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Kardinal Woelki: Impuls der Woche

Unser Leben – ein Wollknäuel

Wenn ich die Nachrichten höre, dann denke ich manchmal: Mein Gott – es gibt nur noch Probleme auf unserer Welt. In vielen Gesprächen schildern mir Menschen einen ähnlichen Eindruck. Kriege, Epidemien, Umweltverschmutzung, Korruption – es gibt einfach so unendlich viel Leid, das Menschen in unserer Welt und Gesellschaft bedrängt. 

Manchmal fragt man sich: Blickt da überhaupt noch einer durch? Nicht selten kommt mir das alles vor wie ein verknotetes Wollknäuel mit unendlich vielen Fäden die ganz nah beieinander liegen und unüberschaubar verwickelt sind. Wie also handeln? Am besten ist es, an einem Faden anzufangen. Sich quasi um einen Faden zu kümmern und an ihm zu ziehen. Auch wenn das sinnlos scheint.

Eine Heilige, die das getan hat, war Mutter Teresa von Kalkutta, deren Gedenktag wir am 5. September feiern. Sie hat an einem Faden des Wollknäuels gezogen und sich um die Ärmsten, die Hungernden, die Sterbenden auf den Straßen Kalkuttas gekümmert, weil sie in ihnen Jesus erkannt hat. Dadurch wurde vielen Menschen das Gefühl für ihre gottgeschenkte Würde zurückgegeben.

An einem einzelnen kleinen Faden ziehen, das kann Großes bewirken. Mit Gottes Hilfe.