Basilika können Pilger heute Bruchstücke des Kreuzes, zwei Dornen der Dornenkrone Jesu, einen Nagel und Teile der Inschrifttafel, die über dem Kopf Jesu angebracht war, sehen und verehren.

Ihre politisch bedeutsamen Reisen in die östlichen Provinzen sind durch antike Autoren wie etwa Eusebius (etwa 260 bis 339/340) belegt und wurden zum Vorbild für Pilgerfahrten.

Tod und Verehrung der heiligen Helena

Sieben Jahre vor ihrem Sohn, am 18. August 330, starb Helena im hohen Alter in Nikomedien, dem heutigen Izmid in der West-Türkei. Ihre Gebeine – bis auf ihr Haupt – ruhen heute in der Kirche Santa Maria in Aracoeli in Rom. Ihr Haupt befindet sich im Trierer Dom.

neugotische dreischiffige Hallenkirche mit Querhaus und vorge­l­agertem Turm von fast 80 m Höhe.

Die heilige Helena wird nicht nur wegen ihrer historischen Leistungen verehrt. Sie gilt auch als Vorbild für:

  • Glaubensstärke
  • Demut trotz großer Macht
  • Liebe zur Kirche
  • Einsatz für christliche Werte
  • Pilgerschaft und geistliche Suche

Ihr Leben zeigt, dass Gottes Wirken Menschen jeden Alters gebrauchen kann. Besonders bemerkenswert ist, dass ihre wichtigste Lebensaufgabe erst im hohen Alter begann.

Die heilige Helena wird als Patronin verschiedener Gruppen verehrt. Dazu gehören unter anderem die Archäologen, Pilger und Konvertiten. Viele Kirchen, Kapellen und Gemeinden tragen ihren Namen. Besonders stark ist ihre Verehrung im Heiligen Land, in Italien, Deutschland und England.

In der Mitte des Kreuzes ist ein Kreuzpartikel.

Spuren der Heiligen im Erzbistum Köln

Die heilige Helena wird in Xanten (St. Viktor) und in Trier besonders verehrt – in Trier geht der Dom in seinen Ursprüngen auf ihren Palast zurück. Hier ist auch die Schädelreliquie der Heiligen verortet.

Auch im heutigen Erzbistum Köln lassen sich noch Spuren vom Wirken der Heiligen finden. So sollen St. Gereon in Köln und das Bonner Münster von ihr gegründet worden sein, da hier die Gebeine von Märtyrern der Römischen Armee begraben waren.

In Bonn befindet sich zudem eine heute nicht mehr öffentlich zugängliche Kapelle im Bonner Cassius-Stift, die so genannte Helenenkapelle, die um 1160 als Hauskapelle der Stiftsherren errichtet wurde.

2012 wurde dem Bonner Münster ein etwa daumennagelgroßes Stück von der Schädelreliquie der hl. Helena überreicht. Sie kam als Ersatz aus dem Trierer Dom für die im Jahr 1583 bei einer Plünderung verloren gegangenen Reliquien, die ursprünglich 1135 Propst Gerhard von Are Reliquien nach Bonn geholt hatte.

Darüber hinaus befindet sich im Bonner Münster auch ein Kreuzreliquiar, in dem sich ein kleiner Kreuzpartikel befinden soll. 

Auch mehr als 1.600 Jahre nach ihrem Tod fasziniert die heilige Helena Menschen auf der ganzen Welt. Sie steht für die Suche nach Wahrheit, für Mut im Glauben und für die Bereitschaft, sich auf den Weg zu machen – zur Ehre Gottes und zum Heil der Menschen.

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