Taufgottesdienst

Die Feier des Taufgottesdienstes

So ein Taufgottesdienst ist immer ein besonderes Erlebnis. Die Liturgie der Tauffeier ist voll von jahrhundertealten Ritualen. Wir erklären hier den Ablauf des Gottesdienstes und beschreiben, was es mit den Zeichen und Gesten auf sich hat. Ausserden finden Sie hier Lesungstexte und mögliche Lieder zur Auswahl.

Zeichen und Symbole im Taufgottesdienst

Wasser ist Leben, das wissen wir. Ohne Wasser könnten wir nicht leben. Das wird uns besonders in den Regionen auf der Erde schmerzhaft bewusst, wo Wassermangel herrscht. So steht das Wasser in der Liturgie der Taufe symbolisch für das neue Leben, in das Gott uns ruft.

Der Text des Lobpreises über dem Wasser, der im Taufgottesdienst gebetet wird, ist eine Zusammenfassung der Heilsgeschichte Gottes mit seinem Volk. Er benennt die zentralen Ereignisse aus dem Alten und Neuen Testament, in denen das Symbol Wasser für die Rettung durch Gott steht. Damit macht dieser Lobpreis deutlich, dass die Taufe Rettung und Heil verspricht aus der Erfahrung des Volkes Gottes.

Das dreimalige Übergießen oder Untertauchen erinnert an den christlichen Glauben an den dreifaltigen Gott. Die ursprüngliche Form ist das Untertauchen. Es symbolisiert das Sterben und durch das Auftauchen die Auferstehung. In einigen Kirchen gibt es auch heute noch (oder wieder) so genannte Baptisterien, große Becken im Boden, in denen die Taufe durch Untertauchen gespendet werden kann.

In der Osternacht wird die dunkle Kirche durch das Hereintragen der Osterkerze mit Licht erfüllt. An dieser Osterkerze wird die Taufkerze entzündet. Die Osterkerze ist ein Symbol für Christus, das Licht der Welt. Licht gibt Orientierung, Licht spendet Wärme. So wie das Licht der Osterkerze auf die Taufkerze übergeht, kann ihr Kind Orientierung und Wärme (Geborgenheit) bei Jesus Christus finden.

Eine Kerze zu entzünden kann Menschen helfen zur Ruhe zu kommen, im Alltag genau so, wie angesichts von Leiden und Katastrophen. Oft ist es die einfachste Form eines Gebetes.

Salbung mit wohlriechendem Öl. Das tut gut. Das ist angenehm, lädt ein zum Spüren. Die Bibel erzählt davon, dass Könige mit diesem Öl gesalbt wurden. Ihr Kind hat eine königliche Würde. Diese Würde kann es einsetzen, umprophetisch einzutreten für eine gerechte Welt, um den Alltag mit Sinn zu erfüllen, um Gott zu loben.

Das Chrisam besteht hauptsächlich aus Olivenöl, dem besondere Duftstoffe beigemischt werden. Unser Erzbischof weiht das Chrisam am Montag in der Karwoche in einer besonderen Messe im Kölner Dom. Es wird verwendet zur Salbung bei den Sakramenten der Taufe, der Firmung und der Priesterweihe. Ein neuer Altar in einer Kirche wird ebenfalls mit Chrisam gesalbt.

Wenn jemand eine „weiße Weste“ hat, bedeutet das, dass ihn keine Schuld trifft. Unsere Umgangssprache greift hier sehr schön auf, wofür das Taufkleid steht. Es erinnert an die Reinheit der Neugetauften. Durch die Taufe können Sie auf das Gute im Leben bauen und das Böse lassen. Das Böse, oder die Schuld, werden in diesem Bild mit Schmutz gleichgesetzt, der das Leben verunreinigt.

In der frühen Kirche trugen die neu getauften Erwachsenen eine Woche lang weiße Gewänder. Die Taufe fand damals immer in der Osternacht statt. Deswegen nennen wir den Sonntag nach Ostern heute noch den „Weißen Sonntag“, der den Tag markiert, an dem die Neugetauften ihre weißen Kleider wieder ablegten.

Es ist ein uraltes Zeichen: das Kreuzzeichen. Von den ersten Tagen der Christen an wurden Erwachsene, die sich auf den Weg zur Taufe machten, mit diesem Zeichen begrüßt. Der Taufspender begrüßt das Kind in der Gemeinschaft der Kirche. Zugleich ist das Kreuzzeichen ein Segenszeichen. Als Eltern und Paten dürfen Sie es im Taufgottesdienst ihrem Kind auf die Stirn schreiben. Aber auch im Alltag, vielleicht vor dem Schlafen gehen, später, wenn es das Haus verlässt auf dem Weg in die KiTa, können Sie Ihr Kind mit diesem Zeichen segnen.

„Der Name ist Programm“ sagt man so oft. Selbstverständlich ist der Name des Kindes längst bekannt. Die Taufe ist keine Feier der Namensgebung. Dennoch nehmen wir uns zu Beginn des Gottesdienstes die Zeit, den Namen des Kindes noch einmal bewusst zu machen. Der Name gehört untrennbar zur Person ihres Kindes.

Wenn es in der Bibel heißt: „Hab keine Angst, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du gehörst mir.“ (Jesaja 43,1) dann meint Gott ihr Kind ganz persönlich. So, wie es ist. Diese unbedingte Annahme (= Liebe) Gottes spürbar werden zu lassen ist Ihre Aufgabe als Eltern und Paten.

Beim so genannten Effata - Ritus berührt der Taufspender die Augen, die Ohren und den Mund des Kindes, um sie symbolisch zu öffnen (Effata = Öffne dich).

Natürlich sind die Augen, die Ohren und der Mund ihres Kindes schon geöffnet, funktionieren schon. Hier geht es im übertragenen Sinn um das Offenwerden für das Wort Gottes. Gott will das Heil für alle Menschen, aber manchmal stellen wir uns taub, wenn ein Anderer um Hilfe ruft. Wir schauen weg, wenn jemanden Unheil erfährt. Und wir schweigen, wenn wir um der Menschen Willen protestieren sollten.

Der Effata-Ritus will uns daran erinnern, dass wir als Christen dazu berufen sind, uns zu öffnen. Dass wir auf den Ruf der Leidenden hören, dass wir hinsehen, wo jemandem Unrecht geschieht. Und, dass wir nicht müde werden, unserer Stimme zu erheben und dafür einzustehen, dass Gott das Heil für alle Menschen will. So wie es der heilige Franziskus gesagt hat: „Verkünde das Evangelium. Wenn nötig, nimm Worte dazu.“