Im Advent, im Advent: Bedeutung und Bräuche der Vorweihnachtszeit

Im Advent steigt die Vorfreude auf Weihnachten. Die Christen bereiten sich auf die Geburt Jesu vor.

23. November 2017

Im Advent steigt die Vorfreude auf Weihnachten. Die Christenheit bereitet sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi, vor (lateinisch Adventus Domini = Ankunft des Herrn) und feiern dabei die Menschwerdung Gottes.

 

Mit dem ersten Adventssonntag beginnt nach katholischer und evangelischer Tradition das neue Kirchenjahr. Um das Warten zu erleichtern, gibt es Adventskränze und Adventskalender. Pünktlich zum Fest steht dann auch der Christbaum. Aber woher kommen die Bräuche und Traditionen der Adventszeit?

Der Adventskalender: Jeden Tag ein Türchen öffnen

Der Adventskalender wurde 1850 von evangelischer Seite entwickelt. Abweichend von den tatsächlichen Adventstagen berücksichtigt er stets die Tage vom 1. bis zum 24. Dezember. Diese Zählweise geht sogar bis ins 15. Jahrhundert zurück. Daran orientieren sich moderne Kalender durch Abstreichen oder Abreißen der Tage bis Heiligabend.

 

Vater des Adventskalenders mit Türchen ist der Verleger Gerhard Lang aus München. 1908 druckte er die ersten Exemplare. Die Nationalsozialisten deuteten die Weihnachtssymbolik zu Märchenmotiven um und beraubten den Adventskalender seiner christlichen Wurzel. Dem stehen katholische und evangelische Kalender gegenüber, die einen pastoralen und pädagogischen Charakter haben.

1. Advent: Beginn des Kirchenjahres

Warum ist das Messgewand am 3. Advent rosa?

Die liturgische Farbe der Adventszeit ist violett. Diese Farbe gilt als Sinnbild für den Übergang und die Verwandlung. In der Liturgie wird die violette Farbe im Advent und in der Fastenzeit (Österliche Bußzeit) getragen. Auch bei kirchlichen Begräbnisfeien und an Allerseelen kann violett verwendet werden.

 

Eine besondere Ausnahme bildet der dritte Adventssonntag („Gaudete“: Freut euch!): alternativ zum Violett kann als liturgische Farbe Rosa verwendet werden. Rosa ist eine Aufhellung des Violetten. Die hellere Farbe soll anzeigen, dass bereits mehr als die Hälfte der Adventszeit bereits vorüber ist und  Weihnachten bereits aufleuchtet.

 

Die gleiche "Farbregelung" gibt es am 4. Sonntag der Fastenzeit („Laetare“: Freue dich!), wenn mehr als die Hälfte der österlichen Bußzeit vorüber ist. Nur an diesem beiden Sonntagen wird die liturgische Farbe Rosa verwendet.