Heilige Drei Könige: Herkunft und Bedeutung des Feiertags

Jedes Jahr im Januar erinnern tausende Sternsinger an Caspar, Melchior und Balthasar. Wer waren diese drei Magier, die wir als Drei Könige kennen, und welche Bräuche gibt es rund um den 6. Januar?

29. Dezember 2022

Caspar, Melchior und Balthasar

Die Heiligen Drei Könige sind nach den Hir­ten die zweite Gruppe, die zur Krippe mit dem Jesus­kind kommt. Auf ihrem Weg wurden sie durch den "Stern von Beth­lehem" geleitet. Caspar, Mel­chior und Bal­thasar – Ihre Namen stehen stell­ver­tretend für die drei damals bekannten Konti­nente Afrika, Asien und Europa. Ihre Namen erhielten sie im 9. Jahrhundert.

In der Bibel werden sie als „Stern­deuter aus dem Morgen­land“ bezeichnet (vgl. Mt 2,1-12). Im Verlauf der Jahr­hun­derte wurden sie aufgrund ihrer Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe zu Königen. In der katholi­schen Kirche werden die drei Könige als Heilige verehrt. Der ent­sprechende Fest­tag fällt auf das Fest der Er­schei­nung des Herrn am 6. Januar.

Erst Sterndeuter und Magier, heute Könige

Die genaue Zahl der Stern­deuter und ihr Adel­stand sind nicht im Matthäus-Evangelium ange­geben. Die Zahl wurde anhand der auf­ge­führten Ge­schenke später auf drei fest­gelegt. Aus deutschen und französi­schen Mysterien­spielen geht hervor, dass jeder König einen der Kon­tinente der damals be­kannten Welt reprä­sen­tiert: Afrika, Asien und Europa. Ein Zeichen dafür, dass die ganze Welt zu Jesus kommt.

Eine andere Aus­legung des Evangeliums besagt, dass sie für das Menschen­ge­schlecht stehen, das auf die drei Söhne des Noah zurückgeht. In der Ikono­graphie sind sie stets als Jüng­ling, Erwachsener und Greis abgebildet und stehen symbolisch für die drei Alter des Menschen.

Die katholische Kirche kennt kein eigenes Fest "Dreikönig". Vielmehr reiht es sich in die Erschei­nungs­folge Gottes in der Welt ein:

  • Geburt Jesu an Weihnachten
  • Huldigung der Magier am Fest "Erscheinung des Herrn"
  • Taufe Jesu
  • Hochzeit zu Kana

Die Heiligen Drei Könige ruhen im Kölner Dom

Die Gebeine der Heiligen Drei Könige ruhen im Drei­königs­schrein des Kölner Doms, der zwischen 1180 und 1215 gefertigt wurde. 1162 hatte Friedrich Barbarossa die Reliquien nach der Zer­störung Mailands mit­genommen und sie seinem Kanzler Rainald von Dassel übergeben. Dieser war zu dieser Zeit Erzbischof von Köln und so kamen die Heiligen Drei Könige an den Rhein.

1200 wurden die Häupter von den Gebeinen getrennt und gekrönt. Bis heute zieren die Kronen das Wappen der Stadt Köln.

Dreikönigswasser: Brauchtum am Dreikönigstag

Der Heiligen Drei Könige wird am Hochfest Erscheinung des Herrn gedacht. Daher war es am 6. Januar Brauch, das sogenannte „Dreikönigswasser“ zu weihen. In Anlehnung an die Taufe wurde dabei Wasser einem Fluss entnommen, gesegnet und sollte Schutz vor Unwettern gewähren. Dieser Tag wurde besonders feierlich begangen, da er auch das Ende der Rauhnächte markiert. Noch heute lebt dieser Brauch in der orthodoxen Kirche.

Sternsinger ziehen durch die Straßen

Ein weithin bekannter Brauch ist das Dreikönigssingen beziehungsweise Sternsingen: „Gesundheit und Kraft im Neuen Jahr, wünschen euch Caspar, Melchior und Balthasar“. Vom Festtag der Geburt des Herrn bis um den 6. Januar ziehen Kinder – als drei Könige gekleidet – von Haus zu Haus, überbringen den Segen des Jesuskindes und bitten um eine Spende für Kinder in Not.

Dieser Brauch ist bereits seit dem 16. Jahrhundert belegt. Seit 1959 ist die Aktion Dreikönigssingen "Sternsingeraktion" die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder.

Meist ist einer der als Könige verkleideten Sternsinger im Gesicht schwarz geschminkt. Seit dem 8. Jahrhundert gibt es in der Kunst Darstellungen, die einen schwarzen König zeigen. Zuerst war das Caspar, später Melchior. Hintergrund war, dass die drei Könige die damals bekannten drei Erdteile Europa, Afrika und Asien repräsentierten. Der schwarze König stand für Afrika. Wenn diese Tradition von Sternsingern fortgeführt wird, macht das eine christliche Überzeugung sichtbar: Mit der Geburt Jesu wird Gott Mensch für alle Menschen weltweit. Ein schwarz geschminkter Sternsinger soll daher zum Ausdruck bringen, dass die Weihnachtsbotschaft für alle Menschen gilt, ganz gleich, welche Hautfarbe sie haben.

Manche Sternsinger verzichten darauf, sich schwarz zu schminken. Oft hat das ganz einfache Gründe: Viele Kinder finden die Schminke unangenehm oder vertragen sie einfach nicht; andere möchten auf Fotos auch gerne wiedererkannt werden, z.B. beim Sternsingerempfang des Bürgermeisters oder des Bundespräsidenten.

Kontaktlos und kreativ: Sternsingen während der Corona-Pandemie

Während der Corona-Pandemie und eines erneuten Lockdowns zum Jahresbeginn 2021 konnten die Sternsinger nicht wie gewohnt ihren Segen von Haus zu Haus bringen. Ausgefallen ist die Aktion Dreikönigssingen allerdings nicht, denn mit kreativen Alternativen konnte das Sternsingen kontaktlos durchgeführt werden – zum Beispiel mit einem digitalen Segen und der digitalen Spendendose.

 

Sternsinger im Dom 2021 mit Masken aufgrund der Corona-Pandemie