Das Wort „Gelassenheit“, so Kardinal Woelki im aktuellen Impuls der Woche, habe schon etwas Wesentliches an sich. Dabei ginge es nicht darum, einem Laissez-faire-Stil zu frönen.
Der Begriff sei erstmals vom deutschen Mystiker Meister Eckhart verwendet worden. Es gehe darum, zur inneren Ruhe zu finden, sich von einer puren Emotionalität zu befreien. Wirklich gelassen sei nach Meister Eckhardt allerdings nur derjenige, der das eigene Selbst loslassen und in Gott aufgehen könne. „Das scheint wiederum ein so hoher Anspruch zu sein, dass dabei weniger eine Gelassenheit, sondern ein erneuter geistlicher Stress entsteht“, meint der Kölner Erzbischof.
Aber er fügt auch hinzu: „Ich glaube aber, dass mit diesem Loslassen in Gott hinein etwas sehr Sinnvolles gemeint ist. Von Papst Johannes XXIII. ist ein Satz überliefert, den er sich selbst zugesprochen habe, wenn er sich überfordert fühlte: ‚Giovanni, nimm dich nicht so wichtig!‘“
