Rosenkranz: Das Leben Jesu mit den Augen Marias betrachten

Perlen, Gesätze und das Leben Jesu: Der Rosenkranz ist eine bekannte Gebetsform. Über Ursprung, Gebet und wie sich Kinder dafür begeistern.

20. April 2022

Das Rosenkranzgebet wird mit Hilfe einer Gebetskette vollzogen, auf der 59 Perlen – 6 große, 53 kleine – und ein Kreuz aufgereiht sind. Das wichtigste Gebet dabei ist das Gegrüßet seist du, Maria (Lateinisch: Ave Maria).Bei dem rituellen Gebet wird aber nicht Maria angebetet, sondern das Leben Jesu mit den Augen Marias betrachtet. Die Wiederholungen der Gebete versetzen den Betenden in einen Zustand innerer Ruhe und des Meditierens.

Das Beten eines Rosenkranzes dauert ungefähr 15 bis 30 Minuten. Wer allein betet, kann sich auch mehr oder weniger Zeit dafür nehmen.

Woher der Begriff „Rosenkranz“ kommt

Bereits im 3. und 4. Jahrhundert beteten Mönche anhand einer mit Knoten versehenen Schnur, um die Wiederholungen der Gebete leichter zählen zu können. Im 15. Jahrhundert erscheint dafür erstmals die deutsche Bezeichnung „Rosenkranz“. Die Herkunft des Wortes liegt im lateinischen Begriff „rosarium“ begründet, der mit „Rosengarten“ übersetzt wird. Das Wort „rosarium“ wurde später auf die Gebetsschnur übertragen.

In der Tradition der Kirche symbolisieren die Rosengewächse von alters her die Gottesmutter Maria. Der Name Rosenkranz leitet sich schließlich von der Auffassung ab, dass die Gebete und Anrufungen ein Kranz zur Ehre der Gottesmutter Maria seien.

In Rosenkranzgesätzen das Leben Jesu betrachten

Der vollständige Rosenkranz besteht aus zwanzig sogenannten „Geheimnissen“, oder Gesätzen (Ereignisse, bedeutende Momente) aus dem Leben Jesu und Marias. Mit einem rechtlichen Gesetz haben die Gesätze aber nichts zu tun.

Diese Geheimnisse werden in vier Abschnitte (Rosenkränze) eingeteilt, üblicherweise im wöchentlichen Rhythmus an festen Tagen gebetet:

  • Der erste Rosenkranzzyklus betrachtet die freudenreichen Geheimnisse rund um die Geburt Jesu (gebetet werden diese meist am Montag und Samstag).
  • Der zweite Zyklus betrachtet die lichtreichen Geheimnisse vom Wirken Jesu (gebetet in der Regel am Donnerstag).
  • Der dritte Zyklus widmet sich der Betrachtung der schmerzhaften Geheimnisse um das Leiden und Sterben Jesu (Dienstag und Freitag).
  • Im vierten Rosenkranz vertieft sich der Beter in die glorreichen Geheimnisse von der Auferstehung Jesu bis zur Himmelfahrt Mariens (Mittwoch und Sonntag).

Das Rosenkranzgebet ist dabei weniger starr, als es auf den ersten Blick wirkt. Es ist nicht vorgeschrieben, den ganzen Kranz zu beten. Auch das Beten eines einzelnen Gesätzes oder das individuelle Verkürzen ist möglich. Das Beten der standardisierten Form macht aber ein Beten in Gemeinschaft leichter.

Wie der Rosenkranz gebetet wird

Das Rosenkranzgebet ist weniger starr, als es auf den ersten Blick wirkt. Es ist nicht vorgeschrieben, den ganzen Rosenkranz zu beten. Auch das Beten eines einzelnen Gesätzes oder das individuelle Verkürzen ist möglich. Das Beten der standardisierten Form macht aber ein Beten in Gemeinschaft leichter.

Nach dem Kreuzzeichen beginnt das Rosenkranzgebet am Kreuz der Kette mit dem Apostolischen Glaubensbekenntnis. Für jede der 6 großen Perlen wird ein Vater Unser und ein Ehre sei dem Vater gebetet, für jede der 53 kleinen Perlen ein Gegrüßet seist du, Maria.

Der Rosenkranz besteht aus fünf Gesätzen – je 1 große und 10 kleine Perlen -, die sich wiederum aus einem Vater unser, einem Ehre sei dem Vater und zehn Gegrüßet seist du, Maria zusammensetzen. Das Gegrüßet seist du, Maria wird in jedem Gesätz um eines der 20 Geheimnisse ergänzt, das jeweils nach den Worten "und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus" eingefügt wird.

Eine detaillierte Anleitung zum Rosenkranzgebet finden Sie auch im Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“ (GL), Nr. 4.

Rosenkranz mit Kindern beten

Bei vielen Erwachsenen löst das Rosenkranzgebet eher ein ablehnendes Gefühl aus, weil sie damit etwas Altes und Langweiliges verbinden. Kinder hingegen erleben die Gebetskette und das dazugehörige Gebet erst einmal mit einer positiven Neugier. Allerdings sollte man mit Kindern nicht gleich den ganzen Rosenkranz beten.

Es bietet sich daher an, nur ein einzelnes Gesätz zu beten oder bei den Gesätzen nur 5 statt 10 Gegrüßet seist du, Maria zu beten. Außerdem können sich Kinder auch eigene Gesätze ausdenken und sich das Gebet so zu Eigen machen.

Erfahrungen mit dem Rosenkranzgebet mit Kindern schildert die Pastoralreferentin Mechthild Sicking (Bistum Münster) im Interview auf DOMRADIO.DE.