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800. Todestag des Franz von Assisi:Hl. Franziskus: Bewahrung der Schöpfung und Einsatz für die Armen

Von:
Matthias Chrobok
Datum:
22. Sept. 2026
Steinstatue eines Mönchs mit Buch in sonnigem Hof neben einer Pflanze
2026 liegt der Tod des heiligen Franz von Assisi genau 800 Jahre zurück. Zu diesem besonderen Jubiläum waren in Assisi die Gebeine eines der bekanntesten Heiligen der Kirchengeschichte zur Verehrung ausgestellt. Wer der heilige Franziskus war und wie er auch heute noch als Heiliger wirkt.

Seine Liebe zur Schöpfung, seinen Einsatz für die Armen und seinen Wunsch, ganz nach dem Evangelium zu leben, zeichneten ihn aus: Das Leben des heiligen Franziskus (oder auch Franz von Assisi) war geprägt von einer tiefen inneren Umkehr, großer Freude und einem außergewöhnlichen Vertrauen auf Gott.

Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers 

Franziskus wurde um das Jahr 1181/82 in der italienischen Stadt Assisi in Umbrien geboren. Als Giovanni di Pietro di Bernardone wuchs er als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers auf. Seine Mutter Johanna Pica stammte vermutlich aus Frankreich. Aufgrund der Herkunft seiner Mutter wurde er Francesco („kleiner Franzose“) genannt. Noch heute lassen sich Teile seines Elternhauses und das Zimmer seiner Geburt besichtigen

In seiner Jugend ließ sich Franziskus keine Feier entgehen, trug schöne Kleidung und träumte davon, Ritter zu werden und Ruhm zu erlangen.

Gefangenschaft und Krankheit prägen ihn

Dieser Traum vom Rittertum erlebte während des Krieges zwischen Assisi und Perugia 1202 eine leidvolle Unterbrechung. Franziskus wurde gefangen genommen und verbrachte ein Jahr im Gefängnis. Eine Erkrankung und eine Pilgerreise nach Rom führten dazu, dass er begann, über den Sinn des Lebens nachzudenken und wie er seines gestalten wolle.

Im Jahr 1205 dann das zentrale Ereignis: In der Kirche San Damiano hörte Franziskus die Stimme Jesu Christ am Kreuz, der zu ihm gesagt haben soll: „Franziskus, stelle mein verfallenes Haus wieder her!“ 

Franziskus verstand dies wörtlich und verkaufte sein Hab und Gut, damit er die Kapelle von San Damiano wiederherstellen konnte – sehr zum Groll seines Vaters, der ihn daraufhin enterben wollte. Der nun Bekehrte kam ihm jedoch zuvor und sagte sich von seinem Erbe los – er soll sich ausgezogen und nackt aus Assisi gerannt sein. Der „Poverello“, der „Ärmste der Armen“ aus Assisi, war geboren.

Franziskus wendet sich den Kranken zu

Dieser Entscheidung folgen weitere: Ein entscheidender Moment seines Lebens war die Begegnung mit einem Aussätzigen. Franziskus, der sich zuvor vor Kranken und Armen gefürchtet hatte, überwand seinen Ekel, umarmte den Mann und kümmerte sich um ihn. 

Immer mehr Menschen fühlten sich indes von der Lebensweise Franziskus‘ angezogen. Gemeinsam mit seinen ersten Gefährten gründete er schließlich den Orden der Minderbrüder, die später als Franziskaner bekannt werden. 1210 pilgerten sie nach Rom zu Papst Innozenz III. und erhalten die Bestätigung des Ordens. Ihr Ziel war es, ein einfaches Leben zu führen, zu beten, zu predigen und den Armen zu dienen.

Andere taten es ihm gleich: 1212 gründete Klara von Assisi, eine Freundin und Gefährtin des heiligen Franziskus, den Klarissenorden, auch Zweiter Orden genannt.

Wundmale Jesu und Dankbarkeit für die Schöpfung

Im Jahr 1224 erhielt Franziskus in einer Vision auf dem Berg La Verna die sogenannten Stigmata – Wundmale Christi an Händen, Füßen und der Seite. Er war damit der erste Heilige der Kirchengeschichte, von dem dies berichtet wird. Für Franziskus war dies Ausdruck seiner tiefen Verbundenheit mit dem leidenden Christus.

