Drei Fragen an... Pfarrer Christoph Heinzen und Tobias Weyler:Format „Wieso? Weshalb? Warum?“ erklärt den Ablauf einer Heiligen Messe

Wie ist die Idee zu den Abenden über die Heilige Messe entstanden?
Christoph Heinzen: Diese Idee ist tatsächlich nicht neu. Als Kaplan habe ich diese Reihe bereits 2014 in St. Bonifatius in Düsseldorf-Bilk durchgeführt, ausgehend von meiner eigenen Erfahrung aus der Kinder- und Jugendzeit, regelmäßig die Messe mitzufeiern, aber bei vielen Elementen gar nicht zu wissen, warum was an welcher Stelle in dieser Weise vollzogen wird. Mir war (fast) alles vertraut, aber nur wenig hatte ich wirklich durchschaut. Und als Kaplan dachte ich, dass es vielen Mitfeiernden in der Messe genauso gehen könnte und habe diese Reihe entwickelt, die damals schon großen Anklang gefunden hat.
Tobias Weyler: Als begeisterter Ministrant hätte ich vor 20 Jahren selbst im Publikum gesessen. Über die Faszination für Liturgie bin ich zum Theologiestudium und zur Liturgiewissenschaft gekommen und freue mich, wenn ich das jetzt für Andere so fruchtbar machen kann. Da habe ich direkt zugesagt mitzumachen.
Auf welchen liturgischen „Aha-Moment“ dürfen sich die Teilnehmenden der Veranstaltung freuen?
Tobias Weyler: Was ein Aha-Moment wird, ist wohl individuell. Ich hoffe, dass die Teilnehmenden sich in den kommenden Messfeiern an viele kleine Aha-Momente zu diesem oder jenem Teil erinnern, sich freuen und die Messe mit noch mehr Elan mitfeiern.
Christoph Heinzen: Das stimmt. Ich denke, dass für viele ein Aha-Moment sein könnte zu verstehen, wie großartig durchdacht und komponiert die Liturgie in ihren einzelnen Vollzügen ist und wie viel Sinn und Tiefe manche Stelle in der Messe beinhaltet, die man vorher nicht so gesehen hat. Und ich bin mir sicher, dass viele am Ende ein Verständnis oder zumindest ein Gespür dafür entwickeln werden, welchen Stellenwert die eine Stunde am Sonntag oder Samstagabend für ihr Leben wirklich besitzt.
Was verändert sich, wenn man den tieferen Sinn hinter den Riten versteht?
Christoph Heinzen: Mir ist es ein Anliegen, dass alle Gläubigen tätig, voll und bewusst mitfeiern. Dafür braucht es eine grundlegende Kenntnis von dem, wie und was wir in der Messe vollziehen. Als Pfarrer freue mich über eine versammelte Gemeinde, die wirklich mit Herz und Seele den Ritus mitvollzieht.
Tobias Weyler: Als ich anfing, mich intensiver damit zu beschäftigen, hat es mir mehr Sicherheit gegeben, nicht nur für den Ministrantendienst. Zudem wurde ich sensibler für die vielen kleinen und großen Elemente in der Feier. Ich konnte mich mehr hineinfallen lassen. So hat sich mir eine ganz neue Welt aufgetan: Christus ist gegenwärtig, er spricht zu uns, wir begeben uns in seinen Tod und seine Auferstehung hinein und gehen als gewandelte Menschen in unseren Alltag, zu den Menschen. Was ein Schatz!
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