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kirchliches Begräbnis

Menschen über den Tod hinaus würdigen.

Dr. Martina Crone-Erdmann übt seit einigen Monaten ehrenamtlich den kirchlichen Begräbnisdienst in der Kölner Innenstadt aus. Lesen Sie, was sie persönlich zu diesem Dienst an der Schwelle von Leben und Tod antreibt.

Ehrenamtliche Begräbnisleitung

Eine wirklich erfüllende Aufgabe: Hermann Plog ist einer von insgesamt elf Ehrenamtlichen in Hürth, die die kirchliche Begräbnisfeier leiten. Lesen Sie dazu den Beitrag aus der  KiZ Nr. 47.

Der Tod eines Menschen ist meist schmerzlich und fordert heraus, denn jetzt ist einiges zu organisieren: Der Arzt muss gerufen und Dokumente bereitgestellt, die Todesanzeige gestaltet und verschickt werden. Die Entscheidung für die Bestattungsform ist zu treffen, ebenso Absprachen für den Gottesdienst oder die Trauerfeier sowie die Beisetzung.

Wen rufe ich an?

  • Nach einer angemessenen Zeit den Arzt (möglichst den Hausarzt) rufen (rechtliche Feststellung des Todes)
  • Den Pfarrer bzw. das Pfarrbüro anrufen (Termin für das Kondolenzgespräch und das Begräbnis/die Bestattung)
  • Einen Bestatter ihrer Wahl und ihres Vertrauens anrufen
     

Was ist zu bedenken?

Welche Form der Bestattung wähle ich?

  • Für die Bestattungsform und die Form der Begräbnisfeier entscheiden.
  • Erdbestattungen und Feuerbestattungen müssen jeweils am 10. Tag nach Eintritt des Todes vollzogen sein.
  • Die Totenasche muss innerhalb von 6 Wochen beigesetzt werden.
  • Fristverlängerungen sind bei bestimmten Voraussetzungen möglich.
  • Die kirchliche Begräbnisfeier bietet vielfältige Möglichkeiten für die Gestaltung.


Ruhe bewahren und Zeit nehmen...

  • Sie können den Raum mit Bild, Kerze, Kreuz, Blumen etc. würdig gestalten und Angehörige und Freunde zum Abschiednehmen einladen.
  • Es hilft beim Abschiednehmen, möglichst viele Aufgaben selbst zu übernehmen (Waschen, Ankleiden) bzw. zu gestalten (Todesanzeige, Gottesdienst)
  • Scheuen Sie sich aber nicht, ggf. auch Unterstützung von Angehörigen und Freunden anzunehmen

Wie hat sich die Bestattungskultur gewandelt? Was ist der Sinn des christlichen Begräbnisses? Wie ist der Gottesdienst aufgebaut und welche Elemente besitzt er? Wie flexibel ist der Ritus und welche Auswahlmöglichkeiten bietet er? Die im Jahr 2009 von den deutschen Bischöfen erarbeitete „Pastorale Einführung“ informiert und gibt praxisnahe Hinweise.

Zusätzlich zum liturgischen Buch "Die kirchliche Begräbnisfeier" (2. Aufl. 2009) erschien 2012 ein Werkbuch (das sog. Manuale), das neben dem Ritus auch Hilfen für besondere Situationen bietet. Literatur mit Impulsen zur Gestaltung der kirchlichen Begräbnisfeier finden Sie in der Literaturliste unter Angebote | Materialien: Arbeitshilfen.

 

Alpha und Omega sind ein Symbol für den Schöpfer und den Vollender der Welt. Mit seiner Liebe begleitet Gott das Leben jedes Einzelnen vom Anfang bis zum Ende. Alpha und Omega bedeuten: Aus meiner Hand kommst du, und in meine Hand nehme ich dich am Ende auch wieder auf. In mir findest du deine Vollendung.

Vor Anker gehen ist nicht nur ein Begriff aus der Seefahrt, sondern auch im Alltag zu einer beliebten Redensart dafür geworden, dass jemand einen Ort gefunden hat, an dem er sich festmachen kann, wo er sesshaft wird: in einem schützenden Hafen bzw. einer Bleibe, die ihm Zuflucht bietet. 

Der Baum ist ein uraltes Symbol in den Kulturen und Religionen dieser Welt. Er ist ein Sinnbild des Menschen, der sich – auf die Erde gestellt – nach dem Himmel ausstreckt. Der Baum, der im Winter seine Blätter verliert und im Frühling neue Blätter und Knospen treibt, ist ein Symbol für den Glauben, dass nach dem Tod ein neues Leben anbricht.

Der Engel kommt sehr häufig in der Friedhofskultur vor. In diesem Bild drückt sich die Vorstellung aus, dass die Seelen der Verstorbenen von Engeln „über die Schwelle des Todes in den Himmel getragen werden“. Nicht einmal der Tod kann dem Menschen etwas anhaben.

Wenn es um Gefühle wie Schmerz, Liebe oder Hoffnung geht, dann reichen sachliche Begriffe nicht aus, weil diese schnell an ihre Grenzen kommen. Deshalb gebrauchen wir Bilder, um unsere Gefühle beschreiben und damit ausdrücken zu können. Die Symbole, die seit langer Zeit im Zusammenhang von Sterben und Tod gebraucht werden, knüpfen an alltägliche Erfahrungen an, die alle kennen. Christen deuten sie darüber hinaus aus ihrem Glauben, wenn sie diese in Todesanzeigen, bei der kirchlichen Begräbnisfeier oder auf Grabsteinen verwenden.

