Karneval 2018: Bedeutung und Geschichte des Karnevals

Was ist der Ursprung des Karnevals? Was steckt hinter den Tagen Weiberfastnacht, Rosenmontag und Veilchendienstag?

22. Januar 2018

Karneval 2018: Herkunft und Geschichte

Als Karneval bezeichnet man das Brauchtum vor der christlichen Fastenzeit. Der Begriff wird vor allem im Rheinland verwendet. In anderen Teilen Deutschlands sind die Bezeichnungen Fasching oder Fastnacht verbreiteter. Besonders in Baden-Württemberg wird bis heute zwischen Karneval und schwäbisch-alemannischer Fastnacht unterschieden. In Deutschland beginnt die „Fünfte Jahreszeit“ traditionell am 11. November und endet an Aschermittwoch. 

Vorläufer des Karnevals wurden bereits vor ca. 5000 Jahren in Mesopotamien gefeiert. Schon damals gab es die Idee des Gleichheitsprinzips während der Feierlichkeiten. Arbeiter und Herrscher standen für kurze Zeit auf einer Stufe – dieses Prinzip ist bis heute Teil des Karnevals. Im Mittelalter, etwa vom 12. bis zum 16. Jahrhundert, feierte man rund um den 6. Januar Narrenfeste, in deren Rahmen auch kirchliche Rituale parodiert wurden.

Aus dieser Zeit (1206) stammt auch die älteste bekannte literarische Erwähnung der „fasnaht“ im Parzival von Wolfram von Eschenbach. Auch der Begriff „Vaschanc“ taucht im 13. Jahrhundert in Süddeutschland und im bayrisch-österreichischen Raum auf. Seit dem 17. Jahrhundert ist „Karneval“ bezeugt, doch dessen Wortgeschichte bleibt unklar. Mit der Fastenzeit im Hinterkopf schließt man auf die Übersetzung von lat. „carnelevale“ („Fleischwegnahme“).

Im sogenannten Eidbuch der Stadt Köln aus dem Jahr 1341 ist das Wort „Fastelovend“ dokumentiert. 1422 wird zum ersten Mal der Kölner Bauer in einem Gedicht erwähnt. Als Verkörperung der Stadtgründerin Agrippina ist die Kölner Jungfrau  erstmals 1570 an der Seite des Bauern dokumentiert. Im Februar 1729 feierten Nonnen des Kölner St. Mauritius Klosters am Donnerstag vor Karneval in weltlicher Verkleidung - vermutlich der Ursprung der Weiberfastnacht.

In dem Versuch, die öffentliche Ordnung zu wahren, wurden im Laufe der Jahrhunderte die Karnevalsfeierlichkeiten in Köln mehrmals verboten. Auch die Reformation stand der vorösterlichen Fastenzeit kritisch gegenüber. Dadurch gerieten viele Bräuche in protestantischen Regionen zum Teil in Vergessenheit.

Nach dem Einmarsch französischer Truppen untersagten die Besatzer den Kölnern 1795 das Feiern. 1804 waren Karneval und Maskenbälle zwar wieder erlaubt, der Straßenkarneval war aber nahezu ausgestorben. Nach dem Abzug der Franzosen gehörte Köln zu Preußen. In dieser Zeit wurde der Kölner Karneval wieder neu belebt, unter anderem durch die Gründung des „Festordnenden Comitees“ (Festkomitee des Kölner Karnevals) im Jahr 1823.

Weiberfastnacht: Die Beueler Wäscherinnen

Mit der Weiberfastnacht am Donnerstag beginnt der Straßenkarneval. An Weiberfastnacht gibt es einen besonderen Brauch in Bonn Beuel: Vor mehr als 180 Jahren entstand der Brauch der Wäscherinnen, am Donnerstag vor Karneval nicht die Wäsche, sondern die Männer „in die Mangel zu nehmen“.Die Beueler Wäscherinnen und Bleicherinnen wehrten sich damit gegen die unzumutbaren körperlichen und seelischen Belastungen. Sie trafen sie sich zum Kaffeeklatsch mit klaren Regeln: Die Frauen mussten über eheliche Treue und Alkoholexzesse ihrer Männer berichten. Männer waren in dieser Runde nicht erlaubt.Der Brauch der Wäscherinnen besteht ungebrochen bis heute. Seit 1958 benennen die Beueler Weiber alljährlich eine Repräsentantin aus ihren eigenen Reihen, die sogenannte „Wäscherprinzessin“. Diese zieht am Karnevalsdonnerstag zum Sturm auf das rechtsrheinische Beueler Rathaus, das vom Bonner Oberbürgermeister verteidigt wird.

Karnevalssonntag: Loss Jon im Kölner Dom

Am Sonntag befinden sich die Karnevalshochburgen mitten in der fünften Jahreszeit. Im Kölner Dom findet um 10 Uhr das Pontifikalamt statt und im Anschluss wird ein besonderer Registerzug der Schwalbennest-Orgel gezogen. Wird „Loss Jon“ der Orgel gezogen, wird automatisch „Mer losse dr Dom in Kölle“ gespielt und unter der Orgel kommt ein Jeck hinter einer Klappe zum Vorschein. Als 1998 die Orgel gebaut wurde, erdachten sich die Orgelbauer diese kölsche Besonderheit. Die Figur ähnelt dem damaligen Dompropst Bernard Henrichs. Nur zweimal im Jahr wird das Register gezogen: Beim Karnevalistengottesdienst im Januar und am Karnevalssonntag.

 

 

 

Rosenmontag: Ein Feiertag für die Jecken

Am Rosenmontag ist der Rosenmontagszug Tradition und Höhepunkt des jecken Treibens. Nach den napoleonischen Kriegen gründete sich 1822 das „festordnende Comitee“ in Köln. Dessen jährliche Hauptversammlung fand am Montag nach dem vierten Fastensonntag – dem Laetare-Sonntag, statt. Dieser heißt seit dem 11. Jahrhundert auch Rosensonntag, weil der Papst an diesem Tag eine goldene Rose verschenkte.

Veilchendienstag: Höhepunkt des Karneval und Nubbelverbrennung

Der Veilchendienstag kann frühestens auf den 3. Februar, spätestens auf den 9. März fallen. 2018 ist es der 13. Februar.

Der Veilchen- oder Fastnachtsdienstag ist der Tag zwischen Rosenmontag und Aschermittwoch und damit Höhepunkt des Karneval. Der größte Karnevalsumzug an Veilchendienstag findet in Mönchengladbach statt. In Köln ziehen kleinere Umzüge durch die Straßen der Veedel.

 

Abends kommen die Kölner für die sogenannte Nubbelverbrennung zusammen. Der Nubbel ist eine lebensgroße Strohpuppe und ist der Sündenbock im rheinischen Karneval. Er wird an Weiberfastnacht aufgehängt und hängt während der Tage über den Kneipen. Um 24 Uhr wird er in einem Leichenzug durch die Stadt getragen und verbrannt. Damit endet symbolisch der Karneval.

Der Nubbel ist ein Sündenbock und wird „verurteilt“: Er ist schuld, dass beispielsweise die Feiernden ihr ganzes Geld „versoffen“ haben. Mit dem Nubbel werden gleichzeitig auch alle Sünden und Verfehlungen verbrannt.