Seelsorge in Zeiten von Corona

Altenheimseelsorge in Zeiten von Corona

Liebe Besucherinnen und Besucher,

Sie sind auf der Suche nach Anregungen und Materialien, die helfen diese Zeit zu bestehen und zu gestalten. Was finden Sie hier?

  • Stellungnahmen, die Sie unterstützen ethisch verantwortungsvoll zu handeln;
  • Impulse für das Gebet alleine oder in Gemeinschaft;
  • Ideen für die Einzelbegleitung  
  • kleine Aus-Zeit-Impulse für Mitarbeitende und viele weitere hilfreiche Tipps

Die vorgestellten Materialien wollen Ihnen helfen, sich selbst und die Ihnen anvertrauten Menschen gut durch diese Zeit der Unsicherheit zu begleiten.

Wenn Sie Angebote zu den Zeiten des Kirchenjahres suchen, finden Sie diese hier...

Gerne nehmen wir Ihre Fragen und Wünsche entgegen.

Gegen die soziale Isolation

Je länger die Beschränkungen in den Einrichtungen durch Corona andauern, desto deutlicher wird, dass Anrufe und Video-Anrufe den direkten Kontakt zu anderen Menschen nicht ersetzen können. Wir unterstützen deshalb Initiativen, die sich für eine verantwortbare Öffnung der Einrichtungen für Angehörige und Zugehörige einsetzen. 

Gebete und Gottesdienste in Zeiten von Corona

Gebet zum Heiligen Geist um Kraft in schwieriger Zeit
(Wechselgebet, auch alleine zu beten!)

V: Das Leben hat sich total verändert. Diese beispiellose Krise stellt
uns auf eine lange und harte Probe. Sie ist eine große Herausforderung.
Damit dein Geist, guter Gott, in uns lebendig und wirksam
bleibt, darum beten wir gemeinsam: Stärke uns, o Heiliger Geist!
Wir antworten jeweils mit „Stärke uns, o Heiliger Geist.“
A: Stärke uns, o Heiliger Geist.
V: Wenn wir ängstlich, misstrauisch oder zerknirscht sind
A: stärke …
V: Wenn wir uns einsam und verlassen fühlen
A: Stärke …
V.: Wenn alles bisher Gültige zerbricht
A: Stärke …
V: Wenn uns die Sorgen des Alltags gefangen halten
A: Stärke…
V: Wenn wir zweifeln und nicht mehr glauben können
A: Stärke …
V: Wenn alles aussichtslos erscheint
A: Stärke …
V: Wenn uns die Kraft und der Mut verlässt
A: Stärke ...
V: Wenn wir nicht mehr hoffen können
A: Stärke …
V: Mit dir, guter Geist, kann die Hoffnung wieder in uns lebendig
werden und wir können an einen neuen Anfang glauben.
Mit dir, guter Geist, kann unser Leben sich irgendwann aus der
Erstarrung lösen und neu aufblühen. -
AMEN

DP 3/2020, nach GL 675,5

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Was ist los in der Welt; was wird noch werden?
Wann hat es ein Ende?
So viele Fragen, die mich quälen, oh Gott!
Und ständig neue Nachrichten und Bestimmungen,
Verbote und Einschränkungen, die uns belasten, auch wenn sie nötig sind.
Ich mache mir Sorgen.

Ach, Gott, hör mich an und neige dich mir zu.
So will ich dich bitten -
- für die Menschen, die mir nahestehen, die zu mir gehören
- für die Menschen, die jeden Tag für uns arbeiten und sorgen
- für die, die jetzt alleine sterben.
Sei du an ihrer Seite.

Gott, fast möchte ich schreien!
Erhebe dich, komm, zeige dich und führ uns heraus und hindurch.
Gott, hör mich, schau mich an und steh mir bei.
Meine und unsere Not ist groß.

Aber du, Herr, bist mein Hirte, wie es in Psalm 23 heißt:
Führe uns durch dieses dunkle Tal!
Vertreibe mit deinem Stock und Stab alle Angstmacher,
in mir selbst, und auch die, die draußen lauern.
Zeige uns deinen Weg
und führe uns zu unseren Quellen, die uns Kraft geben.
Lass uns irgendwann wieder Ruhe finden.

Sei du unser guter Hirt und bleibe bei uns, wenn es Abend wird.
Sei du unser guter Hirt und bleibe bei uns, wenn wir uns allein fühlen.
Sei du unser guter Hirt und bleibe bei uns, wenn wir unsicher sind.
Bleibe bei uns Herr und sei uns Halt und Licht!

