Sind Sie frei? Oder fühlen Sie sich so? Wahrscheinlich wird Ihre Antwort gemischt ausfallen. Ja und Nein. „Ja“ – so werden Sie sagen – weil wir in einem Land leben, in dem jede und jeder seine Meinung sagen, seinen Lebensstil wählen, die Partei wählen kann, die er will, usw. „Nein“ – so werden Sie sagen – weil es trotz vieler Freiheiten auch viele Zwänge gibt, die uns vor allem bürokratische Abläufe und finanzielle Engpässe aufzwingen.
Es gibt Menschen, die eine innere Freiheit entwickeln in extremen Situationen der äußeren Unfreiheit. Ich denke hier etwa an den Hl. Maximilian Kolbe, der im Konzentrationslager in Auschwitz sein Leben für einen Mithäftling hingegeben hat. Er ist für ihn freiwillig in den Tod gegangen und hat ihm so das Leben gerettet.
Das ist sicher ein Extrembeispiel – gewiss! Dennoch lerne ich von diesem Beispiel etwas über meine Freiheit. Frei bin ich nicht erst, wenn die Umstände es zulassen. Frei kann ich immer und überall in den Umständen sein. Frei bin ich dann, wenn ich in den Umständen zur Liebe finde.
So wie Jesus selbst. Von ihm heißt es: Er hat sein Leben aus Liebe für uns hingegeben (1 Joh 3,16). Welch eine Freiheit, welch eine Liebe dieser Jesus doch hatte!
