Der Heilige Apollinaris

Fakten über den Heiligen Apollinaris

  • Gesichert ist, dass er ein Bischof in Ravenna war
  • Lebte im ersten oder zweiten Jahrhundert nach Christus
  • Wurde wegen seines christlichen Glaubens gefoltert
  • Darstellungen in Bischofstracht mit Keule
  • Gedenktag: 23. Juli
  • Stadtpatron von Ravenna, Remagen und Düsseldorf
  • Schutzheiliger des Weines und Wassers, bei Kopfleiden, Epilepsie, Gallen- und Nierensteinen, Geschlechtskrankheiten und Gicht

Der historische Apollinaris war Bischof in Ravenna und lebte im 1. oder 2. Jahrhundert nach Christus. Auch unter Folter blieb er seinem christlichen Glauben treu. Um sein Leben und seine Reliquie ranken sich zahlreiche Legenden.

7. Oktober 2019

Legenden

Die Lebensdaten des heiligen Apollinaris lassen sich aufgrund unterschiedlicher Legenden nicht eindeutig festlegen. So wird einerseits berichtet, dass der heilige Petrus ihn gekannt und persönlich als Bischof in Ravenna eingesetzt hat. Andererseits wird jedoch auch berichtet, dass Apollinaris erst um 200 gelebt hat und Bischof in Ravenna war. Ziemlich sicher ist, dass er aufgrund seines christlichen Glaubens gefoltert wurde. Er widersetzte sich dem Befehl, dem Kaiser, einem Götzen oder dem Gott Jupiter durch Opfergaben zu huldigen, was je nach Legende verschieden beschrieben wird. Allen gleich aber ist, dass Apollinaris trotz fürchterlicher Folter standhaft an seinem christlichen Glauben festhielt. Wahrscheinlich ist er mit einer Keule geschlagen worden, wobei nicht eindeutig ist, ob er dadurch getötet wurde oder ob er nach den Schlägen noch fliehen konnte und weiter missionierte.

In einigen Legenden wird auch von Wundern berichtet, die der heilige Apollinaris vollbracht haben soll. So habe er ein totes Mädchen wieder zum Leben erweckt, einen Blinden sehend und einen Stummen sprechend gemacht. Ebenfalls soll er einen Aussätzigen geheilt haben.

Ebenfalls legendär sind die Geschichten, die von seinen sterblichen Überresten handeln. So bringt 1164 der Erzbischof von Köln Rainald von Dassel per Schiff die Reliquien der heiligen 3 Könige von Mailand nach Köln. Mit an Bord ist auch die Reliquie des heiligen Apollinaris, wobei die tatsächliche Grabstelle des Apollinaris unbekannt war und es damit fraglich ist, ob es sich bei den Gebeinen tatsächlich um die von Apollinaris handelte. Bei Remagen stoppt das Schiff aus ungeklärter Ursache und kann erst wieder weiter fahren als die vermeintliche Apollinarisreliquie abgeladen wurde. Das bestätigt den damaligen Gedanken, dass sich Reliquien ihren Standort selber aussuchen und nur da liegen bleiben, wo sie auch hin wollen. Die Reliquie des heiligen Apollinaris „wollte“ demnach nach Remagen und Remagen wurde daraufhin ein großer Wallfahrtsort.

Zur Weltberühmtheit wurde Apollinaris aufgrund einer Quelle, die seinen Namen trägt. Der Legende nach konnte 1852 Georg Kreuzberg, ein Weinbauer aus Ahrweiler, nicht verstehen, warum an einer bestimmten Stelle in seinem Weinanbaugebiet partout kein Wein wachsen wollte. So bohrte er ein Loch und entdeckte eine Wasserquelle. Als Georg Kreuzberg aufschaute, erblickte er die Statue des Schutzheiligen des Weines, Apollinaris und gab daraufhin der Quelle dessen Namen.

Die Düsseldorfer und ihr Stadtpatron Apollinaris

Detlef Hütten mit seinen Erinnerungen und Anekdoten zum Apollinarisschrein in St. Lambertus in Düsseldorf

Detlef Hütten

Detlef Hütten (geboren 1956) ist in der Düsseldorfer Altstadt direkt neben St. Lambertus aufgewachsen, lebt dort auch heute noch und ist Schützenbruder der St. Sebastianus Schützenbruderschaft

„Für mich ist es, der in St. Lambertus und in der Altstadt groß geworden ist, immer was Fantastisches, diesen Schrein anzuschauen.

Besonders beeindruckend war, als ich als kleiner Junge einmal miterleben durfte, dass das Schloss des Schreins durchgebrochen ist. Da musste jemand aus Köln kommen, damit dieser Schrein repariert werden konnte. Es wurden also die Gebeine, die da drin waren, entnommen. Mit dabei waren der Weihbischof und ein Domkapitular, die diesen Schrein dann vor einigen Zeugen geöffnet haben. Wir als kleine Messdiener waren ganz fasziniert, was in diesem Schrein zu sehen war: Es sind Knochenüberreste, die – wie man nachher festgestellt hat – tatsächlich zu denen passten aus Remagen und Ravenna. Wir haben  im Düsseldorfer Schrein, glaube ich, Oberschenkelknochen, wenn mich nicht alles täuscht und wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe.  Das ist schon so lange her, aber ich durfte mit dabei sein und mit da hinein schauen.

Wir haben als Jungs oft auf dem Stiftsplatz vor St. Lambertus Fußball gespielt und eines Tages erzählten wir stolz einem der Bauarbeiter, der dort den Platz pflasterte und aus Remagen war: „Hier liegt der heilige Apollinaris“. Wir wollten uns natürlich als kleine Jungs besonders hervortun mit unserem Fachwissen. Mit dem Brustton der Überzeugung sagte dann der Bauarbeiter, er würde ja alles glauben, dass in Remagen der Kopf liegt, woanders die Füße und der Rest irgendwo in Ravenna. Wir waren damals ganz enttäuscht, dass er nicht so fasziniert von dem heiligen Apollinaris und seinen Knochen war wie wir.

Für uns Kinder war die Apollinariswoche im Juli immer toll, weil „et war Kirmes im dorp“. Und die Kirmes war für uns das Wichtigste und unser damaliger Pfarrer hatte nichts anderes zu tun als dienstags mit uns Messdienern auf die Kirmes zu gehen. Das war uns natürlich sehr viel angenehmer als immer nur an den heiligen Apollinaris in dieser Woche zu denken. Die Prozession in der Woche war ja schon anstrengend genug für uns, weil die durch die ganze Altstadt ging und das war natürlich ein langer Weg für Kinder.

Bis 1956 war es so üblich, dass die Schützen, die den großen Regimentskönig stellten, den Schrein bei der großen Prozession durch die Stadt tragen durften oder sagen wir besser mussten, denn der Schrein ist nicht leicht. Heutzutage trägt ihn immer die Gesellschaft Reitercorps Wilhelm Marx mit vier Leuten. Man kann den Schrein auf ein Tragegestell aufschrauben, damit der nicht runterfällt.“