Projekt Bildungscampus: Schulneubau in Köln-Kalk

Der Bildungscampus – Eine Schule für alle

Infografik: Konzept des Bildungscampus als zentraler Knoten in einem Netzwerk aus Bildungseinrichtungen

Das Erzbistum Köln arbeitet derzeit an der Entwicklung und Umsetzung eines neuen innovativen Bildungsprojekts, dem so genannten Bildungscampus.

Die Idee: Eine intensiv vernetzte Schule soll Kinder und Jugendliche aus allen Gesellschaftsschichten vom Kindergarten bis in den Beruf begleiten und ihnen helfen, ihre Talente zu entdecken. Ziel ist es den jungen Menschen individuelle Chancen für Ihre Zukunft zu eröffnen.

Unterstützt wird die Schule dabei durch ein Netzwerk von Partnern aus dem Bildungs- und Sozialbereich.

Mit dem neuen Bildungscampus erweitert das Erzbistum Köln sein Engagement im Schul- und Bildungsbereich. Das Bistum ist bereits Träger von 32 Erzbischöflichen Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen.

Im Rahmen des Projektes Bildungscampus soll ein Ort des gemeinsamen Lernens verwirklicht werden, dessen verbindliches Ganztagsangebot möglichst schon mit der Grundschule beginnt. Im Anschluss an die Grundschule soll für die Schüler die Möglichkeit bestehen, an einer integrierten Gesamtschule unterschiedliche Abschlüsse bis hin zum Abitur zu erwerben.

Ein besonderes Augenmerk soll darauf liegen, dass die Kinder und Jugendlichen lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Das Lernen in altersgemischten Gruppen, in denen die Älteren die Jüngeren unterstützen, soll dazu einen Beitrag leisten. Das soziale und emotionale Lernen wird zudem gezielt über innovative Angebote der Schulpastoral gefördert.

Das Besondere: zusammen mit Partnern aus dem kirchlich-caritativen Bereich soll das Lern- und Betreuungsangebot für die Kinder und Jugendlichen über die schulischen Grenzen hinaus erweitert werden.

„Es gibt in unserer Bildungslandschaft in Deutschland viele gute Angebote, aber sie stehen manchmal ziemlich isoliert in der Landschaft“, erläuterte Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke, Leiterin der Hauptabteilung Schule und Hochschule im Erzbistum zum Projektstart im Jahr 2017. „Unsere Idee ist es, die einzelnen Angebote intensiv zu vernetzen, damit die jungen Menschen und auch ihre Eltern in jeder Lebenssituation jemanden haben, der sie begleitet und unterstützt.“ Gerade Kirche und Caritas böten mit ihren vielen bereits existierenden Beratungs- und Betreuungsangeboten auf lokaler Ebene beste Voraussetzungen für diese Idee, so Schwarz-Boenneke.

In der Praxis bedeutet das zum Beispiel, dass im Schulalltag aktiv über Angebote aus der Familienberatung, der Bildungsarbeit oder auch der Freizeitgestaltung informiert wird. Dementsprechend kann die Schule bei Bedarf Kontakte zwischen Schülern, ihren Familien und möglicherweise passenden Angeboten vermitteln. Um den Berufseinstieg zu erleichtern, sollen zudem gezielt Partnerschaften mit Organisationen und Firmen aufgebaut werden, über die Praktikums- oder Ausbildungsplätze unkompliziert vermittelt werden können.

Kinder aus allen Teilen der Gesellschaft sollen ihren Platz finden, auch diejenigen mit einem geistigen, sozialen oder seelischen Unterstützungsbedarf.

Die besonderen Bedürfnisse der unterschiedlichen Zielgruppen werden von Beginn an im pädagogischen Konzept des Bildungscampus berücksichtigt: „Wir wollen den Kindern und Jugendlichen nicht einfach etwas vorsetzen und sagen, das ist unser Angebot, nehmt es oder lasst es. Die zentrale Frage für uns ist: Was brauchen die einzelnen Kinder? Wo können wir sie in ihrer individuellen Entwicklung unterstützen?“, erklärt die Leiterin der Hauptabteilung Schule/ Hochschule des Erzbistums, Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke.

