Unsere Arbeit

Unsere Arbeit

Das Referat Dialog und Verkündigung initiiert und unterstützt den interreligiösen Dialog im Erzbistum Köln.

Warum interreligiöser Dialog?

  • In unserem Land ist die religiöse Vielfalt in den letzten Jahrzehnten gewachsen. 
  • In dieser veränderten heterogenen und multireligiösen Situation sind wir als katholische Kirche gefragt, den Dialog aller Menschen in der Gesellschaft zu fördern.
  • Der interreligiöse Dialog ist integraler Bestandteil der Sendung (Mission) der katholischen Kirche:


         
      „Gemäß ihrer Aufgabe, Einheit und Liebe unter den Menschen und damit auch unter den Völkern zu fördern, faßt sie vor allem das ins Auge, was den Menschen gemeinsam ist und sie zur Gemeinschaft untereinander führt.“
    (Konzilserklärung Nostra Aetate 1, 1965)
     
         

 

  • Die Grundhaltung zum Dialog hat das 2. Vatikanische Konzil vor allem in der Erklärung Nostra Aetate formuliert, so dass die Kirche ihr Verhältnis zu anderen Religionen positiv gestalten kann.
  • In der Begegnung mit dem Anderen lernen wir das Eigene zu lieben und den Anderen besser zu verstehen und zu achten. Im Dialog geben wir Zeugnis von unserem Glauben und werden darin glaubwürdig.
  • Im Bewusstsein des eigenen Glaubens kann sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Glauben und Leben der Angehörigen anderer Religionen entdecken.
  • Aus ihrem Glauben heraus stellen sich Christinnen und Christen der Verantwortung für die Zukunft der Menschheit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und verpflichten sich deshalb zu Gespräch und Zusammenarbeit mit Menschen anderen Glaubens.

Wertschätzung der Religionen – Geschwisterlichkeit und Solidarität im Dialog

  • In Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils wird die Wertschätzung anderer Religionen, insbesondere der abrahamitischen Religionen, zum Ausdruck gebracht: 

         
      „Der Heilswille umfaßt aber auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslim, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten, den barmherzigen, der die Menschen am Jüngsten Tag richten wird. Aber auch den anderen, die in Schatten und Bildern den unbekannten Gott suchen, auch solchen ist Gott nicht ferne, da er allen Leben und Atem und alles gibt und als Erlöser will, daß alle Menschen gerettet werden.“
    (Lumen Gentium 16)
     
         

 

  • Das Dokument Nostra Aetate ruft zur universalen Geschwisterlichkeit und Solidarität auf:


         
      „Wir können aber Gott, den Vater aller, nicht anrufen, wenn wir irgendwelchen Menschen, die ja nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind, die brüderliche Haltung verweigern. Das Verhalten des Menschen zu Gott dem Vater und sein Verhalten zu den Menschenbrüdern stehen in so engem Zusammenhang, daß die Schrift sagt: ‚Wer nicht liebt, kennt Gott nicht‘ (1 Joh 4,8).“
    (Nostra Aetate 5)
     
         

 

 

Ein Beispiel aus dem Jahr 2015 (dem Jahr des 50-jährigen Jubiläums von Nostra Aetate) zeigt die besondere Aktualität des Dokuments und die Wichtigkeit einer öffentlichen Solidarität. Zu dieser Zeit fanden vor dem Kölner Dom PEGIDA-Demonstrationen statt. Der damalige Dompropst reagierte und ließ das Licht am Kölner Dom demonstrativ ausschalten. Er wollte zeigen, dass man mit den menschenverachtenden Parolen nicht einverstanden ist. Dieses symbolträchtige Zeichen konnte anschließend nicht wiederholt werden ohne an Kraft einzubüßen. Also wurde kurzerhand ein wetterfestes Transparent an das Domportal in Richtung Bahnhofsvorplatz befestigt. Darauf stand klar und deutlich die Position der katholischen Kirche:

„Die Kirche verwirft jede Diskriminierung eines Menschen oder jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht.“ (Nostra Aetate 5)

 

Formen des Dialogs

Dialog ist „das Ganze der positiven und konstruktiven Beziehungen zwischen den Religionen, mit Personen und Gemeinschaften anderen Glaubens, um sich gegenseitig kennenzulernen und einander zu bereichern."[1]
Der interreligiöse Dialog findet auf verschiedenen Ebenen statt, die einander ergänzen:

  • Der Dialog des Lebens, in dem Menschen, die Tür an Tür wohnen, ihre Sorgen und Nöte teilen und sich im Alltag begegnen;
  • der Dialog des Handelns, in dem Christen und Nichtchristen gemeinsam für das Wohl der Menschen handeln;
  • der Dialog des theologischen Austausches, in dem sich Spezialisten über die Inhalte ihres jeweiligen religiösen Erbes austauschen;
  • der Dialog der religiösen Erfahrung, in dem Menschen ihre geistlichen Erfahrungen und ihren spirituellen Reichtum teilen.[2] 

Im Dialog mit anderen Religionen werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede gleichermaßen thematisiert. Die abrahamitischen Religionen Judentum und Islam teilen mit ihren christlichen Geschwistern den Glauben an den einen Gott, haben jedoch ein unterschiedliches Bild von ihm. Ebenso unterscheidet sich die Glaubens- und Gebetspraxis der Religionen.

