Weihnachten 2020: Alles über Ursprung und Geschichte des Weihnachtsfests

Weihnachten: Hier finden Sie ausführliche Informationen zu Ursprung, Bedeutung und Geschichte des Weihnachtsfests.

15. Dezember 2020

Weihnachten in der Bibel: Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas

Im Advent bereiten sich die Christen auf die Ankunft Jesu Christi vor. Die Vorgeschichte umfasst die Verkündigung Mariens durch den Engel Gabriel und die Suche nach einer Herberge. Lukas ist der einzige Evangelist, der über die Geburt Jesu (Lk 2,1-20) berichtet. Bevor Jesus geboren wird, müssen sich Josef und Maria in eine Steuerliste eintragen und sind  deswegen auf dem Weg nach Betlehem.

Die drei Weisen aus dem Morgenland – die heiligen drei Könige – kommen allerdings ausschließlich im Matthäusevangelium vor und huldigen dem neugeborenen König der Juden.

Die Entwicklung des Weihnachtfestes

Die Bedeutung des Weihnachtsfests lag in der Urkirche deutlich hinter dem Osterfest. Was sollte ebenso wichtig sein wie die Auferstehung Jesu? Wichtig war in diesem Zusammenhang die Frage, ob Jesus nun ein Gott in Menschengestalt oder ganz Mensch war. Die Frage wird am 25. Dezember und am 6. Januar beantwortet: An Weihnachten wird Gott Mensch, am Fest Erscheinung des Herrn ist Gott Mensch. So kommt er auch auf die Welt: klein, wehrlos und allen Gefahren der Welt ausgeliefert. Er ist der Messias, den die Propheten des Alten Testaments angekündigt haben. Das Weihnachtsfest hat sich aber erst in den letzten Jahrhunderten zu dem entwickelt, wie wir es heute kennen:

  • 3. und 5. Jahrhundert: Weihnachten wird zum Fest. Auf dem Konzil von Konstantinopel (381) legt die Kirche den 25. Dezember als Termin fest.
  • In der Folge – im 5. und 6. Jahrhundert – erfährt das Weihnachtsfest durch Missionierungen in Germanien und der Krönung Kaiser Karls des Großen (Weihnachten 800) Eigenständigkeit und wird ab 831 als viertägiges Hochfest begangen.
  • Bis zum 9. Jahrhundert entwickelt sich der Weihnachtsfestkreis. Dafür setzten die drei Feste Geburt, Erscheinung und Lichtmess (Darstellung des Herrn) die Akzente. Daraus ergibt sich ähnlich wie beim Osterfest eine Dreiteilung. Drei Weihnachtsfestkreis endet je nach Konfession an Dreikönig oder am Fest der Taufe des Herrn am darauffolgenden Sonntag.
  • Bis in die Zeit der Reformation wird Weihnachten ein Fest der Gefühle. Krippenspiele und Darstellung der Geburt Jesu in der Kunst halten Einzug in der Kirche und werden fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Sie sind heute noch Teil der Feierlichkeiten am Heiligen Abend.
  • Martin Luther überträgt im Jahr 1535 dem Christkind die Aufgabe, die Geschenke zu verteilen. Das Christkind verbreitet sich zunächst im evangelischen und später auch im katholischen Deutschland. In den Niederlanden verteilt bis heute der Nikolaus die Geschenke. Von dort gelangt er in die USA, wo er als Weihnachtsmann – auch als Santa Claus – säkularisiert und zum Sinnbild des Konsums wird.
  • Im Lauf des 19. Jahrhunderts wird aus dem Fest der Geburt Christi ein Familienfest. Im Zeitalter des Biedermeier sind Krippenspiele und Weihnachtslieder feste Bestandteile und Rituale an Weihnachten.

Jeder Weihnachtsgottesdienst hat einen eigenen Fokus

  1. Die Christmette
    Die Christmette wird am Abend des 24. Dezember bzw. in der "Heiligen Nacht" zum 25. Dezember gefeiert. Das bekannte Weihnachts-Evangelium (Lk 2,1-14) erzählt, wie Jesus Mensch geworden ist.

  2. Die Hirtenmesse
    Die Hirtenmesse ist wohl der ruhigste aller Weihnachtsgottesdienste. Gleichzeitig hat er wegen seiner Uhrzeit am frühen Morgen des 25.12. auch am wenigsten Besucher. Der Fokus des Gottesdienstes liegt auf den Hirten – wie und was sie damals bei der Geburt Jesu erlebt haben. Dieser Gedanke findet sich übrigens auch in vielen bekannten Weihnachtsliedern, wie "Kommet, ihr Hirten" oder "Ich steh an deiner Krippe hier". Das Evangelium in diesem Gottesdienst schließt inhaltlich direkt an den Text aus der Christmette an (Lk 2,15-20).
    Der Kölner Stadtdechant Monsignore Robert Kleine erklärt das Besondere der Hirtenmesse am 25. Dezember. Der Radio-Beitrag von Elvis Katticaren für „Himmel und Erde“ wurde am 25. Dezember 2019 auf Radio Köln gesendet.

  3. Hochamt am 1. Weihnachtstag
    Das Evangelium in diesem Gottesdienst ist der Anfang des Johannes-Evangeliums, der sogenannte Johannes-Prolog (Joh 1,1-18). Es ist ein sehr theologischer Text, der die Menschwerdung Gottes tiefer reflektiert. Krippe, Stroh und Hirten kommen hier nicht vor. Die Kirche liest diesen Bibelabschnitt dennoch gerade bewusst im Anblick der Krippendarstellung, um die tiefere Dimension des Geschehens deutlich zu machen.

  4. Gottesdienst am 26. Dezember
    Weihnachten spielt am 26. Dezember in den Gottesdiensten nur eine untergeordnete Rolle. An diesem Tag gedenkt die Kirche des hl. Stephanus, dem ersten Märtyrer. Gleichzeitig ist der 26.12. der Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen.