Pfingstnovene: Neun-Tage-Gebet zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten

Pfingsten ist nach Ostern und Weihnachten das dritthöchste Fest im Kirchenjahr und gilt als Geburtstag der Kirche. Das Hochfest wird mit einer besonderen Gebetsform vorbereitet: der Pfingstnovene.

6. Mai 2021

Die Apostelgeschichte im Neuen Testament erzählt vom Pfingstereignis, in dem der Heilige Geist mit Feuerzungen auf die Jünger herabkommt. Sie ziehen danach in die ganze Welt und verkünden das Evangelium. (vgl. Apg. 2,1-41)

In der Pfingstnovene wird an den neun Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten um das Kommen des Heiligen Geistes und seiner sieben Gnadengaben gebetet. Viele Gebete und Gesänge, die früher in der Woche nach Pfingsten standen, hat das Neun-Tage-Gebet übernommen.

Ursprung der Pfingstnovene

Der Begriff Novene bezeichnet eine neuntägige Andacht in der Gläubige unter Anrufung von Heiligen etwas erbitten oder sich auf ein persönliches oder kirchliches Fest vorbereiten. Nach heidnischen Vorformen von neuntägigen Totengedenkfeiern und Bittgebeten im frühen Mittelalter, bildet sich die Novene ab dem 12. Jahrhundert aus. Neben privaten Bittnovenen ist heute noch die Pfingstnovene weit verbreitet.

Bereits im Neuen Testament wird vom Gebet zwischen der Himmelfahrt Jesu und der Sendung des Heiligen Geistes an Pfingsten berichtet. Im Pfingstbericht in der Apostelgeschichte heißt es, die Aposteln kehrten in die Stadt Jerusalem zurück, gingen in das Obergemach und verharrten dort mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern im einmütigen Gebet. (Apg 1,13-14) Ob das Novenengebet aus der Gebetsversammlung der Aposteln entstand, ist allerdings nicht nachweisbar.

Einzug in die Liturgie der Kirche

Seit dem Barock kennt die Volksfrömmigkeit neuntägige Andachten nach dem Vorbild der Apostelgeschichte als Vorbereitung auf wichtige Ereignisse. 1897 dann verordnete Papst Leo XIII. in seiner Enzyklika „Divinum illud munus“ („Über den Heiligen Geist“), dass in der gesamten Katholischen Kirche dem Pfingstfest eine neuntägige Gebetszeit vorausgehen solle.

Mit der Neuordnung des Kirchenjahres im Zweiten Vatikanischen Konzil (1969) wurde die Pfingstnovene Teil der offiziellen Liturgie der Kirche. Die Grundordnung des Kirchenjahres und des Neuen Römischen Generalkalenders legt fest: „Die Wochentage nach Christi Himmelfahrt bis zum Samstag vor Pfingsten einschließlich bereiten auf die Herabkunft des Heiligen Geistes vor" (GOK 26).

Pfingstnovene 2021 von Renovabis

Das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis lädt seit über 25 Jahren zum gemeinsamen Novenengebet ein. Zur Vorbereitung und Gestaltung des Gebets erscheint jährlich ein Heft mit Begleitmaterial. Es enthält Impulse zu ausgewählten Schwerpunktthemen sowie Gebete, Fürbitten, Lieder und Gestaltungsvorschläge für das Hausgebet oder das Gebet in Gruppen.

Unter dem Titel „Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu“ steht in der 26. Pfingstnovene von Renovabis das Thema „Schöpfungsverantwortung“ im Fokus. Für die Gestaltung von Gegenwart und Zukunft sei die Verantwortung für die Schöpfung ein zentraler Leitfaden. Das diesjährige Schwerpunktthema folge auch der Einladung und dem Wunsch von Papst Franziskus, die Impulse der Enzyklika Laudato Si‘ noch mehr in das Bewusstsein, Denken und Handeln der Menschen zu rücken, sagt Pfarrer Christian Hartl, Hauptgeschäftsführer von Renovabis. Er hat die Pfingstnovene 2021 zusammen mit der Missionsbenediktinerin Schwester Nadya Ruhina OSB erstellt.

Das Heft zur Pfingstnovene 2021 steht neben Deutsch auch in den Sprachen Englisch, Kroatisch, Polnisch und Ukrainisch zur Verfügung. Die mehrsprachigen Texte sollen zum gemeinsamen Gebet anregen, da deutsche und muttersprachliche Gemeinden oft Seite an Seite leben ohne sich zu kennen.

> Weitere Informationen zur Pfingstnovene auf: www.renovabis.de/novene

> Download: Heft zur Pfingstnovene 2021 (ZIP-Datei)

Gebetsimpulse: Pfingstnovene 2021