Maternus: Der erste Bischof von Köln

Fakten über den heiligen Maternus

  • Gedenktag: 14. September
  • Festtag im Erzbistum Köln: 11. September
  • gestorben: vermutlich 328
  • erster Bischof von Köln
  • nahm als Bischof von Köln an zwei Synoden teil (313 in Rom, 314 in Arles)
  • Heiligenattribute: drei Mitren oder drei Kirchen
  • Patron gegen Fieber, bei ansteckenden Krankheiten, für das Gedeihen von Weinreben
  • sein Name bedeutet: der Mütterliche

Sein Name bedeutet „der Mütterliche“, er ist Patron gegen Fieber und war der Legende nach Schüler des heiligen Petrus: der heilige Maternus. Das Erzbistum Köln feiert seinen ersten Bischof am 11. September.

2. September 2021

Leben und Legende

Statue an der Kapelle Alt St. Maternus in Köln Rodenkirchen

Über das Leben von Maternus ist historisch nur wenig gesichert: Er ist der erste namentlich bekannte Bischof von Köln und nahm an zwei Synoden teil – 313 in Rom und 314 in Arles. Aus den Dokumenten der Synode in Rom, welche Kaiser Konstantin einberief, geht zudem hervor, dass ihm die Aufgabe eines Richters zukam. 

Die Legenden über Maternus – überwiegend aus dem 9. und 11. Jahrhundert - sind da schon ausführlicher. Ihnen zufolge soll Maternus ein Schüler des Petrus gewesen sein. Dieser schickte ihn auf Missionsreise nach Gallien, zusammen mit Eucharius von Trier, Valerius von Trier und Clemens von Metz. Auf der Reise verstarb Maternus – laut Legende soll er im Elsass vor Erschöpfung tot umgefallen sein – und seine Begleiter kehrten zurück nach Rom. Dort überreichte ihnen Petrus seinen Stab und schickte sie zurück zu Maternus.

Mit dem Stab des Petrus erweckten Eucharius, Valerius und Clemens Maternus, der bereits über 40 Tage im Grab lag, wieder zum Leben. Der erwachte Maternus ging daraufhin nach Köln und gründete dort eine Gemeinde. 

Einige Legenden machen Maternus zum Jüngling von Naïn (Lk 7,11-17), der von Jesus wieder zum Leben erweckt wurde. Andere nennen ihn als den dritten Bischof von Trier und den ersten Bischof von Tongern in Belgien.

Streit um den Stab des Petrus

In den Legenden um den heiligen Maternus ist immer wieder von Streitigkeiten die Rede. Einerseits zwischen den Bistümern Trier und Köln, andererseits zwischen den Städten Aachen und Köln. Streitobjekt ist der Stab des Petrus, dessen Besitz hohes Ansehen und Autorität verlieh und der für die Bistümer als wichtige Reliquie galt.

Ende des 10. Jahrhunderts wurde der Stab nach Auseinandersetzungen zwischen Bruno von Köln und Egbert von Trier geteilt. Ein Teil ging nach Köln, wo er heute in der Domschatzkammer aufbewahrt wird. Die andere Hälfte kam nach Trier, wo sie seit Anfang des 19. Jahrhunderts im Domschatz in Limburg an der Lahn zu sehen ist. Doch auch rund 500 Jahre nach der Teilung lebte die Problematik 1454 beim Reichstag in Regensburg wieder auf, schreibt Georg Gresser im Lexikon für Theologie und Kirche.

Trier oder Köln: Wo liegt Maternus begraben?

Nicht nur der Petrusstab sorgte in den Legenden für Streit. Auch bei der letzten Ruhestätte der Gebeine des Maternus besteht Uneinigkeit. Erstmals wurden 760 seine Reliquien in Trier bezeugt. Anfang des 11. Jahrhunderts sollen sie durch den Trierer Erzbischof Poppo in den Trierer Dom übertragen worden sein. Eine Kölner Überlieferung besagt, dass die Gebeine Mitte des 17. Jahrhunderts in den Kölner Dom überführt wurden.

Eine historisch belegte Grabstätte des Maternus in Köln ist jedoch nicht bekannt. Der Legende nach soll der Leichnam in einen Kahn gelegt worden, von alleine stromaufwärts getrieben und in Rodenkirchen bei Köln gelandet sein. Am Landeplatz wurde eine Kapelle gebaut, die erstmals 989 erwähnt ist. Alt St. Maternus steht auch heute noch am Rheinufer in Rodenkirchen.

Blick auf die Kapelle Alt St. Maternus in Köln Rodenkirchen

Verehrung des heiligen Maternus

Die Verehrung des heiligen Maternus ist erst mit dem 8. Jahrhundert belegt. Um diese Zeit gab es bereits in Trier Maternusreliquien. Im 10. Jahrhundert wird erstmals eine Grabeskirche in Trier erwähnt. 

Das Erzbistum Köln legt sein Entstehen mit den belegten Daten der Synoden von Rom und Arles auf 313/314 fest. Im Erzbistum finden sich einige Referenzen zum ersten Bischof des Bistums. Den Kölner Rathausturm ziert seit 1990 eine Maternus-Statue des Bildhauers Rolf Dunkel. Das Maternusportal an der Nordseite des Kölner Doms erzählt die Legende des Maternus. Die Kölner Erzbischöfe verleihen die Maternusplakette an Personen, die sich besonders verdient gemacht haben. Und das Tagungs- und Gästehaus des Erzbistums - Maternushaus -, in dem auch Abteilungen des Erzbischöflichen Generalvikariats und die Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek untergebracht sind, ist nach dem ersten Bischof von Köln benannt.

Maternusplakette

Maternuskapellen und –kirchen im Erzbistum Köln

Gemessen an der Bedeutung von Maternus als erstem Bischof von Köln, ist er eher selten Patron für Kirchen und Kapellen im Erzbistum.

In Monheim am Rhein stand bis rund 1916 eine Maternus-Kapelle. Sie wurde 1147 erstmals in Urkunden erwähnt und vermutlich im 9. Jahrhundert an der Stelle eines früheren Römerkastells und dem heutigen Haus Bürgel erbaut. Im Innenhof des Museums und Reiterhofs sind die Grundmauern der Kapelle auf dem Boden skizziert.

Die Maternus-Kapelle in Bechen-Schnappe bei Kürten wird erstmals 1673 erwähnt. Über die Entstehungsgeschichte ist nichts bekannt, vermutlich wurde sie aber zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges errichtet, währenddessen viele Menschen an Cholera und Typhus starben. Schließlich ist Maternus Patron bei ansteckenden Krankheiten. Bis in die 1950er-Jahre war die Kapelle Ziel für Flurprozessionen an den Quatembertagen um Christi Himmelfahrt.

Im Kölner Süden ist Maternus neben dem Kappelchen am Rhein Patron für zwei Kirchen. St. Maternus in Rodenkirchen entstand Mitte des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil, nach den Plänen des Architekten Vincenz Statz. St. Maternus in der Neustadt-Süd wurde Mitte der 1950er-Jahre ebenfalls im neugotischen Stil gebaut.

St. Maternus in der Kölner Neustadt-Süd