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Blick über den Platz Blick über den Platz

Kirche im Veedel sichtbar machen:„Mitmach-Tag“ für und mit Familien

Ein Tag, an dem sich Jung und Alt im Stadtteil treffen und die Möglichkeit haben, ganz niederschwellig und mit viel Spaß die vielfältigen Möglichkeiten kennenzulernen, die ihre Kirche vor Ort Ihnen zu bieten hat.

Wer Kontakte mit den Nachbarn im Veedel, der eigenen Kirchengemeinde oder auch darüber hinaus knüpfen will, muss sich zeigen, mit Aktionen auf sich aufmerksam machen und den Blick auf das lenken, was man in die Gemeinschaft eines solchen gemeinsamen Sozialraums einbringen kann. Das war vor zwei Jahren auch die Idee von Bianca Pohlmann, ehemals Engagementförderin im Seelsorgebereich an Rhein und Sieg und Koordinatorin des NRW-Familienzentrums, inzwischen Referentin für Engagementförderung beim Diözesancaritasverband. Mit einem „Mitmach-Tag“, der sich an Menschen jedes Alters wendete, wollte sie gemeinsam mit Diakon Barthel Held, damals Ansprechpartner für das katholische Familienzentrum, und Pfarrer Michael Dörr die fünf Bonner Stadtteile Geislar, Vilich, Beuel, Schwarzrheindorf und Vilich-Müldorf mit ihren sechs Kirchtürmen und Kitas einmal an einem Ort zusammenbringen und die vielen unterschiedlichen „Player“ der lokalen Kirchengemeinden – Gruppierungen wie die Messdienerschaft, Familienmesskreise, die Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖBs), die Chöre, kfd, Kita-Fördervereine, den ökumenischen „Laudato si“-Insektenkorridor oder die Gruppe „Radeln ohne Alter“ – sichtbar machen. „Uns ging es darum, das ganze Spektrum an Vielfalt zu zeigen, das unsere Kirche am Ort ausmacht“, sagt Pohlmann, „und das alles unter dem Dach des Katholischen Familienzentrums.“

Niederschwelliger Blick über den Tellerrand

„Gleichzeitig sollten mit dieser Initiative neue Vernetzungsmöglichkeiten angestoßen werden – indem zum Beispiel die Kitas neue Verbindungen mit der KÖB eingehen oder Senioren neue Kreise der Teilhabe für sich entdecken. Jeder war eingeladen, grundsätzlich einmal über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sich von neuen Allianzen inspirieren zu lassen.“ Dieser Mitmach-Tag sollte dazu dienen, auch mal etwas völlig Neues auszuprobieren und alle, die sich in irgendeiner Form in ihrer Gemeinde engagieren, aber auch diejenigen, die bisher kaum oder gar keinen Kontakt mit Kirche hatten, bei diesem niederschwelligen Angebot miteinzubeziehen. „Es handelte sich um einen Tag für Familien mit Kindern unterschiedlichen Alters, die in vielen Workshops und auf dem ‚Markt der Möglichkeiten‘ die Vielfalt der Angebote kennenlernen konnten, die es im bestehenden Netzwerk des Katholischen Familienzentrums bereits gibt. Aber – wie gesagt – auch dem Alter nach oben waren bei Ideen, wie künftige Kooperationen aussehen können, keine Grenzen gesetzt.“

„Uns ging es darum, das ganze Spektrum an Vielfalt zu zeigen, das unsere Kirche am Ort ausmacht. Und das alles unter dem Dach des Katholischen Familienzentrums. “

Vielfältige Angebote bekannt machen

„Nach Corona war uns klar, dass die Menschen sich vielerorts zurückgezogen hatten, wir als Kirche im Veedel erlebbarer werden mussten, zumal viele einfach nicht wissen, was es alles schon gibt, wo man andocken oder selbst auch aktiv werden und ein Ehrenamt übernehmen kann“, so Pohlmann. Und diese Mitmach-Angebote hätten dann regelrecht einen Nerv getroffen. „Die Resonanz an diesem Tag war überwältigend“, resümiert die heutige Caritas-Mitarbeiterin. “Rund um das Haus der Begegnung in Vilich gab es Bastel- und Vorleseangebote, Yoga für Kinder, ein Bilderbuch-Kino, aber auch ein Mitsingkonzert, ein Kicker-Turnier, Kinderschminken, einen Repair-Workshop, einen Decken-Flohmarkt für Kinder, bei dem sie ihre ausgedienten Spielsachen verkaufen konnten, eine Ortsführung und viele Stände, an denen über laufende Aktivitäten in den Gemeinden informiert wurde.“ Gefühlt seien alle Altersgruppen zwischen 0 und 100 Jahren auf den Beinen gewesen. 

Deckenflohmarkt

Sorgen ernst nehmen - Hemmschwellen abbauen

„Ein voller Erfolg“, so das Fazit Pohlmanns. Diese positive Erfahrung motiviere dazu, einen solchen Tag in einem Zwei-Jahres-Rhythmus zu wiederholen und die Angebotspalette weiterzuentwickeln. „Wir können auch in großen pastoralen Räumen vielmehr gemeinsam machen, als wir vielleicht für möglich halten. Dieser Mitmach-Tag, der eher als ein erster Aufschlag gedacht war und zunächst experimentellen Charakter hatte, hat uns gezeigt, dass wir mit diesem breitgefächerten Angebot genau richtig lagen, die Leute darauf ansprechen und angesichts der Planung größerer Einheiten auf diese Weise außerdem Ängste, ihr bislang vertrautes Gemeindeleben zu verlieren, abgebaut werden können.“ Ein solches Projekt, das etwa eine halbjährige Vorbereitungszeit beansprucht habe, sei ideal für zukünftige Vernetzungen und bereite ganz nebenbei allen Akteuren viel Freude. „Zudem hat es den Mehrwert, dass Familien zugleich mit den ‚Schnupperangeboten‘ heimischer in ihrem jeweiligen Stadtteil bzw. ihrer jeweiligen Gemeinde werden und Hemmschwellen auf diese Weise abgebaut werden können.“

Imagekampagne für das Netzwerk

Den Netzwerkpartnern ermöglichte dieses Mitmachfest, bei Familien bekannter zu werden und sich auch gegenseitig durch die gemeinsame Aktion besser kennenzulernen. Für das Netzwerk des Katholischen Familienzentrums insgesamt ist es zugleich eine Art „Imagekampagne“ gewesen, die im Vorfeld auch über die säkularen Medien breit beworben worden war, was sicher einen Teil des Erfolgs ausgemacht hat.

Die jetzige Ansprechpartnerin als Engagementförderin für den Seelsorgebereich an Rhein und Sieg, aber unter anderem auch für das Katholische Familienzentrum ist Laurisa Alves: laurisa.alves@erzbistum-koeln.de.