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Kardinal Woelki: Impuls der Woche

104. Katholikentag in Würzburg

Zum 104. Mal treffen sich engagierte Christinnen und Christen zum Katholikentag. 1848 initiierten Katholiken eine Generalversammlung des damaligen Pius-Vereins in Mainz. Es war auch das Jahr der Revolution in Deutschland. In ganz Europa war eine Aufbruchstimmung zu spüren. Wie alle Bürgerinnen und Bürger forderten auch die Mitglieder der katholischen Kirche Versammlungs-, Vereins- und Pressefreiheit und insbesondere auch Gewissens- und Religionsfreiheit. 

Die Verbindung von Politik und Religion, von Welt und Gott, ist dem Katholikentag bis heute ein besonderes Anliegen. Im Laufe seiner Geschichte war sie immer wieder mal Stein des Anstoßes. 1933 verlangte man von den Veranstaltern des Katholikentages ein „Treuebekenntnis zum Dritten Reich“, welches sie verweigerten. Daraufhin wurde der Katholikentag bis zum Ende der Gewaltherrschaft Hitlers im Jahr 1945 verboten. 

Die Ablehnung des Treuebekenntnisses war damals ein mutiges Bekenntnis zum Glauben gegenüber einem gottlosen Regime. In anderen Ländern unserer Welt ist das Bekenntnis zum christlichen Glauben heute ein zum Teil lebensgefährlicher Akt.

Heute wie damals ist Mut gefragt – Mut in aller Öffentlichkeit zur inneren Wahrheit zu stehen. Jesus sagt von sich: Ich bin die Wahrheit und das Leben. Diesen Glauben an IHN in der Öffentlichkeit zu bekennen - das ist ein Glaube, der Politik macht. Und das ist der Weg der Kirche.