Dann kann ich in den alten Psalm einstimmen:
Der HERR ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen Auen und
führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Meine Lebenskraft bringt er zurück. Er führt mich auf
Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen. Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, ich
fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab, sie trösten mich.
Ja, Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang und heimkehren werde ich ins Haus
des HERRN für lange Zeiten.
(Ps 23,1-4.6)

So segne mich und alle, die mir nahe stehen und die sich um mich sorgen,
der gute und der treue Gott:
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

DP März 2020

Jesus,
unser Gott und Heiland,
in einer Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt 
kommen wir zu Dir und bitten Dich: 

  • für die Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert wurden und erkrankt sind;
  • für diejenigen, die verunsichert sind und Angst haben;
  • für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind und sich mit großem Einsatz um die Kranken kümmern;
  • für die politisch Verantwortlichen in unserem Land und international, die Tag um Tag schwierige Entscheidungen für das Gemeinwohl treffen müssen;
  • für diejenigen, die Verantwortung für Handel und Wirtschaft tragen;
  • für diejenigen, die um ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz bangen;
  • für die Menschen, die Angst haben, nun vergessen zu werden;
  • für uns alle, die wir mit einer solchen Situation noch nie konfrontiert

Herr, steh uns bei mit Deiner Macht,
hilf uns, dass Verstand und Herz sich nicht voneinander trennen.
Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts, der Solidarität und der Sorge füreinander. Hilf, dass wir uns innerlich nicht voneinander entfernen.
Stärke in allen die Fantasie, um Wege zu finden, wie wir miteinander in Kontakt bleiben. 

Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind,
um uns in der konkreten Begegnung als betende Gemeinschaft zu erfahren,
so stärke in uns die Gewissheit, dass wir im Gebet durch Dich miteinander verbunden sind. 

Wir stehen in der Fastenzeit.
In diesem Jahr werden uns Verzichte auferlegt,
die wir uns nicht freiwillig vorgenommen haben und
die unsere Lebensgewohnheiten schmerzlich unterbrechen. 

Gott, unser Herr, wir bitten Dich:
Gib, dass auch diese Fastenzeit uns die Gnade schenkt, 
unseren Glauben zu vertiefen und unser christliches Zeugnis zu erneuern,
indem wir die Widrigkeiten und Herausforderungen, die uns begegnen, annehmen
und uns mit allen Menschen verstehen als Kinder unseres gemeinsamen Vaters im Himmel. 
Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

***  

Es können ein Vater unser und ein Gegrüßet seist du, Maria angefügt werden. 

© Gebet von Bischof Dr. Stephan Ackermann
Bistum Trier

Für andere zu beten legt sich in Zeiten einer Pandemie nahe. 
Hier finden Sie ein Beispiel für fürbittendes Gebet.

Die Fürbitte kann im Gottesdienst verwendet oder als Gebetszettel aufgelegt werden.

Beten wir für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die Angst haben vor einer Infektion,
für alle, die sich nicht frei bewegen können,
für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,
für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmittel suchen,
dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.

(Stilles Gebet)

Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind, 
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

© Martin Conrad, Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung. 
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.

Bitte tröste jene, die jetzt trauern. 
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind. 
Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht. 
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit. 
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Dass Du allein ewig bist.
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir. 

Danke

© Verfasser: Johannes Hartl

... der Tagesrückblick nach Ignatius von Loyola. – Nehmen Sie sich 10 bis 15 Minuten Zeit. Suchen Sie sich einen Platz, an dem Sie ungestört sind. Kommen Sie zur Ruhe, auch mit dem Körper.

  1. Danken Sie Gott für das eigene Geschöpfsein und für seine Gegenwart in
    Ihrem Leben.
  2. Bitten Sie Gott, sich und den Tag ehrlich anschauen zu können.
  3. Gehen Sie den Tag (z.B. Stunde um Stunde) durch. Erinnern Sie sich - ohne
    zu werten - an Ihre Tätigkeiten, Begegnungen, Gefühle, Gedanken usw. Wo
    empfinden Sie Freude und Trost? Wo empfinden Sie Ärger oder Unzufriedenheit;
    was war schmerzlich oder enttäuschend?
  4. Sprechen Sie mit Gott: Danken Sie für alles, was gut und gelungen war.
    Bitten Sie um Trost oder Versöhnung für das, was dunkel oder schuldhaft war.
    Vertrauen Sie sich mit allem Gottes Liebe an.
  5. Schauen Sie auf den nächsten Tag: Was haben Sie vor? Vertrauen Sie Gott
    Ihre Hoffnungen und Befürchtungen an.
  6. Schließen Sie mit einem Vaterunser.

Das Vergissmeinnicht erinnert uns heute an die Personen, die in den Pflegeeinrichtungen oder auch zu Hause nahe bei den Menschen sind. Sie versorgen kranke, behinderte und alte Menschen und stehen ihnen auf vielfältige Weise bei. Ihre Arbeit ist sehr anstrengend und birgt gerade in dieser Krisenzeit ernste Gefahren. Wir möchten nun an sie denken und ihnen durch unser Gebet den Segen Gottes zusprechen.

Den gesamten Ablauf der Andacht mit Liedern und Geteten finden Sie hier...

Ein Vorschlag in Zeiten der Pandemie, in denen ein gemeinschaftliches Gedenken in Wohnbereichen/ Kapellen der Altenheime nicht möglich ist(in Anlehnung an die Aktionskarte der Altenheimseelsorge im Erzbistum Köln „Verabschiedung von Verstorbenen im Türrahmen“).

Den gesamten Ablauf des Gedenkgottesdienstes mit Liedern und Geteten finden Sie hier...

Vorbereitung

  • - die Kapelle oder einen Raum herrichten 
  • - Stuhlkreis mit Blick auf ein Kreuz an der Wand oder ein Standkreuz
  • - Osterkerze
  • - Handy mit Kirchenglocken oder eine Handglocke
  • - Lied-Blätter, wenn nötig 
  • - Bibel

Den gesamten Ablauf des Wortgottesdienstes mit Liedern und Geteten finden Sie hier...