Ostern feiern: Anregungen, Texte und Materialien

Biblische und liturgische Texte – Anregung für Hausgottesdienst – Familienangebote

30. März 2021

An Ostern feiern die Christen die Auferstehung Jesu. Ostern ist vor Pfingsten und Weihnachten der höchste Feiertag der Katholischen Kirche.

Am Sonntagmorgen kommen einige Frauen, Anhängerinnen Jesu, zum Grab. Plötzlich erscheint ihnen ein Engel, der die frohe Botschaft verkündet: Jesus ist auferstanden. Das Grab ist leer. Die Auferstehung Jesu ist jedoch nicht als wundergleiche Totenerweckung zurück in das irdische Leben zu verstehen. Der auferstandene Christus erscheint – so die Erzählungen der Evangelien – in einem verwandelten Leib und ist als solcher nicht unmittelbar zu erkennen.

Die Jünger Jesu gewinnen aus dem leeren Grab und vielen Erscheinungen die feste Überzeugung, dass Jesus wirklich auferstanden ist. Dieses Zeugnis über den Tod und die Auferstehung Jesu wurde von den Evangelisten in den Evangelien aufgeschrieben.

Christen glauben, dass Jesus Gottes Sohn ist. Das bedeutet, dass Gott in Jesus Mensch geworden ist. Am Kreuz erleidet er unvorstellbare Qualen aus Liebe zu den Menschen, die ihn verraten haben. Doch Jesus besiegt am Ende den Tod. Auch wenn die Menschen immer noch sterben müssen, hat der Tod nicht mehr das letzte Wort. Die Christen glauben, dass auch sie selbst zu einem neuen Leben bei Gott auferstehen. Mit der Auferstehung Christi feiern sie daher auch die Hoffnung auf ihre eigene „ Auferstehung“ nach dem Tod.  

Die Auferstehung Jesu wird zur Geburtsstunde des Christentums. Ohne den Glauben an die Auferstehung wäre der Glaube der Christen sinnlos.

 

Liturgie der Osternacht

Der Ostertag beginnt mit der Feier der Osternacht. Da Jesus am frühen Sonntagmorgen bereits auferstanden war, hat die Auferstehung selbst in der Nacht stattgefunden. Die Feier der Osternacht findet daher nach dem Sonnenuntergang des Samstags und vor dem Sonnenaufgang des Sonntags statt.

Die Liturgie der Osternacht kennt viele verschiedene Zeichenhandlungen, um die Auferstehung Jesu zu feiern:

  • Der 1. Teil der Osternacht ist die Lichtfeier:
    Jesus Christus kam zu uns Menschen als das „Licht der Welt“ (Joh 8,12), an Ostern wird er zum Licht der Hoffnung. Diese Licht-Symbolik wird in der Osternacht besonders am Osterfeuer und in der Osterkerze sichtbar.
    Am Osterfeuer wird die neue Osterkerze entzündet, deren Licht im Kirchenraum verteilt wird. Bereits zu vorchristlicher Zeit war es üblich, Feuer zu entzünden. Das Osterfeuer ist ein Symbol für das Licht, das Christus mit seiner Auferstehung in die Dunkelheit dieser Welt bringt.
    Die brennende Osterkerze wird als Symbol für den Auferstandenen, den die Gläubigen von Anfang an in diesem Gottesdienst unter sich wissen, in die dunkle Kirche hineingetragen. Hier wird die kleine Flamme weitergegeben, sodass das Kerzenlicht den ganzen Raum erhellt. Genauso wie das Feuer der Kerze sollen die Christen die frohe Botschaft der Auferstehung weiterverbreiten, damit die Welt erleuchtet wird. Das Loblied auf die Osterkerze ("Exsultet") erinnert an das Heilshandeln Gottes zu allen Zeiten und dankt und lobt Gott für sein erlösendes Wirken.
  • Der 2. Teil ist der Wortgottesdienst:
    Bis zu sieben Lesungen aus dem Alten Testament und eine Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer ordnen das Ostergeschehen in den großen Kontext der Geschichte Gottes mit den Menschen ein. Von der Schöpfungsgeschichte angefangen wird deutlich, dass Gottes Heilswirken von Anfang in der Geschichte der Menschen wirkt und in der Auferstehung Jesu Christi seinen Höhepunkt gefunden hat. Davon kündet schließlich das Evangelium.
  • Als 3. Teil folgt die Tauffeier:
    Für die Taufe in dieser Nacht und in der Osterzeit segnet der Priester neues Weihwasser – oft „Osterwasser“ genannt. Zu Beginn werden die Heiligen in der Allerheiligenlitanei angerufen, anschließend folgt die Wasserweihe, bei der die Osterkerze in das Wasser getaucht wird. Anschließend wird ggf. den Taufbewerbern die Taufe gespendet. Zur Erneuerung des Taufversprechens befragt der Priester anschließend die Gemeinde, ob sie dem Bösen absagen und an Gott glauben.
    Die Taufe neuer Christen und die Erinnerung an die eigene Taufe haben in der Osternacht ihren Platz, weil die Gläubigen in der Taufe daran Anteil erhalten, was die Liturgie dieser Nacht feiert: die Überwindung des Todes durch Christus.
  • Als 4. und letzter Teil folgt die Eucharistiefeier:
    In der Wandlung von Brot und Wein in die Gegenwart seiner sich hinschenkenden Liebe hat Jesus das Geschehen des Karfreitags bereits am Gründonnerstag vorweggenommen. Durch seine Auferstehung wird nun deutlich, dass Jesus aber am Kreuz nicht gescheitert ist, sondern sich aus freien Stücken für alle Menschen hingegeben hat. Durch ihn sind die Menschen von Sünde und Schuld befreit. In der Eucharistie wird Jesu Gegenwart sichtbar und erlebbar.

