Präventionsfachkraft

Präventionsfachkraft

Jeder kirchliche Rechtsträger benennt mindestens eine geeignete Person, die gemäß der Präventionsordnung trägerspezifische präventionspraktische Bemühungen befördert und die nachhaltige Umsetzung des Schutzauftrags gegenüber den anvertrauten Minderjährigen unterstützt.

Die Präventionsfachkraft übernimmt folgende Aufgaben:

  • kennt die Verfahrenswege bei Verdachtsmeldungen sowie interne und externe Beratungsstellen und kann Mitarbeitende und ehrenamtlich Tätige darüber informieren;
  • fungiert als Ansprechpartner für Mitarbeitende sowie ehrenamtlich Tätige bei allen Fragen zur Prävention sexualisierter Gewalt;
  • unterstützt den Rechtsträger bei der Erstellung und Umsetzung der institutionellen Schutzkonzepte;
  • bemüht sich um die Platzierung des Themas in den Strukturen und Gremien des Rechtsträgers;
  • berät bei Planung, Organisation und Durchführung von Präventionsprojekten und Maßnahmen zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen;
  • trägt mit Sorge dafür, dass bei Angeboten und Maßnahmen für Minderjährige und schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene qualifizierte Personen zum Einsatz kommen;
  • benennt Fort- und Weiterbildungsbedarf im Kontext der Prävention sexualisierter Gewalt;
  • ist Kontaktperson vor Ort für den Präventionsbeauftragten der Erzdiözese.

Präventionsfachkraft

Eine Präventionsfachkraft ist eine durch einen Träger bzw. eine Einrichtung benannte und durch die Koordinationsstelle für Prävention qualifizierte Person, die den Träger bzw. die Einrichtung bei der Umsetzung der Präventionsmaßnahmen gemäß Präventionsordnung berät und unterstützt. Im Verdachtsfall übernimmt sie eine Lotsenfunktion, d.h. sie kennt die Verfahrenswege und kann Beratungsstellen benennen, um betroffenen Personen zeitnah professionelle Hilfe zukommen lassen zu können.

Kirchenrechtliche Grundlage „Präventionsfachkraft“

Der § 12 der „Ordnung zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen (Präventionsordnung)“ schreibt den Einsatz sogenannter "Präventionsfachkräfte" bei allen kirchlichen Rechtsträgern vor: 

§ 12 Präventionsfachkraft

(1) Jeder kirchliche Rechtsträger benennt eine oder mehrere für Präventionsfragen geschulte Person(en), die den Träger bei der nachhaltigen Umsetzung des institutionellen Schutzkonzepts berät und unterstützt. Die Bezeichnung lautet "Präventionsfachkraft". 

(2) Mehrere kirchliche Rechtsträger können gemeinsam eine Präventionsfachkraft bestellen.

 

Zur differenzierten Beschreibung der Aufgaben und Rolle dieser Fachkraft wurden im Erzbistum Köln Ausführungsbestimmungen erlassen: 

  1. Jeder kirchliche Rechtsträger benennt mindestens eine geeignete Person, die aus der Perspektive des jeweiligen Rechtsträgers eigene präventionspraktische Bemühungen befördert und die nachhaltige Umsetzung der von der Präventionsordnung und den dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen vorgegebenen Maßnahmen unterstützt. Die Person kann ein Mitarbeitender oder ehrenamtlich Tätiger sein; sie muss Einblick in die Strukturen des Rechtsträgers haben. Die Bezeichnung lautet „Präventionsfachkraft“. Mehrere kirchliche Rechtsträger können gemeinsam eine Präventionsfachkraft bestellen. Der kirchliche Rechtsträger setzt den Präventionsbeauftragten der Erzdiözese über die Ernennung schriftlich in Kenntnis.
  2. Als Präventionsfachkraft kommen Personen in Frage, die eine pädagogische, psychologische oder beraterische Ausbildung bzw. Zusatzqualifikation abgeschlossen haben.
  3. Die Teilnahme an einer Qualifizierungsmaßnahme zur Präventionsfachkraft ist verpflichtend. Während der Tätigkeit lädt der Präventionsbeauftragte, in Zusammenarbeit mit Spitzen- bzw. Dachverbänden, zu Austauschtreffen und kollegialer Beratung ein. Der Rechtsträger trägt Sorge dafür, dass die Präventionsfachkraft im angemessenen und erforderlichen Rahmen an den Treffen teilnimmt.
  4. Die Präventionsfachkraft übernimmt folgende Aufgaben:
    • kennt die Verfahrenswege bei Verdachtsmeldungen sowie interne und externe Beratungsstellen und kann Mitarbeitende und ehrenamtlich Tätige darüber informieren; 
    • fungiert als Ansprechpartner für Mitarbeitende sowie ehrenamtlich Tätige bei allen Fragen zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt;
    • unterstützt den Rechtsträger bei der Erstellung und Umsetzung der institutionellen Schutzkonzepte;
    • bemüht sich um die Platzierung des Themas in den Strukturen und Gremien des Rechtsträgers;
    • berät bei Planung, Organisation und Durchführung von Präventionsprojekten und Maßnahmen für Minderjährige und schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene aus Sicht der Prävention gegen sexualisierte Gewalt; 
    • trägt mit Sorge dafür, dass bei Angeboten und Maßnahmen für Minderjährige und schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene qualifizierte Personen zum Einsatz kommen; 
    • benennt aus präventionspraktischer Perspektive Fort- und Weiterbildungsbedarf;
    • ist Kontaktperson vor Ort für den Präventionsbeauftragten der Erzdiözese.

Die Durchführung der unter VI. Ausführungsbestimmungen zu § 9 PrävO genannten Intensiv- und Basisschulungen kann zum Aufgabenbereich gehören, wenn die benannte Person an einer diözesanen Ausbildung zum Schulungsreferenten im Bereich Prävention von sexualisierter Gewalt teilgenommen hat oder eine gleichwertige Ausbildung vorweisen kann.