Laurentius von Rom: Der Heilige mit dem Rost

Fakten über den heiligen Laurentius

  • Gedenktag: 10. August
  • geboren: vermutlich in Osca, heute Huesca, im Nord-Osten Spaniens
  • gestorben: 10. August 258 in Rom
  • Römischer Diakon unter Papst Sixtus II.
  • Stadtpatron der Stadt Wuppertal (und weiterer Städte in Deutschland)
  • Name bedeutet: der Lorbeergeschmückte oder Mann aus Laurentum (lateinisch)
  • Patron der: Armen, Köche und Konditoren, Wirte, Winzer und Weinberge, Hirten und Herden, der armen Seelen
  • angerufen gegen: Feuersbrunst, Brandwunden, Pest, Fieber, bei Augenleiden
  • Bauernregel: Ist der Laurentiustag schön und heiter, folgt ein freundlicher Herbst.

Köche, Winzer und Hirten verehren ihn und das Naturspektakel der Perseiden wird mit seinem Märtyrertod in Verbindung gebracht: der heilige Laurentius. Gedenktag des beliebten Stadtpatrons, der Kaiser Valerian die Stirn bot, ist der 10. August.

6. August 2021

Von Spanien nach Rom

Figur des heiligen Laurentius in der Laurentius-Kirche in Wuppertal-Elberfeld

Laut Überlieferung wurde Laurentius auf einem Landgut in Osca, dem heutigen Huesca, im Nord-Osten Spaniens geboren und soll später nach Rom gekommen sein. Dort war er Diakon unter Papst Sixtus II.

Um den Tod von Laurentius gibt es verschiedene Überlieferungen und Legenden. So soll Papst Sixtus II. kurz vor seiner Enthauptung durch Kaiser Valerian das Kirchenvermögen an Laurentius übergeben haben. Dieser verteilte es an die Leidenden und Armen. Auf die Frage des Kaisers nach dem Kirchenvermögen soll er geantwortet haben, die Armen seien das Vermögen der Kirche. Daraufhin ließ Valerian Laurentius hinrichten.

Der Überlieferung nach soll er enthauptet worden sein, die Legenden sprechen jedoch von einem Märtyrertod auf einem glühenden Rost über stetig unterhaltenem Feuer. Diese Legende findet sich auch in vielen Bildern und Skulpturen des heiligen Laurentius wieder, in denen er mit einem Grillrost dargestellt wird.

Laurentiusverehrung

In der katholischen Kirche ist Laurentius einer der meistverehrten Heiligen. Und auch andere Konfessionen verehren ihn. Die evangelische, anglikanische und orthodoxe Kirche feiert Laurentius am 10. August, die armenisch-apostolische Kirche am 11. August.

Die Laurentiusverehrung kennt viele Formen. Gesegnete Laurenzikohlen bieten Schutz vor Feuer, der Laurentiussegen hilft bei seelischen Qualen oder Verbrennungen und Winzer bringen dem heiligen Laurentius am Festtag die Erstlingstrauben.

In Wuppertal wird der Brauch des gesegneten Laurentiusbrotes weitergeführt. Früher wurde das gesegnete Brot an Arme verteilt, manchmal auch ans Vieh verfüttert. Heute wird das Laurentiusbrot nach der Segnung gegen eine Spende weitergegeben. Der Erlös kommt caritativen Projekten zugute. In diesem Jahr ist er für die "Hochwasserhilfe Wuppertal" bestimmt.

Ein Korb mit gesegnetem Laurentiusbrot

Schutzpatron vieler Städte

Viele Städte und Gemeinden in Deutschland haben den heiligen Laurentius als ihren Stadtpatron auserwählt. Er soll die Stadt unter besonderen Schutz stellen. Im Erzbistum Köln ist Laurentius Stadtpatron von Wuppertal und dem Bonner Stadtteil Hardtberg.

Die Stadt Wuppertal feiert zu Ehren ihres Stadtpatrons jährlich die Laurentiusoktav, ein achttägiges Fest. Sie beginnt am Vorabend des Gedenktags mit einer heiligen Messe. Am 10. August selber findet das Hochamt zum Patrozinium statt. Neben weiteren Gottesdiensten und Veranstaltungen, wie der „Aktion Laurentiusbrot“, sind auch die Reliquien des heiligen Laurentius während der Festwoche ganztägig zur Verehrung auf dem Festaltar in der Basilika St. Laurentius ausgestellt. Während des traditionellen Laurentiusempfangs wird im Gottesdienst die Stadtkerze entzündet.

Festprogramm zur Laurentiusoktav 2021 (PDF)

Wuppertal feiert seinen Stadtpatron

Laurentius und die Perseiden

Jedes Jahr in der ersten Augusthälfte zieht ein wiederkehrender Meteoritenstrom über den Himmel – die Perseiden. Während dieser Tage sind am Nachthimmel unzählige Sternschnuppen zu beobachten. Da sie oft am Laurentiustag erscheinen, werden sie auch Laurentiustränen oder Tränen des Laurentius genannt. Eine Bauerregel besagt: „Sankt Lorenz kommt in finstrer Nacht ganz sicher mit Sternschnuppenpracht“.

Auch die Legende um den heiligen Laurentius kennt dieses Himmelsphänomen. „In der Nacht nach dem Martyrium des Heiligen seien so viele Sternschnuppen gefallen, dass man glaubte, sogar der Himmel weine um den Toten.“, schreibt Alois Döring in seinem Buch über Rheinische Heiligenfeste.

Während der Perseiden ziehen unzählige Sternschnuppen über den Nachthimmel