Um den unterschiedlichen Bedarfen auf die Spur zu kommen, organisiert das Erzbistum ein Werkstattverfahren unter dem Titel „Schule gemeinsam entwickeln“. Ziel ist es, die Ideen der zukünftigen Nutzer, Nachbarn und Partner direkt in das Projekt einzubinden und mit den bereits bestehenden Ideen der Experten zu kombinieren.

Der neue Bildungscampus des Erzbistums Köln kommt voraussichtlich nach Köln. Das Erzbistum beabsichtigt von der Stadt Köln ein rund 11.000 Quadratmeter großes Grundstück an der Dillenburger Straße, Ecke Christian Sünner Straße in Kalk zu kaufen und steht hierzu in Verhandlung mit der Stadtverwaltung.

Generalvikar Dr. Markus Hofmann erklärte zur Veröffentlichung der Standortentscheidung am 29. Mai 2018 warum die Wahl auf Kalk gefallen ist:

„Als Kirche von Köln wollen wir Menschen bei Ihrem Start in ein gelingendes Leben unterstützen. Eine gute Schulbildung ist dafür ein wesentlicher Faktor. In Kalk leben Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen und mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen im Hinblick auf Bildung. Deshalb wäre hier ein idealer Standort für unseren Bildungscampus, der Angebote für diese verschiedenen Bedarfe bieten wird.“

Darüber hinaus gibt es in Köln-Kalk derzeit einen Bedarf an zusätzlichen Schulplätzen, dem das Angebot des Bildungscampus entgegenkommt.

Bis zum Abschluss des Kaufvertrags müssen im Vorfeld zahlreiche Zwischenschritte absolviert werden. Die ersten Beratungen in den städtischen Gremien sind bereits erfolgt:

  • So stand der Bildungscampus am 11. Juni 2018 auf der Agenda des Ausschusses für Schule und Weiterbildung.
  • Am 21. Juni 2018 war das Projekt Thema in der Sitzung der Bezirksvertretung Kalk.
  • Am 28. Juni 2018 befürwortete der Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Köln die Weiterentwicklung des Projekts.

Aktuell werden die Planungen für das Bauprojekt mit den zuständigen Ämtern weiter beraten und konkretisiert.

Der Bildungscampus des Erzbistums Köln soll zentraler Knotenpunkt eines Netzwerks von Bildungs- und Sozialeinrichtungen sein.

Aktuell sind bereits eine Reihe von möglichen strategischen Partnerschaften angedacht. Dazu gehören zum Beispiel Familienzentren und Kindertagesstätten, Caritas-Einrichtungen, die örtliche Pfarrgemeinden (z.B. Jugendfreizeiten etc.), Jugendagenturen und „Offene Türen“, Einrichtungen der Jugendsozialarbeit, Berufskollegs oder das Katholische Bildungswerk.

Um dieses Netzwerk am Standort Kalk auszubauen und zu festigen, arbeiten bereits viele dieser Akteure am Werkstattverfahren zur Entwicklung des Bildungscampus mit.

Werkstattverfahren

Ein Projekt wie der Bildungscampus braucht die Expertise von Fachleuten genauso wie die Unterstützung der Menschen vor Ort, die die Bedürfnisse des Stadtteils kennen.

Deshalb organisiert das Erzbistum ein Werkstattverfahren, bei dem Interessierte ihre Ideen einbringen können.

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Werkstattgespräch: Ideen der Menschen vor Ort als Fundament

Köln. Die ersten Steine für den Bildungscampus, den das Erzbistum in Köln-Kalk realisieren möchte, sind gesetzt: Beim Werkstattgespräch am Freitag, 30. November, im ehemaligen Klarissenkloster Kalk fügten Bürger und Vertreter von Institutionen aus dem Stadtteil gemeinsam mit dem Projektteam des Bildungscampus symbolisch grundlegende Bausteine der neuen „Schule für alle“ zusammen.