 

Fachstelle für interreligiösen Dialog
1974 hat Kardinal Höffner für das Erzbistum Köln eine Kontaktstelle eingerichtet, um zunächst den Dialog mit den hier lebenden Muslimen zu pflegen und zu fördern. Aus der Außenstelle des Referates in Köln-Chorweiler hat sich der eigenständige Verein "Freunde des Interkulturellen Zentrums" FIZ e.V. gegründet, der die praktische Arbeit des interreligiösen Miteinanders fortführt. Im Geist des Konzils und weiterer Dokumente des Vatikans zu den Bereichen Dialog und Verkündigung hat sich das heutige Referat als Fachstelle für den interreligiösen Dialog weiterentwickelt.

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[1] Dialog und Mission 3, in: Der Apostolische Stuhl 1984. Ansprachen, Predigten und Botschaften des Papstes; Erklärungen der Kongregationen, Köln 1985. S. 1865

[2] Dialog und Verkündigung, Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 1992, S. 22 (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls ; 102)

Das Referat Dialog und Verkündigung

  • sucht, pflegt und vertieft die Kontakte mit anderen Religionen
  • informiert über die Haltung der katholischen Kirche zu anderen Religionen
  • vermittelt Kenntnisse über andere Religionen, insbesondere den Islam, seine Geschichte, Theologie und Lebensordnung
  • unterstützt katholische Einrichtungen bei der Planung von Dialogveranstaltungen
  • bietet Fortbildungen für Multiplikatoren zum interreligiösen Dialog an
  • steht für Fragen des Zusammenlebens mit Angehörigen anderer Religionen zur Verfügung.
     

Informationen zu:

Projekte in der interreligiösen und interkulturellen Bildungsarbeit

Beim Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen finden Sie den Kalender online: > Link

Er kann dort auch in gedruckter Form gratis bestellt werden.

Kölner Friedensverpflichtung von Juden, Christen und Muslimen (29.10.2006):

Den Frieden stärker in Kirche und Welt verankern - Ideen, Impulse und Anregungen, wie Gemeinden und Initiativen dazu beitragen können, bietet ab sofort die neue Handreichung „Selig, die Frieden stiften“.

 

Herausgeber der Handreichung sind die Hauptabteilung Seelsorge im Erzbistum Köln, die Domseelsorge Kölner Dom, der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln sowie pax christi Köln. Entstanden ist die Broschüre im Rahmen des „Runden Tisches Frieden“ im Erzbistum Köln, dessen Ziel es ist, Menschen zu Anliegen des Friedens und der Gerechtigkeit zu vernetzen sowie Anstöße zu zum Friedenshandeln zu geben.

  • Kardinal Woelki besucht Synagogengemeinde - Reportage, Domradio 06.02.20: > Link
  • Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime. Interview zur Islamdebatte mit Prof. Dr. Thomas Lemmen im Domradio, 19.7.18: > Link
     
  • Dialog ist durch nichts zu ersetzen! Interview mit Anna-Maria Fischer (Rundblick Nr. 7, 2017): > Link
     
  • Islamunterricht gegen Extremismus. Dr. Thomas Lemmen im Domradio am 13.10.2016: > Link
     
  • Koranverteilen in Fußgängerzone soll verboten werden. Dr. Thomas Lemmen im Domradio am 7.10.2016: > Link
     
  • 10 Jahre Deutsche Islamkonferenz. Dr. Thomas Lemmen im "Zeitzeichen" am 27.9.2016 auf WDR 5: > Link
     
  • Aus für König-Fahd-Akademie. Dr. Thomas Lemmen im Domradio am 30.8.2016: > Link 
     
  • Fasten im Islam. Interview mit Dr. Thomas Lemmen im Domradio am 8. März 2015: > Link
     
  • Eröffnung der Moschee in Wilmersdorf 1925. Dr. Thomas Lemmen im "Zeitzeichen" am 26.4.2015 auf WDR 5: > Link
     
  • Das Muslimische Forum Deutschland. Interview mit Dr. Thomas Lemmen im Domradio 23.4.2015: > Link
     
  • "Muslimische Jugendliche nicht ausgrenzen". Interview mit Dr. Thomas Lemmen (IslamiQ 19.2.2015): > Link
     
  • Erklärung zu den KÖGIDA-Demonstrationen (Januar 2015): > Link
     
  • Empfang der muslimischen Dialogpartner
    Am 27. September 2014 fand der Empfang für muslimische Dialogpartner und Engagierte im christlich-islamischen Dialog, zu dem die fünf NRW-Bistümer eingeladen hatten, in Köln statt. Prälat Dr. Stefan Heße, Generalvikar des Erzbistums Köln, dankte den etwa 50 Gästen für Ihren Einsatz und benannte Herausforderungen und Perspektiven für den Dialog. Die Ansprache finden Sie unter diesem > Link.
     
  • Werner Höbsch, Christlich-islamischer Dialog in einer kleinen Stadt. Erschienen in: CIBEDO-Beiträge 4/2013. > Link
     
  • Wo steht der christlich-islamische Dialog heute? Eine Standortbestimmung
    Zehn Jahre nach den Attentaten vom 11. September 2001 zieht Dr. Thomas Lemmen eine nüchterne Bilanz des christlich-islamischen Dialogs. Sein Beitrag schließt mit den Sätzen: "Die Erfahrungen zeigen, dass der Dialog die eigene Identität stärken kann. Dialogisches Denken und Handeln wird nicht ohne eine Reflexion auf den eigenen Glauben im Angesicht des anderen auskommen. Dies zu stärken und zu fördern, ist eine wichtige Aufgabe des christlich-islamischen Dialogs." Artikel unter diesem > Link.