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Beeindruckende Objekte kommen in der Schatzkammer neu zur Geltung:1000 Jahre Abtei Brauweiler: Erzbistum und Kirchengemeinde renovieren das Lapidarium

Romanische Reliefs vor der farblich neu gestalteten Wand. (Renovierung des Lapidariums an der alten Abteikirche in Brauweiler zum Jubiläum 1000 Jahre Grundsteinlegung der Abtei.  Offizielle Eröffnung ist am Palmsonntag, 24.3.2024.)
Datum:
18. März 2024
Von:
Newsdesk/sth
Beeindruckende Objekte kommen in der Schatzkammer neu zur Geltung

Pulheim/Brauweiler. Der Begriff „Lapidarium“ bezeichnet eigentlich eine Sammlung von Werken aus Stein, wie etwa Skulpturen. Das Lapidarium, um das es hier geht, ist ein Raum vor dem Eingang zur ehemaligen Abteikirche in Brauweiler, im dem sich nicht nur steinerne Kunstwerke befinden. Die Gestaltung dieses Lapidariums stammte bis vor Kurzem aus den späten 1970er Jahren und mutete nicht mehr zeitgemäß an. Die Idee anlässlich des Jubiläums 1.000 Jahre Grundsteinlegung der Abtei Brauweiler war es nun, mit geringen finanziellen Mitteln das Lapidarium in die Gegenwart zu holen – oder, wie Erzdiözesankonservatorin Dr. Anna Pawlik es ausdrückt: „ins 21. Jahrhundert zu beamen“ .

Wie sie berichtet, wurden die im Lapidarium enthaltenen wertvollen Objekte behutsam gereinigt und die vorhandenen Vitrinen ebenfalls ertüchtigt. „Die Objekte waren teilweise sehr verstaubt“, bestätigt Wolfgang Hoch vom Kirchenvorstand von St. Nikolaus Brauweiler. Bei der Farbgestaltung des Raums hat man sich auf die Töne Weiß und Dunkelrot beschränkt, was edel und spannungsvoll wirkt. Unverputzt ist sinnvollerweise die „romanische Wand“ geblieben, deren Steinanordnungen aus verschiedenen Epochen eine gebaute Geschichte von Jahrhunderten erzählen. Effektvoll wird diese Wand nun von unten beleuchtet, was „großartig gelungen“ ist, so Anna Pawlik.

Spezialstoff gegen schädliche Strahlen

Zum Schutz der Objekte vor UV-Strahlung hat man sich zusammen mit dem Architekten Gerhard Standop etwas einfallen lassen. Die Oberlicht-Fenster sind nun mit einem Spezialstoff verhangen, der die schädlichen Strahlen herausfiltert und zugleich das Licht dimmt, um vor allem die kostbare Kasel des hl. Bernhard von Clairvaux nicht zu schädigen. Neu ist auch die Beschriftung, die den Besuchenden nun die Geschichte des Raumes und der Objekte erläutert.

Das Highlight unter den Gegenständen im Lapidarium ist die schon erwähnte Kasel – ein liturgisches Gewand – des heiligen Bernhard von Clairvaux (ca. 1090-1153). Aus der Nähe betrachtet kann man die feinen eingewebten Darstellungen erkennen, die von der hohen Handwerkskunst zeugen. Daneben gibt es unter anderem eine Reihe romanischer Reliefs aus Stein und die Büste der heiligen Anna zu bewundern.  

Klein aber fein

Mindestens für die kommenden Jahrzehnte, so schätzt Anna Pawlik, ist der Raum, der einen kleinen und feinen musealen Ort bildet, jetzt aus konservatorischer Sicht auf den aktuellen Stand gebracht. Die Neugestaltung wurde zu 100 Prozent aus Kirchensteuermitteln finanziert, was aufgrund des Jubiläums möglich war. Für Anna Pawlik selbst ist das Projekt eine „Herzensangelegenheit“ geworden. „Ein gelungenes Ensemble ist entstanden, die Objekte werden nun sehr gut in Szene gesetzt“, freut sich auch Prof. Dr. Erhard Cramer vom Kirchenvorstand von St. Nikolaus, der dem Erzbistum dankbar für das Engagement in diesem Projekt ist.

Die Kirchengemeinde hat übrigens aus ihren Mitteln eine aufwändige moderne Beleuchtung in der Abteikirche installieren lassen. „Ein Besuch lohnt sich“, lädt Cramer alle Interessierten ein. Das renovierte Schmuckstück mit den enthaltenen Schmuckstücken wird im Rahmen von Führungen zu besichtigen sein. Es wird noch daran gearbeitet, Öffnungszeiten etwa im Anschluss an Gottesdienste zu realisieren.

Offiziell eröffnet wird das Lapidarium in seinem neuen Glanz im Anschluss an die Palmsonntagsmesse am 24. März (11 Uhr bzw. 12.30 Uhr).

Aus der Sicht des Erzbistums und der Kirchengemeinde wäre übrigens das 1000-jährige Jubiläum der Abtei Brauweiler eher im Jahr 2028 zu feiern, da erst im Jahr 1028 die Weihe der ersten Kirche an diesem Ort stattgefunden hat. „Aber das kann man ja auch wieder feiern“, sagt Wolfgang Hoch mit einem Lächeln.

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