Die Basis bildeten sechs „Eckpfeiler“, die das Projektteam aus den bisher in den Gesprächen gesammelten Ideen zusammengestellt hatte. Diese sollen bei der Ausgestaltung und Umsetzung des Projekts als Orientierung dienen:

  • „Vielfalt annehmen und gestalten“
    eine Schule im und für den Stadtteil. Dieser Leitsatz fasst sowohl pädagogische Überlegungen für den Unterricht und den Schulalltag als auch Ideen für sinnvolle Kooperationen mit externen Partnern zusammen.
  • „Kinder an die Hand nehmen von Anfang an“
    Das bedeutet, dass mit Hilfe des Bildungscampus und den zugehörigen Partnern junge Menschen insbesondere an den wichtigen Übergangspunkten von der KiTa zur Grundschule, von der Grundschule in die Gesamtschule und von der Schule in den Beruf intensiv begleitet werden. Dazu dienen beispielsweise klassenübergreifende Projekte zwischen Grundschule und Gesamtschule, die auf den Übergang von einer in die andere Schulform vorbereiten. Und auch vorschulische Angebote sollen in den Blick genommen werden. Auf diese Weise sollen die Kinder Orientierungshilfe bekommen und das Risiko von Brüchen in der Entwicklung verringert werden.
  • „Alle kommen an ihr Ziel“
    Dieses Motto steht für die Schaffung von individuellen Lernwegen, die sich an den Interessen und Talenten eines jeden Kindes orientieren.
  • „Bildung und Leben“
    nimmt die Ganztagsbildung in den Blick: Schule und Übermittagsbetreuung sollen nicht einfach nur nebeneinander existieren, sondern gemeinsame Bildungs- und Erziehungsziele verfolgen. So soll insgesamt die pädagogische Qualität gesteigert werden. Darüber hinaus soll die Schule bewusst als Lern- und Lebensraum wahrgenommen werden.
  • „Ein Netzwerk für jedes Kind und seine Familie“
    Im Zentrum stehen hier die Möglichkeiten der pädagogischen Unterstützung, die mit Hilfe von lokalen Partnern über den Schulalltag hinaus geschaffen werden. Die Sonderpädagogen der Schule koordinieren dabei das Netzwerk der Angebote, zum Beispiel im Bereich Schulpsychologie oder der ambulanten Hilfen. Zum anderen soll bewusst das familiäre Umfeld der Kinder angesprochen werden, beispielsweise mit einem Elterncafé in der Schule. Dort könnten sich Eltern austauschen, Kontakte knüpfen und sich professionell beraten lassen. Bei Bedarf können für Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund Dolmetscher hinzugezogen werden oder ein Sprachlernangebot für Eltern geschaffen werden. Darüber hinaus gibt es Überlegungen,schon Vorschülerinnen und Vorschüler in enger Kooperation mit den Kindertagesstätten in Deutsch zu fördern.
  • „Gemeinsam im Stadtteil Schule machen“.
    Der Stadtteil soll die Schule als lebendige Bereicherung verstehen. So könnte die musikalische Erziehung den örtlichen Vereinen zugutekommen, beispielsweise im Karneval. Denkbar sind auch Kooperationen im sportlichen Bereich. Es soll zudem aktive Kooperationen mit den anderen Schulen des Stadtteils geben.

Aufbauend auf diesen Eckpfeilern diskutierten die Teilnehmer noch fehlende Bausteine, die notwendig sind, damit die neue Schule vor Ort auch wirklich funktioniert und den Bedürfnissen des Stadtteils gerecht wird. Die Ideen der Menschen vor Ort bilden damit das Fundament, auf dem der Bildungscampus steht.

Um für den Dialog mit den Kooperationspartnern und Nutzern auch in Zukunft eine stabile Plattform zu haben, wurde auf der Veranstaltung außerdem die Bildung einer Interessensgemeinschaft angeregt. Mit ihren Ideen und Ratschlägen soll die neue Vereinigung perspektivisch die Integration der neuen Schule in den Stadtteil fördern.

 

 

Pressemitteilungen zum Bildungscampus

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