Lesungstexte in der Osternacht, am Ostersonntag und Ostermontag

Die Lesungen der Osternacht und er Ostertage ordnen das Ostergeschehen in den großen Kontext der Geschichte Gottes mit den Menschen ein. Die Evangelien gehören zu den wichtigsten, schönsten und bekanntesten Texten des Neuen Testaments.

  • Osternacht:
    In der Osternacht wird jährlich abwechselnd die Auferstehungsgeschichte aus den Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas gelesen – 2021 aus dem Markus-Evangelium (Mk 16, 1–7):
    > Alle Lesungstexte der Osternacht
  • Ostersonntag:
    Das Evangelium am Ostersonntag ist die Auferstehungsgeschichte des Johannes-Evangeliums (Joh 20,1-18). Alternativ kann auch eines der anderen Evangelien der Auferstehung gelesen werden, das nicht in der Osternacht vorgetragen wurde.
    > Alle Lesungstexte des Ostersonntags
  • Ostermontag:
    Das Evangelium ist als „Emmaus-Geschichte“ bekannt: Zwei Jünger, die vom Scheitern und dem Tod Jesu enttäuscht sind, machen sich auf den Weg zurück nach Hause. Unterwegs kommt Jesus hinzu, aber die Jünger erkennen ihn nicht. Er erklärt ihnen, warum alles so passieren musste. Erst abends beim gemeinsamen Abendessen erkennen sie Jesus, als er das Brot bricht und die Jünger machen sich sofort auf den Weg zurück nach Jerusalem. (Lk 24,13-35)
    > Alle Lesungstexte des Ostermontags

> Auslegungen und Deutungen der Bibeltexte

Ostergottesdienst zu Hause feiern

 

Osterläuten, Osterkerze, Osterwasser

  • Osterläuten
    Von Gründonnerstag ab dem Gloria der Messe vom letzten Abendmahl bis zur Osternacht haben die Kirchenglocken geschwiegen. Mit dem Gloria in der Osternacht läuten die Glocken im Vollgeläut, um die österliche Freude über den Sieg des Lebens zum Ausdruck bringen.
    Das Geläut lädt die Menschen dort, wo sie gerade sind, zum persönlichen Gebet ein und soll Zeichen einer Gebetsgemeinschaft sein.

  • Osterkerze
    Eines der sichtbarsten und bekanntesten liturgischen Ostersymbole ist die Osterkerze. Sie wird in der Feier der Osternacht am Osterfeuer entzündet und dann in die dunkle Kirche hineingetragen. Dazu wird dreimalig der Ruf "Lumen Christi – Deo gratias" (Christus, das Licht – Dank sei Gott) gesungen. Das Licht dieser einen Kerze wird weitergegeben an alle Kerzen, die die Gläubigen in Händen halten. Die Osterkerze symbolisiert Jesus Christus als das Licht der Welt.

    Die Osterkerze selbst ist in der Regel reich verziert. Einige Elemente sind dabei fest vorgesehen:
    • ein Kreuz mit fünf Nägeln/Wundmalen,
    • die Buchstaben Alpha und Omega, als Zeichen für Christus als Anfang und Ende (vgl. Offb 22,13)
    • und die aktuelle Jahreszahl.
    Die Osterkerze brennt in der Kirche während der Osterzeit in allen Gottesdiensten in der Nähe des Ambos oder des Altars. In vielen Kirchen steht sie außerhalb der Osterzeit in der Nähe des Taufbrunnens. Zu Beerdigungsmessen wird sie wieder entzündet – als Zeichen der Auferstehungshoffnung im Angesicht des Todes.

    In einigen Kirchengemeinden können Sie kleine Osterkerzen für die Feier zu Hause in der Pfarrkirche oder dem Pfarrbüro abholen. Fragen Sie bei Ihrer Pfarrgemeinde nach, ob das bei Ihnen vor Ort möglich ist.

  • Osterwasser
    Das Weihwasser, das in der Osternacht geweiht wird, erinnert die Gläubigen an ihre Taufe - das österliche Sakrament. Daher kann man es in vielen Kirchen in mitgebrachten Gefäßen mit nach Hause nehmen, um sich dort damit zu bekreuzigen. (Aufgrund der Corona-Pandemie ist diese Möglichkeit evt. nicht überall gegeben.)

Ein ausgedehntes Fest: Osteroktav und Osterzeit

Das Osterfest wird als höchstes Fest der Christen nicht nur einen Tag gefeiert, und auch nicht "nur" bis zum gesetzlichen Feiertag am Ostermontag, sondern eine ganze Woche lang. Das bedeutet, dass in dieser Woche jeder Tag wie der Ostersonntag gefeiert wird. In der katholischen Kirche gibt es neben der Osteroktav nur noch ein weiteres Fest, das weltweit mit einer Oktav gefeiert wird: Weihnachten.

Insgesamt wird das Osterfest mit der Osterzeit fünfzig Tage lang gefeiert. Die Osterzeit endet daher mit dem Pfingstsonntag.

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