Drei Fragen an Julius Teders:Weltgebetstag um geistliche Berufung

Was bedeutet Ihnen der Weltgebetstag um geistliche Berufungen am 26. April 2026?
Der Weltgebetstag um geistliche Berufungen ist für mich ein Tag der Hoffnung und der Bestärkung. Er erinnert uns daran, dass Berufungen nicht gemacht werden können, sondern Geschenk Gottes sind. Gerade bei lebensprägenden Entscheidungen – ob im Priestertum, Diakonat, Ordensleben oder in anderen Wegen christlicher Sendung – brauchen Menschen Gebet, Ermutigung und Begleitung, um dieses Geschenk zu entdecken und es dauerhaft mit Leben zu füllen.
Im Erzbistum Köln steht der Tag in diesem Jahr unter dem Leitwort "Niemand lebt sich selbst" (Röm 14,7). Das bringt es wunderbar auf den Punkt: Berufung ist nie nur Privatsache. Gott ruft Menschen immer auch für andere. Darum ist dieser Tag kein Nischenthema, sondern ein starkes Zeichen für die ganze Kirche weltweit und auch in unserem Erzbistum Köln.
Was ist das Anliegen der Berufungspastoral im Erzbistum Köln?
Berufungspastoral im Erzbistum Köln will Menschen helfen, den Ruf Gottes im eigenen Leben zu entdecken. Es geht nicht nur um "Nachwuchs" für kirchliche Berufe, sondern um ein Klima, in dem Menschen fragen dürfen: Wofür stehe ich morgens auf? Wozu bin ich gerufen? Was ist Gottes Plan in meinem Leben? Natürlich haben wir besonders die geistlichen Berufungen und die kirchlichen Berufe im Blick. Zugleich möchten wir junge Menschen ermutigen, ihre Sendung auch als getaufte Christinnen und Christen mutig zu leben. Berufungspastoral heißt für mich: zuhören, begleiten, Orientierung geben und Räume schaffen, in denen Glaube, Entscheidungen und persönliches Wachstum möglich werden.
Wie kann man selbst aktiv werden?
Die rogamus-Gebetsgemeinschaft ist hier zum Beispiel ein großer geistlicher Rückhalt für Berufungen in unserem Erzbistum. Tag für Tag beten viele treue Beterinnen und Beter für geistliche Berufungen, für die Menschen, die ihren Weg suchen und auch für die, die ihren Weg schon gefunden haben. Ich erlebe das auch ganz persönlich: Auch ich weiß mich in meiner eigenen Berufung zum Ständigen Diakon vom Gebet vieler Menschen getragen. Das ist für mich etwas sehr Kostbares.
Besonders freue ich mich, dass in diesem Jahr in mehr als 120 Gottesdiensten in unserem Erzbistum Köln dafür gebetet wird, dass Menschen ihre Berufung finden und ihr treu folgen können. Das ist für unser Erzbistum eine Rekordzahl und ein starkes Zeichen: Das Anliegen der Berufungen ist lebendig in unseren Gemeinden! Ich kann jede und jeden nur dazu ermutigen, ein Teil der großen Gebetsgemeinschaft in unserem Erzbistum zu werden und so Berufungen langfristig und nachhaltig zu stärken.
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