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1. September: Beginn der ökumenischen Schöpfungszeit:Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung

Baumkronen im Wald in Deutschland
Datum:
26. August 2026
Der Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September ist ein kirchlicher Gedenk- und Gebetstag, der Christinnen und Christen weltweit dazu einlädt, über ihre Verantwortung für die Erde nachzudenken. Im Zentrum stehen Umkehr, Dankbarkeit und ein veränderter Umgang mit Klima und Umwelt.

Angesichts der globalen ökologischen Krisen gewinnt dieser Tag zunehmend an Bedeutung – auch, weil er deutlich macht: Schöpfungsverantwortung ist kein Randthema, sondern Teil des christlichen Glaubens.

Biblischer Ursprung

Ihren Schöpfungsauftrag leitet die Kirche aus dem ersten Buch Mose, Genesis, ab. Im ersten Kapitel heißt es dort: „Gott segnete die Menschen und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Tiere des Meeres, die Vögel des Himmels und alle Lebewesen auf der Erde.“ (Gen 1,28).

„Herrschen“ meint – im Gegensatz zu unserem heutigen Verständnis - fürsorglich leiten, nicht zerstören. Der Mensch ist Verwalter, nicht Besitzer der Schöpfung. Diese Perspektive gewinnt heute neue Aktualität, da die Folgen menschlichen Handelns für die Umwelt immer deutlicher sichtbar werden.

Von der Orthodoxie zur Weltkirche

Eingeführt wurde der Gebetstag bereits 1989 durch den ökumenischen Patriarchen Dimitrios I. für die orthodoxe Kirche. Damit setzte er früh ein Zeichen für die spirituelle Dimension der Umweltverantwortung.

Im Jahr 2015 griff Papst Franziskus diese Initiative auf und führte den Weltgebetstag offiziell auch in der katholischen Kirche ein. Dies geschah bewusst im Zusammenhang mit seiner wegweisenden Enzyklika Laudato si’, in der er eindringlich zu einem neuen Verhältnis zwischen Mensch, Schöpfung und Gott aufruft.

Papst Franziskus prägte dabei den Begriff der „ökologischen Bekehrung“. Gemeint ist ein Lebensstil, der den Glauben nicht nur im Gebet, sondern auch im konkreten Handeln sichtbar macht – etwa durch nachhaltigen Konsum, achtsamen Umgang mit Ressourcen und Einsatz für Klimagerechtigkeit.

Spirituelle Dimension: Gebet und Verantwortung gehören zusammen

Der Weltgebetstag ist mehr als ein symbolischer Termin im Kalender. Er bringt zentrale christliche Überzeugungen zum Ausdruck:

  • Die Erde ist eine Gabe Gottes, kein beliebig nutzbares Gut
  • Der Mensch trägt Verantwortung für die gesamte Schöpfung
  • Gebet kann der Ausgangspunkt für echte Veränderung sein
  • Solidarität gilt besonders den Menschen, die unter Umweltzerstörung am stärksten leiden

Gerade diese Verbindung von Spiritualität und praktischem Handeln macht den Tag so bedeutsam. Er erinnert daran, dass ökologische Fragen immer auch Fragen der Gerechtigkeit und der Nächstenliebe sind.

Die „Schöpfungszeit“: Ein Monat für die Erde

Der 1. September markiert zugleich den Beginn der ökumenischen „Schöpfungszeit“ (Season of Creation), die bis zum 4. Oktober dauert – dem Gedenktag des heiligen Franz von Assisi, dem Patron der Umwelt und Tiere.

In dieser Zeit gestalten viele Gemeinden besondere Gottesdienste, organisieren Bildungsangebote oder laden zu sogenannten „Schöpfungsspaziergängen“ ein. Themen wie Nachhaltigkeit, Frieden und globale Verantwortung werden dabei bewusst miteinander verknüpft. Die Schöpfungszeit macht deutlich: Der Einsatz für die Umwelt ist keine kurzfristige Aktion, sondern ein dauerhafter Auftrag.

