Zum Inhalt springen

Stadtpatron von Neuss:Der heilige Quirinus

Quirinus, Neuss
Datum:
17. April 2026
Er war einer der Märtyrer des frühen Christentums, dessen Leben und Wirken durch Legenden und die kirchliche Tradition überliefert ist. Quirinus von Neuss ist heute besonders als Stadtpatron der Stadt am Rhein bekannt und wird auch in anderen Teilen Europas verehrt. Sein Festtag wird am 30. April gefeiert.

Über das historische Leben des heiligen Quirinus sind nur wenige gesicherte Informationen bekannt. Laut der bekanntesten Überlieferung soll Quirinus ein römischer Tribun, also ein Offizier der römischen Armee, während der Christenverfolgungen unter Kaiser Hadrian (117–138 n. Chr.) gewesen sein. Seine Aufgabe war es, Christen zu verfolgen und hinzurichten.

Dann die Wende: Unter anderem die Heilung der Christin namens Balbina soll laut Überlieferung Quirinus so tief beeindruckt haben, dass er selbst den christlichen Glauben annahm. Dieses Bekenntnis bezahlte er mit seinem Leben, da er sich weigerte, den heidnischen Göttern Roms zu opfern.

Quirinus wurde schließlich gefoltert und enthauptet, vermutlich um das Jahr 130 n. Chr. in Rom. Bestattet wurde er in der Praetextatuskatakombe an der Via Appia.

Reliquien gelangen nach Neuss

Reliquien des heiligen Quirinus sollen nach einer im 15./16. Jh. entstandenen Ortslegende im 11. Jahrhundert nach Neuss am Rhein überführt worden sein, was die Stadt zu einem wichtigen Wallfahrtsort machte. Um 1050 soll Papst Leo IX. die Gebeine Quirinus der Äbtissin Gepa von Neuss übergeben haben. Hier hatte es bereits zuvor eine Verehrung des Heiligen gegeben.

Von Neuss ausgehend verbreitete sich der Kult vor allem im rheinisch-maasländischen Raum.

Quirinusmünster als Pilgerstätte

Zur Aufbewahrung der Reliquien wurde die Quirinus-Münsterkirche in Neuss errichtet. Das Münster wurde zu einem der wichtigsten Pilgerorte im Rheinland, besonders im Mittelalter.

Der Heilige wird oft dargestellt mit Harnisch, Lanze und Schild. Auf dem Schild sind mitunter neun Punkte zu erkennen, die auf eine Interpretation des alten Namens der Stadt Neuss zurückzuführen ist: Novaesia.

Quirinus wird zum Patron

Der heilige Quirinus wird vor allem im deutschsprachigen Raum verehrt, besonders in

  • Neuss, dessen Patron er ist,
  • Teilen von Bayern, etwa in Tegernsee, wo ebenfalls Reliquien verehrt werden
  • Österreich und
  • Italien, wo mehrere Märtyrer namens Quirinus bekannt sind.

Daneben gilt der heilige Quirinus als Patron

  • gegen Pest, Kriegsgefahren und Plagen
  • bei Krankheiten bei Pferden, weshalb er auch als Pferdeheiliger galt
  • der Kinder und Soldaten.

Sein Kult war im Mittelalter sehr lebendig, auch aufgrund der zahlreichen Berichte über Wunder an seinem Grab.

Gedenktag am 30. April

Rund um den 30. April, dem Gedenktag des heiligen Quirinus, findet in Neuss das traditionelle „Quirinusfest“ statt. Gottesdienste, Prozessionen und kulturelle Veranstaltungen prägen den Gedenktag.

Der heilige Quirinus von Neuss steht exemplarisch für die frühe Verbindung von römischer Geschichte, christlichem Glauben und regionaler Identität. Auch wenn die historischen Fakten über sein Leben im Dunkeln liegen, ist seine Wirkungsgeschichte in Liturgie, Kunst und Volksfrömmigkeit bis heute spürbar – insbesondere in der Stadt Neuss, wo er tief verwurzelt ist.

Quirinus-Oktav in Neuss

Jedes Jahr um den 30. April feiert die Pfarrei St. Quirin in Neuss die traditionelle Quirinusoktav, ein Höhepunkt im kirchlichen Leben der Stadt, der einmal jährlich zahlreiche Gläubige zusammenführt.

2026 findet die Festwoche vom 25. April bis zum 3. Mai statt. Das umfangreiche Festprogramm startet am Samstag mit einer Jugendmesse und den Nigthfever-Abend.

Ein besonderer Höhepunkt der Festwoche ist am Sonntag, 3. Mai 2026, das Erfüllen des Neusser Gelübdes von 1475 durch die Heimatfreunde.

Den feierlichen Abschluss bildet die Pontifikalmesse mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki am Sonntag, 3. Mai 2026, um 18 Uhr. Daran schließt sich die traditionelle Schreinprozession durch die Stadt an.

Mehr zum Thema

Übersicht: AusZeit – Online-Magazin des Erzbistums Köln

Online-Redaktion

Marzellenstr. 32
50667 Köln

Service und Kontakt