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Der heilige Suitbertus: Ein Missionar im Rheinland

Pfarreiengemeinschaft Angerland Kaiserswerth  6.September  St.-Suitbertus-Patronatsfest der Gemeinde Kaiserswerth Ex-Bild-DB-ID: 28984
Datum:
1. Feb. 2026
Vor mehr als 1300 Jahren brachte der heilige Suitbertus als Erster den christlichen Glauben in das Gebiet des heutigen Düsseldorfs. Schon bevor Suitbertus nach Kaiserswerth kam, hatte er die Bischofsweihe empfangen. Bald nach seinem Tod wurde er als Heiliger verehrt.

Wer war der hei­lige Suit­bertus - oder auch Suit­bert, Swid­bert? Dies ganz ge­nau zu dar­zu­stellen ist kaum mög­lich, denn die­ser Hei­lige leb­te und wirk­te vor lan­ger Zeit, im sehr frü­hen so­ge­nannten Mittel­alter. Schrift­liche Infor­ma­tionen über seine Per­son und sein Wir­ken sind über­lie­fert vom eben­falls als hei­lig ver­ehrten angel­sächs­ischen Bene­diktiner und Ge­schichts­schrei­ber Be­da Venera­bilis, der 10 Jahre (oder: kurz) nach Suitberts Tod von dessen Wirken in seinem Werk über die angelsächsische Kirche berichtet. Sie lebten also bei­spiels­weise noch vor Karl dem Gro­ßen. Suit­bertus soll um das Jahr 637 in England das Licht der Welt er­blickt haben.

Von den britischen Inseln an den Rhein

Die Welt am Rhein war zu die­ser Zeit noch ei­ne ganz an­dere als heute. Das Chris­ten­tum und die ka­tho­lische Kirche wa­ren noch nicht die fest eta­blierten Grö­ßen spä­terer Jahr­hun­derte. Suit­bertus und seine Gefährten wurden in Ir­land aus­gebil­det, im Kloster Rath­melsi­gi, des­sen ge­nauer Stand­ort heute in Ver­gessen­heit ge­raten ist. Ge­mein­sam unter an­de­rem mit Willi­brord, der als Grün­der des Klos­ters Echter­nach und als "Apos­tel der Frie­sen" be­kannt ist, setzte er auf das euro­päische Fest­land über, um die christ­liche Reli­gion dort zu ver­brei­ten. Er wirkte als Missionar.

Kloster in Kaiserswerth gegründet

Nach­dem er zwischen­zeit­lich in Eng­land zum Bischof ge­weiht wor­den war, voll­zog Suit­bertus schließ­lich auf einer Rhein­insel ei­nen bis heute nach­wir­ken­den Akt: Er gründete mit Unterstützung des sehr einflussreichen Pippin des Mittleren ein Kloster - aus dem sich das heutige Kaiserswerth entwickelte. Die­ser war der fak­tische Herr­scher im Franken­reich, der im Übri­gen auch der Friesen­missio­nierung Willi­brords durch die Er­obe­rung Fries­lands den Weg bereitete.

Nur schwer vorstellbar, wieviel Mut, Ausdauer, Zuversicht, Entbehrung und manchmal gewiss auch Angst es auszuhalten galt, um die christliche Botschaft in einem fremden Land den Menschen nahe zu bringen.

Kostbarer Reliquienschrein

Die ehemalige Stiftskirche St. Suitbertus ist eine flachgedeckte dreischiffige Pfeilerbasilika im Düsseldorfer Stadtteil Kaiserswerth. Die Kirche St. Suitbertus war das zweitälteste Mönchskloster in der großen Erzdiözese Köln.  Papst Paul VI. verlieh St. Suitbertus im Jahr 1967 als erste Kirche in Düsseldorf den Ehrentitel Basilica minor. Ex-Bild-DB-ID: 3226

Im Jahr 713, am 1. März, starb Suit­bertus in Kaisers­werth – dieser Tag ist daher auch sein Gedenktag im römischen Heiligenkalender. Im Erz­bis­tum Köln wird seiner am 4. Sep­tember ge­dacht. Mit Gewissheit ist er in seiner Klosterkirche, da­mals noch dem heili­gen Pe­trus ge­wid­met, be­gra­ben wor­den. Heu­te heißt die Kir­che nach ih­rem Grün­der St. Suit­bertus. Es han­delt sich aller­dings um einen Neu­bau aus dem 11. Jahr­hun­dert, der im­mer wie­der um­ge­baut und re­no­viert wurde. In der Ap­sis steht heu­te der kost­bare Suit­bertus­schrein, ge­schaffen im 13. Jahr­hun­dert, der die Reli­quien des hei­ligen Suit­bertus enthält.