Auch heute noch ist der Fisch das Erkennungszeichen für Christen. In einer Gesellschaft, in der das Christsein nicht mehr selbstverständlich ist, bekennen sich manche umso bewusster mit einem Fisch als Ketten- oder Schlüsselanhänger, Anstecker oder Aufkleber auf ihrem Auto zu ihrem christlichen Glauben.

Kränze begegnen uns das ganze Jahr über: Es gibt Erntekränze, Kränze zu wichtigen Totengedenktagen oder bei Beerdigungen und Adventskränze. Der Adventskranz versinnbildlicht das Ende des alten und den Beginn des neuen Kirchenjahres; seine Ringform ohne Anfang und Ende symbolisiert den ewigen Gott.

Das Kreuz ist das Symbol des Christentums schlechthin. Seit frühester Zeit zählt es zu den Sinnbildern, die Christen auf Grabsteinen verwenden, um ihre Hoffnung auf die eigene Auferweckung auszudrücken. Dabei steht das Kreuz nicht für das Folterinstrument, sondern ist Symbol der Hoffnung, dass der Tod das Tor zu einem neuen und ewigen Leben ist.

Die Muschel ist das Symbol des Pilgers und wird auch in der Grabkultur verwendet. Denn der pilgernde Mensch ist auf der Suche, nach der kostbaren Perle in seinem Leben, nach dem Sinn, und er ahnt dabei, dass es mehr geben muss als diese sichtbare Welt.

Mit dem Palmzweig verbindet sich die Hoffnung, dass eines Tages alles Leiden und alle Trauer ein Ende haben. Für alle, die von einem geliebten Menschen Abschied nehmen mussten und in schweren Stunden um ihn trauern, kann die verheißene Auferstehung eine tröstliche Botschaft sein.

Wer eine Rose auf dem Grab ablegt, formuliert seine Liebe ein letztes Mal stumm. Und er vertraut, dass dieses Bekenntnis ankommt, auch wenn der andere nicht mehr da ist, nicht mehr antworten kann. Die Rose als ein Zeichen von Vollkommenheit steht für eine Liebe, die den Tod überdauert und nicht mehr vergeht.

Der Weinstock ist ein Sinnbild für die untrennbare Verbundenheit von uns Lebenden mit unseren Toten. Als Christen zehren wir von der Hoffnung, dass wir bei Gott alle unsere Verstorbenen wiedersehen, die wir im irdischen Leben so schmerzlich vermissen und die uns im Tod nur vorausgegangen sind.

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Jahr der Barmherzigkeit

Im Anschluss an das Jahr der Barmherzigkeit (2016) rief Papst Franziskus die Gläubigen dazu auf, gemeinsam den Weg der Barmherzigkeit weiterzugehen. Zu den leiblichen und geistlichen Werken der Barmherzigkeit gehört es, Tote zu bestatten, Trauernde zu trösten und für die Lebenden und Verstorbenen zu beten.

Eine Aufgabe der ganzen Gemeinde

Wie hat sich die Friedhofskultur gewandelt? Welche Rolle spielen Begräbniskirchen? Welchen Dienst können Gemeindemitglieder beim kirchlichen Begräbnis übernehmen? In mehreren Beiträgen des Pastoralblattes (2022) wird diesen Fragen nachgegangen.

Marianne Ricking strahlt Lebensfreude aus. Sie hat sich intensiv auf ein Leben mit dem Tod vorbereitet – als Leiterin der kirchlichen Begräbnisfeier in St. Severin in Köln. Lesen Sie hier die Reportage aus der Zeitschrift „Theo“. Inzwischen ist sie eine von über achtzig bischöflich Beauftragten im Erzbistum Köln.

Qualifizierung zur Leitung kirchlicher Begräbnisfeiern

Tote zu begraben und Trauernde zu trösten, ist ein Werk der Barmherzigkeit und ein Dienst, der jahrhundertelang von Mitgliedern der Gemeinde wahrgenommen wurde. Seit 2018 schult das Erzbistum Köln regelmäßig Menschen, die im Auftrag der Kirche Verstorbene auf ihrem letzten Weg begleiten.

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Ein besonderer Auftrag

Seit Inkraftsetzen der Ausbildungsordnung am 1.8.2017 kann der Pfarrer einen Antrag beim Erzbistum Köln stellen, um Gemeindemitglieder ausbilden und als außerordentliche Leiter und Leiterinnen von kirchlichen Begräbnisfeiern durch den Erzbischof beauftragen zu lassen. Das Antragsformular finden Sie hier.

Neun Frauen und Männer haben am 28. Juni 2016 aus der Hand von Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki ihre Beauftragung erhalten, um in einer Wortgottesfeier den Verstorbenen zu verabschieden und anschließend beizusetzen.

Ausführlich berichtet die Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln.

IMPULS

Sterben | Sterb ich, so wechsl' ich nur mein Kleid, Mein Leben bleibt das gleiche. Das ist im Himmelreiche schon jetzt in dieser Zeit.

(Elisabeth Josephson-Mercator, 1861 – 1906)

FAQ - Häufige Fragen

Dr.  Eva-Maria Will

Dr. Eva-Maria Will

Referentin für Trauerpastoral

Sandra Behrendt

Sandra Behrendt

Sachbearbeitung

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