Eingeführt wurde der Gebetstag bereits 1989 durch den ökumenischen Patriarchen Dimitrios I. für die orthodoxe Kirche. Damit setzte er früh ein Zeichen für die spirituelle Dimension der Umweltverantwortung.
Im Jahr 2015 griff Papst Franziskus diese Initiative auf und führte den Weltgebetstag offiziell auch in der katholischen Kirche ein. Dies geschah bewusst im Zusammenhang mit seiner wegweisenden Enzyklika Laudato si’, in der er eindringlich zu einem neuen Verhältnis zwischen Mensch, Schöpfung und Gott aufruft.
Papst Franziskus prägte dabei den Begriff der „ökologischen Bekehrung“. Gemeint ist ein Lebensstil, der den Glauben nicht nur im Gebet, sondern auch im konkreten Handeln sichtbar macht – etwa durch nachhaltigen Konsum, achtsamen Umgang mit Ressourcen und Einsatz für Klimagerechtigkeit.
Spirituelle Dimension: Gebet und Verantwortung gehören zusammen
Der Weltgebetstag ist mehr als ein symbolischer Termin im Kalender. Er bringt zentrale christliche Überzeugungen zum Ausdruck:
- Die Erde ist eine Gabe Gottes, kein beliebig nutzbares Gut
- Der Mensch trägt Verantwortung für die gesamte Schöpfung
- Gebet kann der Ausgangspunkt für echte Veränderung sein
- Solidarität gilt besonders den Menschen, die unter Umweltzerstörung am stärksten leiden
Gerade diese Verbindung von Spiritualität und praktischem Handeln macht den Tag so bedeutsam. Er erinnert daran, dass ökologische Fragen immer auch Fragen der Gerechtigkeit und der Nächstenliebe sind.