Patron einiger Kirchen

Suit­bertus hat sei­ne Spu­ren im Erz­bis­tum Köln hinter­lassen. Sein Na­me – mit Ver­weis auf ihn und sein Wir­ken – taucht an meh­reren Stel­len auf. Gleich ne­ben der nach ihm be­nann­ten Kir­che in Kaisers­werth be­fin­det sich auch das St.-Suit­bertus-Gym­nasium. In Düssel­dorf-Bilk ist er eben­falls Pa­tron einer Kir­che. Stra­ße und Platz dort tra­gen zu­dem sei­nen Na­men. In Rem­scheid wurde En­de des 19. Jahr­hun­derts mit St. Suit­ber­tus das erste ka­tho­lische Gottes­haus seit der Re­forma­tion erbaut. Vom Rhein bis ins Ruhrgebiet stehen weitere Suit­ber­tus-Kir­chen.

Eine besondere Legende

Eine Suit­bertus­straße und eine Suit­bertus­kirche gibt es auch in Ra­tin­gen. In die­ser Stadt wird eine Le­gen­de in Be­zug zum Hei­ligen er­zählt, die "Dume­klemmer-Sa­ge", de­ren histo­rische Korrekt­heit aller­dings be­zwei­felt wird. Dem­nach habe Suit­ber­tus das Christen­tum zu den Ra­tin­gern brin­gen wol­len, die­se wol­lten ihn aber nicht in die Stadt hi­nein­lassen. Sie schlu­gen das Stadt­tor zu und zer­quetsch­ten da­bei den Dau­men des Missio­nars. Suit­bertus zog nicht ab, ohne die wider­spensti­gen Ein­woh­ner mit dem Fluch zu stra­fen, dass ihre Nach­kommen eben­falls alle einen plat­ten Dau­men haben sollten.

Attribut Stern

Auf eine Le­gen­de des spä­ten Mittel­al­ters geht das Attri­but (Zei­chen, bei Pe­trus der Schüs­sel) zu­rück, mit dem Suit­ber­tus als Hei­liger er­kenn­bar in Dar­stellun­gen ver­bun­den wird: der Stern. Seine Mutter sah vor der Geburt einen hell leuchtenden Stern, dessen Strahlen fielen in die Länder beiderseits des Rheins. Ge­deu­tet wur­de dieses Phäno­men in dem Sin­ne, dass es Suit­ber­tus zu­kom­men soll­te, in den bei­den Pro­vin­zen Ger­ma­nien und Gal­lien (wozu Fries­land ge­hörte) sein missio­nari­sches Wir­ken zu entfalten.

Fakten zum heiligen Suitbertus

  • geboren um 637 auf den britischen Inseln
  • Bischofsweihe 692/693 durch Wilfrid von York
  • gestorben am 1. März 713 in Kaiserswerth
  • Gedenktag am 1. März, im Erzbistum Köln am 4. September
  • Attribut: Stern
  • Klostergründung in Kaiserswerth
  • Reliquienschrein in St. Suitbertus, Kaiserswerth
  • Patron mehrerer Kirchen im Erzbistum Köln, Namensgeber von Plätzen und Straßen

Kaiserswerther feiern den heiligen Suitbertus

Mit dem Suitbertusfest gedenken die Kaiserswerther Katholiken alljährlich rund um den 4. September des angelsächsischen Mönches. In diesem Jahr steht jedoch zusätzlich noch eine Besonderheit an:

Ausstellung und Neuversiegelung der Suitbertusreliquien

Der Todestag des Heiligen Suitbertus am 1. März wird diesmal besonders begangen. Im Rahmen der Schreinsrestaurierung wurden auch die Reliquien der Heiligen Suitbertus und Willeicus untersucht. Bevor sie wieder in die Holzkiste gebettet und versiegelt werden, werden sie nach alter Kaiserswerther Tradition am Sonntagmorgen, 1. März, in einem Glasschrein zur Anschauung gebracht – ein Ereignis, das bestimmt für lange Zeit das letzte Mal stattfinden wird.

Folgender Ablauf ist für den Festtag geplant: 7 Uhr Morgengebet in der Basilika St. Suitbertus mit Einsetzung der Reliquien in den Glasschrein, wo sie bis 9.15 Uhr verbleiben. Einladung zum stillen Gebet. Um 10 Uhr Pontifikalamt mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki und Neuversiegelung der Reliquien.

Der Basilikachor singt die Messe D-Dur von Antonín Dvořák. Nach dem Pontifikalamt besteht Gelegenheit zum Gespräch mit dem Erzbischof über die geistliche Zukunftsvision für das Erzbistum und zu einem Mittagsimbiss. 

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