Mut, Glaube, Neuanfang:Kardinal Woelki besucht Nikolaus-Groß-Haus

Anlass für den Besuch von Kardinal Woelki in der Kalker Jugendeinrichtung war ein Wiedersehen mit einem Bewohner des Hauses, der in der Osternacht 2026 im Kölner Dom durch den Erzbischof getauft wurde. „Mir ist es ein Herzensanliegen, auch über den Gottesdienst hinaus die Menschen zu begleiten, die Kirche neu für sich entdecken“, sagte Kardinal Woelki. In kleiner Runde vertrauten die jungen Erwachsenen dem Kardinal ihren persönlichen Lebensweg an. Sie sind ohne ihre Eltern nach Deutschland gekommen und haben dabei große Herausforderungen bewältigen müssen.
Statt Israel-Reise: Fokus auf Krieg und Flucht „vor der eigenen Haustür“
Eigentlich hatte der Kardinal in der vergangenen Woche eine Reise ins Heilige Land geplant. Aufgrund der anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen war ein Flug nicht möglich und der Erzbischof musste von diesem Vorhaben absehen. Stattdessen rückte für ihn das Thema Krieg und Flucht „vor der eigenen Haustür“ stärker in den Fokus.
Die frei gewordene Zeit nutzte der Erzbischof unter anderem für einen Besuch im Nikolaus-Groß-Haus, das jungen Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung Schutz bietet. Neben Wohnraum erhalten die Bewohnerinnen und Bewohner dort auch Orientierung sowie vielfältige Unterstützung für ihren Alltag in Deutschland.
Die jungen Menschen berichteten von den teils lebensbedrohlichen Umständen ihrer Flucht nach Deutschland, dem Verlassen ihrer Familien, sowie ihren Interessen und ihren beruflichen Zielen. Kardinal Woelki zeigte sich beeindruckt von den Zukunftsplänen der jungen Menschen und sprach ihnen Mut und Gottes Segen für ihren Lebensweg zu. Auch die Bedeutung von Sport und Integration kam zur Sprache, was der Kardinal ausdrücklich unterstrich: „Freunde finden, Kontakte pflegen. Das brauchen wir Menschen!“
Bei einer anschließenden Hausführung erhielt der Erzbischof Einblicke in das vielfältige Angebot der Einrichtung. Neben dem Wohnen steht insbesondere die Förderung von Talenten und die persönliche Entwicklung im Mittelpunkt. Dafür bietet das Haus neben der schulischen Förderung unter anderem einen Fitnessraum, Freizeitmöglichkeiten wie Musik sowie eine Holzwerkstatt. Eine ehemalige Motorradwerkstatt wird derzeit zu einer Fahrradwerkstatt umgebaut, um zusätzliche praktische Lernangebote zu schaffen. Kardinal Woelki dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihre unentbehrliche Arbeit: „Durch Sie wird das Nikolaus-Groß-Haus zu einem Ort, an dem junge Menschen Perspektiven entwickeln und ihren eigenen Weg in die Zukunft finden können. Dafür danke ich Ihnen von Herzen!“
Raum für Glauben und Respekt
Heimleiter Wimar Breuer, der das Nikolaus-Groß-Haus seit rund 40 Jahren prägt, begleitete den jungen Bewohner auf seinem Weg zur Taufe und übernahm zudem die Patenschaft.
Die katholische Ausrichtung des Jugendwohnheims spielt im Alltag eine wichtige Rolle – jedoch nicht im Sinne von Missionierung, wie Breuer betont. Vielmehr gehe es darum, einen offenen Raum zu schaffen, in dem junge Menschen Religion als Teil ihres Lebens erfahren und frei leben können.
„Ich begleite sie ebenso zur Moschee in Ehrenfeld wie zu St. Kunibert“, erklärt Breuer. Entscheidend sei im Haus vor allem ein respektvolles Miteinander. Gegenseitige Rücksichtnahme bilde die Grundlage des Zusammenlebens.
Sichtbares Zeichen dafür ist das Kreuz im Wintergarten nahe dem Eingang. Es steht für die Werte des Hauses: Offenheit, Orientierung und ein respektvolles Zusammenleben unterschiedlicher Menschen und Glaubensrichtungen.
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