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Aktion Neue Nachbarn stellt Beratungsprojekt vor:„Aufwind“ beim 10. Katholischen Flüchtlingsgipfel in Würzburg

Datum:
7. Mai 2026
Von:
Newsdesk/kla
Beim 10. Katholischen Flüchtlingsgipfel am 5. Mai in Würzburg rückten rund 150 Fachleute der kirchlichen Flüchtlingsarbeit die Situation junger Geflüchteter in den Fokus. Als Praxisbeispiel gelingender Unterstützung stellte die Aktion Neue Nachbarn im Erzbistum Köln das Projekt „Aufwind“ vor, das jungen Zugewanderten Hilfe beim Ankommen bietet.

Menschenrechte und Flüchtlingsschutz im Mittelpunkt

Wie kann Flüchtlingsschutz gelingen, wenn politische Debatten schärfer werden und menschenrechtliche Standards zunehmend unter Druck geraten? Mit dieser Frage beschäftigte sich der 10. Katholische Flüchtlingsgipfel im Burkardushaus in Würzburg. Unter dem Leitwort „Auf sicherem Grund? Menschenrechte und Flüchtlingsschutz – politische Entwicklungen und kirchliche Handlungsansätze“ diskutierten Fachleute aus Kirche, Caritas, Wissenschaft und Recht über aktuelle Entwicklungen in der Flüchtlingspolitik.

Im Fokus standen unter anderem die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS), der Schutz besonders vulnerabler Gruppen sowie die Frage, wie Menschenrechte angesichts wachsender gesellschaftlicher Polarisierung verteidigt werden können. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Erzbischof Dr. Stefan Heße, Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz.

Praxisimpulse aus der Flüchtlingsarbeit

Am Nachmittag wurden in sieben Arbeitsgruppen Ansätze aus der Praxis vorgestellt. Dabei wurde deutlich, wie groß der Bedarf an niedrigschwelligen und verlässlichen Unterstützungsangeboten für junge Geflüchtete ist. Einen besonderen Akzent setzte die Aktion Neue Nachbarn (ANN) im Erzbistum Köln mit dem Projekt „Aufwind“ – einer Trauma- und Sozialberatung für junge Zugewanderte. Das Angebot zeigt, wie psychosoziale Begleitung und Alltagshilfe erfolgreich miteinander verbunden werden können.

Viele junge Geflüchtete haben Gewalt, Verlust oder Fluchterfahrungen erlebt. Die Folgen erschweren oft das Ankommen ebenso wie Schule, Ausbildung oder soziale Kontakte. Genau hier setzt „Aufwind“ an: Das Projekt begleitet junge Menschen zwischen zwölf und 27 Jahren und verbindet Traumaberatung mit praktischer Unterstützung im Alltag – etwa im Kontakt mit Behörden, bei Sprachkursen oder schulischen Herausforderungen. Ziel ist es, Stabilität zu schaffen und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Träger von „Aufwind“ ist die Katholische Jugendagentur Köln. Gefördert wird das Angebot von der Aktion Neue Nachbarn im Erzbistum Köln, der Stiftung Kölner Opferhilfe und der UNO-Flüchtlingshilfe. Seit dem Start im Jahr 2018 wurden rund 260 junge Zugewanderte begleitet und mehr als 2.500 Beratungsstunden durchgeführt. Drei Mitarbeitende beraten derzeit im Raum Köln und Rhein-Erft-Kreis.

Anlässlich der Woche zur katholischen Flüchtlingshilfe hat Rainer Maria Kardinal Woelki im Herbst 2025 die "Aufwind"-Beratungsstelle an St. Johann Baptist in der Kölner Südstadt besucht.

Als Kirche Verantwortung übernehmen

Caroline di Totto, Koordinatorin der Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln, betonte die besondere Verantwortung kirchlicher Akteure: „Der 10. Katholische Flüchtlingsgipfel in Würzburg hat eindrücklich gezeigt: Maßstab unseres Handelns bleibt die unantastbare Würde jedes Menschen – auch und gerade unter schwierigen politischen Rahmenbedingungen. Der Schutz der Menschenwürde ist nicht verhandelbar, sondern christlicher Auftrag und völkerrechtlich verbindlich. Wenn grundlegende Prinzipien des Flüchtlingsschutzes zunehmend infrage gestellt werden, braucht es klare Haltung: Kirche, Caritas und Zivilgesellschaft müssen die universellen Menschenrechte entschlossen verteidigen und immer wieder ins öffentliche Bewusstsein rufen.“

Auch Irene Porsch, Flüchtlingsbeauftragte der Caritas im Erzbistum Köln und Moderatorin der Arbeitsgruppe „Aufwind“, unterstrich die Bedeutung konkreter Unterstützung vor Ort: „‚Hab Mut, steh auf!‘ – die Botschaft des Katholikentags in der kommenden Woche passt genau zu unserer täglichen Arbeit. Denn wir erleben vor Ort: Menschenrechte dürfen kein abstraktes Versprechen sein, sie müssen im Alltag von Geflüchteten konkret erfahrbar werden. Ehrenamtliche und Hauptberufliche der Aktion Neue Nachbarn und der Caritas setzen sich jeden Tag dafür ein, dass Schutz, Würde und Teilhabe Wirklichkeit werden. Gerade wenn der Zugang zu Schutz immer öfter von Nützlichkeit abhängig gemacht wird, braucht es diesen Mut – und ein starkes Miteinander, das Menschenrechte praktisch verteidigt.“

Der Flüchtlingsgipfel machte deutlich: Gerade in Zeiten zunehmender Verunsicherung bleibt die Unterstützung geflüchteter Menschen eine zentrale Aufgabe kirchlicher Arbeit. Projekte wie „Aufwind“ zeigen, wie diese Verantwortung im Alltag wirksam werden kann – nah an den Menschen und getragen vom Anspruch, Würde und Teilhabe erfahrbar zu machen.

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