"Der Mann mit der Harfe" – Arnold von Arnoldsweiler

Lebensdaten

  • Geboren in Griechenland oder Österreich
  • Gilt als Freund der Armen
  • Lebte der Überlieferung nach als Sänger und Harfenspieler am Hofe Karls des Großen
  • Gestorben am 18. Juli 793 in Arnoldsweiler bei Düren, dem damaligen Ginnizweiler
  • Reliquien befinden sich in einem Sarkophag (Klein St. Arnold) in der Arnolduskapelle in Arnoldsweiler
  • Bis heute Feier der "Arnoldusoktav" rund um den 18. Juli in der Pfarrgemeinde in Arnoldsweiler (Düren-Nord, Bistum Aachen), mit festlichen Gottesdiensten und Prozession
  • Patron der Musiker, Organisten, Musikinstrumentenbauer und zum "guten Tod"
  • Dargestellt mit Harfe oder Zither

Der Heilige Arnoldus ist Patron der Musiker, Organisten, Musikinstrumentenbauer und zum "guten Tod". Der Legende nach lebte er am Hofe Karls des Großen als Sänger und Harfenspieler und war ein Freund der Armen.

6. Juli 2021
Die Arnolduskapelle (Klein St. Arnold) in Arnoldsweiler bei Düren.

Leben und Wirken

Über das Leben und Wirken von Arnold ist eigentlich nichts bekannt oder durch Quellen belegbar. Im Heiligenlexikon geht der Autor Joachim Schäfer davon aus, dass Arnold um 779 von Karl dem Großen zum Grafen von Agde und Montpellier ernannt wurde. Er wurde als Erzieher von Karls Sohn Ludwig, dem Frommen, eingesetzt und übernahm damit auch Pflichten als Regent von Aquitanien. Er soll, nach Schäfer, "ein vorbildlicher Herrscher und tief religiöser Mann mit großem Engagement für die Armen" gewesen sein. Gute Beziehungen habe er zu Benedikt von Aniane gepflegt. Dem Kloster von Aniane soll er sein Vermögen vermacht haben. Diese Schenkungen sind in Dokumenten von Kaiser Ludwig, dem Frommen, wohl auch dokumentiert.

Sicher ist, dass Arnold schon jahrhundertelang als Heiliger verehrt wurde. Möglicherweise wurde Arnold im Jahr 820 durch den Kölner Erzbischof Hadebald heiliggesprochen. Allerdings erscheint eine Heiligsprechung durch Hildebold wenige Jahre früher naheliegender, denn Hildebold war geistlicher Berater von Karl dem Großen und kannte somit Arnold vielleicht sogar persönlich. Aber das bleibt reine Spekulation. Offiziell bestätigt wurde die Heiligsprechung Arnolds erst am 18. Februar 1886 durch Papst Leo XIII.

Legenden

Die Ortschaft Lich ist auf heutigen Karten nicht mehr zu finden, Rödingen und Paffendorf gibt es noch

Ritt gegen die Armut

Nördlich von Düren gab es zu Arnolds Zeiten ein großes Waldgebiet, umringt von 20 kleinen Dörfern, in der bittere Armut herrschte. Als Karl der Große dort mit einer Jagdgesellschaft eine größere Rast einlegte, bat Arnold den Kaiser, ihm soviel Wald zu schenken, wie er während der Rast umreiten könne. Karl gewährte ihm diese Bitte und so ritt Arnold in schnellem Galopp davon und um den gesamten Wald zwischen Jülich, Elsdorf, Buir und Arnoldsweiler herum. Karl schenkte daraufhin Arnold dieses Waldgebiet und Arnold überließ es den umliegenden Dörfern, um sich dort mit Holz zu versorgen. Als Gegenleistung mussten die Dörfer einmal im Jahr einen "Wachszins" entrichten und Kerzen für Arnold nach Arnoldsweiler bringen. Einige Dörfer haben sich von dieser Pflicht irgendwann freigekauft, aber die Tradition lebt bis heute weitgehend fort. So zum Beispiel in den Orten Buir und Manheim. Hier findet jedes Jahr eine Wallfahrt nach Arnoldsweiler statt, um Kerzen zu stiften.

Arnold und die Klimaschützer

In den letzten Jahren bringen Klimaschützer und Tagebaugegner am Pfingstdienstag Kerzen nach Arnoldsweiler. Denn das Waldgebiet, lange als "Bürgewald" bezeichnet, ist mittlerweile vom Tagebau Hambach fast vollständig zerstört. Nur ein kleiner Rest steht noch bei Kerpen-Buir und heißt "Hambacher Wald". Und für den unerwarteten Erhalt dieses Restwaldes bedanken sich die Klimaschützer gerne beim Heiligen Arnold.

Der Tagebau Hambach vom Aussichtspunkt Terra Nova bei Elsdorf
Arnold und die Klimaschützer
In diesem steinernen Sarkophag liegen die Gebeine des Heiligen Arnold in der Arnolduskapelle in Arnoldsweiler (Bistum Aachen)

Zum "guten Tod"

Als Heiliger für einen "guten Tod" dürfte Arnold für viele nicht mehr in Frage kommen. Denn der "gute Tod" war in früheren Zeiten ein Tod, der möglichst langsam vonstatten ging, damit der Sterbende Gelegenheit hatte, alle wichtigen Anliegen noch selbst zu regeln, wie Besitztümer aufzuteilen oder Erben zu benennen.

Arnold jedenfalls hatte solch einen "guten Tot", zu verdanken einem Ring und einem Fisch. Der Legende nach endete eine Pilgerfahrt nach Santiago de Compostella für Arnold in Südfrankreich. Beim Versuch, dort der hungernden Bevölkerung zu helfen, schwanden seine Kräfte. Daher bat er Gott, ihm ein Zeichen zu senden, wenn es für ihn Zeit sei, nach Arnoldsweiler zurückzukehren. Arnold warf einen kostbaren Ring in einen Fluß. Als der dann in einem Fischbauch wieder ans Tageslicht kam, wusste Arnold, dass er aufbrechen musste. Kurz vor seinem Tod erreichte er Arnoldsweiler, verschenkte Hab und Gut und starb.