Ein zentrales Werk des Heiligen entstand vermutlich im Jahr 1225, als er schon selbst schwer erkrankt war: "Il Cantico delle Creature" oder auch "Cantico di Frate Sole", der so genannten Sonnengesang – ein Gebet, das die Schöpfung preist. Franziskus verfasste den Text als Gebet, aus der Überzeugung heraus, dass alles in seinem Ursprung auf Gott zurückgeht und so verbunden ist – egal, wie klein und gering es sein mag. Diese Demut prägte sein Wesen nachhaltig.

Der Sonnengesang gilt als eines der ältesten Stücke italienischer Literatur und hat bis heute eine tiefe Bedeutung. Die Verbundenheit mit der Schöpfung ist ein Gedanke, der nichts an seiner Aktualität verloren hat.

Bronzestatue eines knienden Mannes, der einem Wolf die Hand reicht.

1226: Tod nahe Assisi

In den Jahren vor seinem Tod litt Franziskus an Erschöpfung und drohte zu erblinden. Davon erholte er sich nicht mehr und starb am 3. Oktober 1226 in der Nähe von Assisi. Bereits zwei Jahre später, am 16. Juli 1228, wurde er heiliggesprochen und gehört bis heute zu einem der meistverehrten Heiligen der Kirche. Sein Grab in der Basilika von Assisi ist ein bedeutender Wallfahrtsort.

Zeit seines Lebens hatte Franziskus nie die Priesterweihe empfangen, sondern blieb Diakon. Sein Gedenktag in der katholischen Kirche ist der 4. Oktober.

Franziskus als Ideal für die Liebe zur Schöpfung

Die Wirkung des heiligen Franziskus reicht bis in die Gegenwart. Sein Ideal von Einfachheit, Frieden und Achtung vor der Schöpfung spricht viele Menschen an – auch außerhalb des Christentums. Besonders in einer Zeit von Umweltkrisen und sozialer Ungleichheit wirkt seine Botschaft überraschend aktuell, nicht nur in seinem Sonnengesang, sondern darüber hinaus. Viele sehen in ihm einen frühen Mahner für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und für ein Leben, das nicht vom Besitz bestimmt wird.

Auch in der Kirche bleibt Franziskus eine prägende Gestalt. Zahlreiche Gemeinschaften und Orden berufen sich auf ihn. Selbst Papst Franziskus wählte seinen Papstnamen bewusst in Erinnerung an Franziskus von Assisi – als Zeichen für Bescheidenheit, Frieden und die Sorge um die Armen.

Bis heute erinnert Franziskus daran, dass wahre Größe nicht im Reichtum oder in Macht liegt, sondern in Liebe, Demut und einem offenen Herzen für Gott und die Mitmenschen. Seine Lebensgeschichte zeigt, wie ein einzelner Mensch durch Glaubwürdigkeit und Hingabe die Welt verändern kann.

2026: 800. Todestag des heiligen Franziskus

Auch im Erzbistum Köln wird der Heilige in seinem Jubiläumsjahr mit Veranstaltungen und Aktionen in den Fokus gerückt.

Klima+Kirche: Auf den Spuren des heiligen Franziskus

Aktions-Plakat 'Auf den Spuren des hl. Franziskus'

Die Schöpfungszeit vom 1. September bis zum 4. Oktober 2026 widmet der Fachbereich Schöpfungsverantwortung im Erzbistum Köln in besonderer Weise dem Heiligen Franziskus von Assisi (1181/82-1226), dessen Tod in diesem Jahr zum 800. Mal gedacht wird.

Es wurde ein buntes Programm mit sieben einfachen Mitmach-Aktionen vorbereitet, die ganz unterschiedliche Zugänge zur Person, zum Leben und zur besonderen Spiritualität des Heiligen Franziskus bieten. Die Angebote eignen sich sowohl zum ganz individuellen Entdecken als auch zum gemeinschaftlichen Erkunden in den verschiedenen Gemeindegruppen oder im Familien- und Freundeskreis.

Ein Klick vergrößert das Poster, das eine Übersicht über die Aktionen bietet.

Katholische öffentliche Büchereien

Der Fachbereich Katholische öffentliche Büchereien hat anlässlich des 800. Todestages des hl. Franz von Assisi eine Auswahl an Medien und Aktionen zusammengestellt. Die Aktionsseite ist Teil des Franziskus-Projekts des Fachbereichs Schöpfungsverantwortung.

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Online-Redaktion

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