Blasius-Segen: Schutz vor Halskrankheiten

Rund um den 3. Februar kann man den Blasius-Segen empfangen. Damit bittet man besonders um den Schutz vor Halskrankheiten. Aber kann der Segen auch corona-konform gespendet werden?

26. Januar 2022

Legende zum Hl. Blasius

Nach der bekanntesten Legende soll Blasius aus dem Gefängnis heraus durch Gebete einen Jungen gerettet haben, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte. Auf diese Erzählung geht seine Verehrung als Schutzheiliger bei Halskrankheiten zurück. Sie ist für den Orient seit dem 6. Jahrhundert und im Abendland spätestens ab dem 9. Jahrhundert belegt.

Gekreuzte Kerzen für den Blasiussegen

Beim Blasiussegen werden gekreuzte Kerzen verwendet. Eine Möglichkeit, wie man diesen Brauch verstehen könnte, besteht darin, dass Blasius während des Gretenwunders im Gefängnis war und die Kerzen daran erinnern. Er saß also wörtlich "hinter Gittern". Die Kerzen, durch die der Segen gespendet wird, könnten diese Gitter symbolisieren und damit zeigen, dass das Gebet durch alle Gitter dieser Welt hindurch kommen kann.

Wann wird der Blasius-Segen gespendet?

Der Blasiussegen wird eigentlich am Gedenktag des hl. Blasius am 3. Februar gespendet.

Darüber hinaus ist es möglich, den Segen zu spenden

  • ab dem Vorabend des Gedenktages des hl. Blasius (3. Februar), also am 2. Februar abends. Da am 2. Februar das Fest „Darstellung des Herrn“ (früher: Mariä Lichtmess) gefeiert wird, wird der Segen aus praktischen Gründen oft im Anschluss an diese Messe gespendet. Eigentlich hat der Blasius-Segen aber nichts mit dem Fest "Darstellung des Herrn" zu tun.
  • am Sonntag nach dem 3. Februar ab der Vorabendmesse – also ab Samstagabend.

Der Segen wird grundsätzlich jedem einzeln gespendet, gerade weil es um diese persönliche Zusage der Nähe Gottes geht.

Blasius-Segen corona-konform?

Auch während der Corona-Pandemie kann der Blasius-Segen unter Beachtung von Hygiene-Regeln gespendet werden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Der Segen kann durch eine schützende Plexiglasscheibe gespendet werden, wie sie mancherorts aktuell auch bei der Kommunionausteilung verwendet wird. Wenigstens der Empfänger muss dabei nach den aktuell geltenden Regeln eine medizinische Mund-Nase Bedeckung tragen.
  • Alternativ können Spender und Empfänger für den Blasius-Segen eine medizinische Mund-Nase-Bedeckung tragen. Das Tragen einer FFP2-Maske ist dabei besonders empfehlenswert, außerdem sollte ausreichend Abstand eingehalten werden.

Was ist, wenn der Schutz des Blasius-Segens nicht funktioniert?

Prof. Dr. Alexander Saberschinsky (Theologieprofessor und Referent für Liturgie in der Hauptabteilung Seelsorge des Erzbischöflichen Generalvikariats Köln) erklärt im Domradio-Interview die Wirkung des Blasius-Segens so: "Ich möchte einen Vergleich heranziehen aus dem zwischenmenschlichen Bereich. Wenn mir jemand "alles Gute" wünscht und ich dann hinterher doch Pech habe, dann gebe ich ihm ja nicht die Schuld dafür. Jetzt könnte man natürlich sagen, vom lieben Gott erwarten wir aber ein bisschen mehr als von anderen Mitmenschen. Aber das heißt ja nicht, dass er der bessere Virologe ist.

Christus, in dem Gott Mensch geworden ist, will uns als Licht der Welt auch persönlich ganz nahe sein. Das spricht mir eigentlich dieser Segen zu. Und er will uns nahe sein in schweren Stunden, auch in Krankheit. Dass hier die Halskrankheiten erwähnt werden, das hängt mit der Legende des heiligen Blasius zusammen. Und er will uns auch in der Corona-Krise nahe sein. Das heißt nicht, dass er uns einfach alles erspart, aber es heißt, dass er uns nahe ist in allen Situationen, auch in den schwersten."

Radiobeitrag zum Blasius-Segen

Radiobeitrag vom 30.1.2022 von Annette Florin für Himmel und Erde in Antenne Düsseldorf