Generationengerecht handeln

Wie dieser Auftrag konkret umgesetzt werden kann, zeigt das Erzbistum Köln, das 2026 einen umfassenden Nachhaltigkeitsplan veröffentlicht hat, der den Weg zu einem klimapositiven und schöpfungsfreundlichen Handeln vorgibt. Er basiert im Wesentlichen auf den Erfahrungen und dem Engagement zahlreicher Haupt- und Ehrenamtlicher. Mit den 23 im ersten Jahr formulierten konkreten Maßnahmen wird damit auf das Ziel des Erzbistums hingearbeitet, generationengerecht zu handeln und Verantwortung langfristig zu verankern.

Hummel sammelt Nektar von einer Himbeerblüte

Die Aktivitäten zur Bewahrung der Schöpfung im Nachhaltigkeitsplan lassen sich den insgesamt fünf Handlungsfeldern Mensch, Gebäude, Kirchenland, Mobilität und Beschaffung zuordnen. Zu den Zielen gehören unter anderem die schnellstmögliche Beendigung der Emissionen aus Treibhausgasen und die Reduzierung des Verbrauchs von materiellen und energetischen Ressourcen auf ein ökologisch verträgliches Maß. Die biologische Vielfalt der Natur gilt es zu erhalten und die Folgen des Klimawandels durch Anpassungsmaßnahmen abzuschwächen.

Verantwortung als christlicher Auftrag

Seit der Veröffentlichung der Vision Schöpfungsverantwortung im Jahr 2020 sind immer mehr Haupt- und Ehrenamtliche im Erzbistum Köln im Umwelt- und Klimaschutz aktiv; so wurden z.B. insgesamt bereits 78 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung über 1,5 MW auf Dächern kirchlicher Gebäude installiert (Stand März 2026). Darüber hinaus wurde eine Richtlinie zum nachhaltigen Bau und Betrieb von Gebäuden veröffentlicht und mit dem Programm Biodiversität in Kirchengemeinden (BiCK) zahlreiche Projekte gefördert.

Der Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung macht somit deutlich: Christlicher Glaube und Verantwortung für die Umwelt gehören untrennbar zusammen. Er verbindet Gebet und Handeln, Spiritualität und konkrete Maßnahmen. Für die Kirche als „Wohnung Gottes unter den Menschen“ und für alle Christen sollte die Bewahrung der Schöpfung kein Nebenthema, sondern Teil der christlichen Berufung sein. Christlicher Glaube bedeutet daher auch: Verantwortung für das, was Gott gut geschaffen hat.

Aktions-Plakat 'Auf den Spuren des hl. Franziskus'

Klima+Kirche: Auf den Spuren des heiligen Franziskus

Die Schöpfungszeit vom 1. September bis zum 4. Oktober 2026 widmet der Fachbereich Schöpfungsverantwortung im Erzbistum Köln in besonderer Weise dem Heiligen Franziskus von Assisi (1181/82-1226), dessen Tod in diesem Jahr zum 800. Mal gedacht wird.

Es wurde ein buntes Programm mit sieben einfachen Mitmach-Aktionen vorbereitet, die ganz unterschiedliche Zugänge zur Person, zum Leben und zur besonderen Spiritualität des Heiligen Franziskus bieten. Die Angebote eignen sich sowohl zum ganz individuellen Entdecken als auch zum gemeinschaftlichen Erkunden in den verschiedenen Gemeindegruppen oder im Familien- und Freundeskreis.

Ein Klick vergrößert das Poster, das eine Übersicht über die Aktionen bietet.

Katholische öffentliche Büchereien

Der Fachbereich Katholische öffentliche Büchereien hat anlässlich des 800. Todestages des hl. Franz von Assisi eine Auswahl an Medien und Aktionen zusammengestellt. Die Aktionsseite ist Teil des Franziskus-Projekts des Fachbereichs Schöpfungsverantwortung.

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Übersicht: AusZeit – Online-Magazin des Erzbistums Köln

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