Sie gilt als die erste Zeugin der Auferstehung und war laut Bibel die Frau, der Jesus sieben Dämonen ausgetrieben haben soll. Ihr Name leitet sich von ihrer Herkunftsstadt Magdala ab, einem Fischerdorf am See Genezareth.
Maria Magdalena in den Evangelien
Alle vier Evangelien enthalten Berichte über Maria Magdalena. Sie ist die treue Anhängerin Jesu Christi, die den Gottessohn auf seinen Reisen begleitete und ihm diente. Sie ist insbesondere bekannt für ihre Rolle während der Passion und Auferstehung:
- Befreiung und Heilung: Im Lukas-Evangelium (Lk 8,2-3) und im Markus-Evangelium (Mk 16,9) wird berichtet, dass Jesus Maria Magdalena von "sieben Dämonen" befreite. Diese Heilung machte aus ihr eine Anhängerin Jesu.
- Zeugin der Kreuzigung: Maria Magdalena war eine der wenigen Freunde Jesu, die bei der Kreuzigung Jesu anwesend blieben. Während Petrus und die anderen Apostel flohen, wird in den Evangelien von Matthäus, Markus und Johannes die Standhaftigkeit Mariens hervorgehoben.
- Zeugin der Auferstehung: Die Evangelien berichten übereinstimmend, dass Maria Magdalena die erste Person war, die den auferstandenen Christus sah. Im Johannesevangelium (Joh 20,11-18) erscheint ihr Jesus und beauftragt sie, die frohe Botschaft seiner Auferstehung den Jüngern zu verkünden. Aufgrund dieser Rolle nannte sie Thomas von Aquin auch „Apostelin der Apostel“.
Eine weit verbreitete, aber nicht biblisch belegte Annahme ist, dass sie eine reuige Sünderin oder gar eine ehemalige Prostituierte war. Diese Interpretation geht vor allem auf Papst Gregor den Großen im Jahr 591 zurück, der Maria Magdalena mit der anonymen Sünderin aus dem Lukas-Evangelium (Lk 7,36-50) gleichsetzte. Diese Sichtweise wurde jedoch in der neueren Theologie stark in Frage gestellt.





