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Pfingstnovene: Neun-Tage-Gebet zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten

Richter-Fenster im Südhaus des Kölner Doms
Datum:
12. Mai 2026
Das Pfingstfest wird mit einer besonderen Gebetsform vorbereitet: der Pfingstnovene. In diesem Gebet wird um das Kommen des Heiligen Geistes und seiner sieben Gnadengaben gebetet.

Inhalt des Artikels:

1. Ursprung der Pfingstnovene
2. Einzug in die Liturgie der Kirche
3. Pfingstnovene 2026: "Komm Heilger Geist"

Die Apostelgeschichte im Neuen Testament erzählt vom Pfingstereignis, in dem der Heilige Geist mit Feuerzungen auf die Jünger herabkommt. Sie ziehen danach in die ganze Welt und verkünden das Evangelium. (vgl. Apg. 2,1-41)

In der Pfingstnovene wird an den neun Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten um das Kommen des Heiligen Geistes und seiner sieben Gnadengaben gebetet. Viele Gebete und Gesänge, die früher in der Woche nach Pfingsten standen, hat das Neun-Tage-Gebet übernommen.

Ursprung der Pfingstnovene

Der Begriff Novene bezeichnet eine neuntägige Andacht in der Gläubige unter Anrufung von Heiligen etwas erbitten oder sich auf ein persönliches oder kirchliches Fest vorbereiten. Nach heidnischen Vorformen von neuntägigen Totengedenkfeiern und Bittgebeten im frühen Mittelalter, bildet sich die Novene ab dem 12. Jahrhundert aus. Neben privaten Bittnovenen ist heute noch die Pfingstnovene weit verbreitet.

Bereits im Neuen Testament wird vom Gebet zwischen der Himmelfahrt Jesu und der Sendung des Heiligen Geistes an Pfingsten berichtet. Im Pfingstbericht in der Apostelgeschichte heißt es, die Aposteln kehrten in die Stadt Jerusalem zurück, gingen in das Obergemach und verharrten dort mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern im einmütigen Gebet. (Apg 1,13-14) Ob das Novenengebet aus der Gebetsversammlung der Aposteln entstand, ist allerdings nicht nachweisbar.

Einzug in die Liturgie der Kirche

Seit dem Barock kennt die Volksfrömmigkeit neuntägige Andachten nach dem Vorbild der Apostelgeschichte als Vorbereitung auf wichtige Ereignisse. 1897 dann verordnete Papst Leo XIII. in seiner Enzyklika „Divinum illud munus“ („Über den Heiligen Geist“), dass in der gesamten Katholischen Kirche dem Pfingstfest eine neuntägige Gebetszeit vorausgehen solle.

Mit der Neuordnung des Kirchenjahres im Zweiten Vatikanischen Konzil (1969) wurde die Pfingstnovene Teil der offiziellen Liturgie der Kirche. Die Grundordnung des Kirchenjahres und des Neuen Römischen Generalkalenders legt fest: „Die Wochentage nach Christi Himmelfahrt bis zum Samstag vor Pfingsten einschließlich bereiten auf die Herabkunft des Heiligen Geistes vor" (GOK 26).

Pfingstnovene 2026: „Komm Heilger Geist“

Das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis lädt jedes Jahr zum gemeinsamen Novenengebet ein. Zur Vorbereitung und Gestaltung des Gebets erscheint ein Heft mit Begleitmaterial. Es enthält Impulse zu ausgewählten Schwerpunktthemen sowie Gebete, Fürbitten, Lieder und Gestaltungsvorschläge für das Hausgebet oder das Gebet in Gruppen.

Zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten lädt Renovabis zum gemeinsamen Gebet der Pfingstnovene ein. In diesem Jahr trägt sie den Titel „Komm, Heiliger Geist, der uns verbindet und Leben schafft“. Die Texte stammen von dem Benediktinerabt Theodor Hausmann von der Abtei Sankt Stephan in Augsburg. Er richtet in seinen Impulsen und Gebeten den Blick auf den Zusammenhalt der Menschen quer durch die Geschichte – vom jüdischen Bundesvolk Israel über die frühen Christen bis zu uns im 21. Jahrhundert. Die Illustrationen hat die Grafikerin Margret Russer entwickelt und gestaltet.

> Weitere Informationen zur Pfingstnovene auf: www.renovabis.de/novene

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