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Drei Fragen an Manfred Höges:Beratung und Hilfe für Männer in Notlagen

Drei Fragen an Manfred Höges
Datum:
16. Apr. 2026
Von:
Newsdesk
Manfred Höges ist Männer- und Gewaltberater beim Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) in Düsseldorf. Darüber hinaus hat er die Projektleitung Freiraum - Männergewaltschutz inne. Heute berichtet er über seine Arbeit und das Angebot des SKM in Düsseldorf.

Wie groß ist die Nachfrage – und wie wird Ihr Beratungsangebot angenommen?

Die Nachfrage nach Männerberatung in Düsseldorf ist hoch und steigt seit einigen Jahren spürbar an. Im Jahr 2025 haben wir 179 Männer beraten und dabei insgesamt mehr als 550 Beratungsgespräche geführt. Das zeigt deutlich, dass viele Männer Unterstützung suchen, wenn persönliche, partnerschaftliche oder familiäre Belastungen zunehmen. Unsere Erfahrung ist: Männer nehmen Beratung dann gut an, wenn sie einen geschützten Rahmen vorfinden und das Angebot so gestaltet ist, dass sie sich tatsächlich angesprochen fühlen. Aktuell wird die Beratung über eine halbe Stelle, die von der Stadt Düsseldorf finanzierte wird.

Mit welchen Anliegen kommen Männer am häufigsten zu Ihnen?

Zu uns kommen Männer aus sehr unterschiedlichen Altersgruppen und Lebenssituationen, entsprechend vielfältig ist auch das Spektrum der Anliegen. Häufig geht es um Trennungen und die Frage, wie der Umgang mit den Kindern danach gut gestaltet werden kann. Ebenso spielen psychische Belastungen, Krisen in Partnerschaften und Gewalterfahrungen eine große Rolle. Im letztgenannten Themenfeld ist besonders auffällig, dass sich inzwischen viele Männer an uns wenden, die selbst von Gewalt betroffen sind. Im Jahr 2025 machte dieser Bereich fast die Hälfte unserer Beratungen aus.

Wo setzen Sie mit Ihrer Beratung an?

In der Männerberatung setze ich immer am konkreten Anliegen des Mannes an. Die Arbeit ist dabei stark alltagsbezogen und oft sehr praxisnah. Viele Männer fassen erst dann Vertrauen, wenn sie merken, dass die Gespräche ihnen im Hier und Jetzt weiterhelfen und konkrete Orientierung geben. Deshalb geht es zunächst oft um die akuten Probleme, um Handlungsmöglichkeiten und um erste Entlastung. Wenn diese Grundlage da ist, wird es meist auch leichter, über Gefühle und tieferliegende Konflikte zu sprechen. Wenn Männer wegen ihres eigenen gewalttätigen Verhaltens zu mir kommen, arbeite ich dabei klar, deutlich und oft auch konfrontativ: Das Verhalten wird benannt, Verantwortung wird eingefordert, und zugleich geht es darum, die Bereitschaft und Fähigkeit zur Veränderung zu stärken.

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