Ostern: Das Fest der Auferstehung Jesu Christi

An Ostern feiern Christen weltweit den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Wie passen Osterhase und Osterei dazu?

23. März 2018
An Ostern feiern Christen weltweit den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Wie passen Osterhase und Osterei dazu?

Von Palmen, Kreuzwegen und Ostereiern

Die Karwoche ist die wichtigste Woche im Kirchenjahr. Die Liturgie der Karwoche unterscheidet sich deutlich von den üblichen Sonn- und Feiertagen. Zu ihr gehören der

  • Palmsonntag
  • Gründonnerstag
  • Karfreitag
  • Karsamstag
  • Ostersonntag

Die Feiertage der Karwoche im Überblick

  1. Der Palmsonntag eröffnet die Karwoche. An diesem letzten Fastensonntag gedenkt die Kirche des Einzugs Jesu in Jerusalem. Das Evangelium erzählt die Passion Christi. Die Gemeinde zieht mit gesegneten Palmen durch die Straßen zur heiligen Messe in die Kirche. Die Gläubigen verwenden statt Palmzweigen auch Buchsbaum-Büschel. Die Gemeindemitglieder nehmen die gesegneten Zweige mit und schmücken damit die Kruzifixe im Haus. Die übrigen werden im Jahr darauf am Aschermittwoch oder im Osterfeuer verbrannt. Palmen gelten als Symbol des Lebens und Sieges.
  2. Am Gründonnerstag hält Jesus das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern. An diesem Tag setzt er die Eucharistie ein. Er gibt sich freiwillig dem Leiden hin und wäscht seinen Jüngern als Zeichen seiner Liebe die Füße. In der feierlichen Messe ahmt der Priester diese Handlung nach und folgt dem Gebot Jesu: "Liebt einander, wie ich euch geliebt habe." An diesem Tag läuten die Glocken ein letztes Mal. Im Volksmund heißt es, sie fliegen nach Rom und bringen zur Osternacht den Segen des Auferstandenen mit. Am Gründonnerstag wird Jesus im Garten Gethsemane gefangen genommen. Zum Gedenken daran räumt der Priester den Altar ab und leert den Tabernakel.
  3. Am Karfreitag kennt die Kirche keinen Gottesdienst im herkömmlichen Sinn. Der Altar ist abgeräumt, die Glocken schweigen, der Tabernakel ist leer – die Kirche gedenkt des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Es gibt nach wie vor den Brauch, dass Ministranten mit Ratschen die Gemeinde um 15 Uhr zusammenzurufen. Die großen Fürbitten und die Kreuzverehrung durch Priester und Gemeinde bilden die Mittelpunkte der Trauerfeier. Die traditionelle Karfreitagsprozession im unterfränkischen Lohr am Main gibt es seit 350 Jahren. Der Prozession wohnen neben den Einheimischen auch viele Touristen und Kirchenferne bei – man kann durchaus von einem missionarischen Charakter der Prozession sprechen. Neben dem Aschermittwoch ist der Karfreitag ein gebotener Fast- und Abstinenztag.
  4. Karsamstag – der Tag der Grabesruhe. In Südbayern wird der Brauch des Heiligen Grabes seit der Barockzeit gepflegt. Gläubige beten am Grab, entzünden Kerzen und erwarten die Auferstehung. Laut Glaubenslehre steigt der Herr hinab in die Unterwelt und befreit die Seelen der Gerechten vom Tod. In seiner Auferstehung wird allen Gläubigen das neue Leben zuteil. Für Speisenweihe in der Auferstehungsmesse werden an diesem Tag die Speisen hergerichtet. Eier werden gekocht und gefärbt und sind neben Osterlamm, Fleisch, Brot und Salz im Korb für die Speisenweihe.
  5. Am Ostersonntag feiern die Christen die Auferstehung Jesu. Der ostertag beginnt mit der Feier der Osternacht. Da Jesus nach den Berichetn der Bibel (vgl. Mt 28,1) vor dem Anbruch des neuen Tages auferstanden war, ist der Zeitrahmen der Auferstehung zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang eingrenzbar. Am Osterfeuer wird die neue Osterkerze entzündet, deren Licht im Kirchenraum verteilt wird. Bereits zu vorchristlicher Zeit war es üblich, Feuer zu entzünden. Die Christen tun dies seit ungefähr seit dem Jahr 750. Das Loblied der Osterkerze ("Exsultet") eröffnet den festlichen Gottesdienst. Am Ostersonntag endet die Fastenzeit. In dieser "Nacht der Nächte" segnet der Priester das neue Wasser, mit dem er – oft auch direkt in der Osternacht – tauft.

Osterhase, Ostereier und Osterwitze - Osterbräuche und ihre Bedeutung

Der Osterhase bringt die Eier - aber warum gerade er? Weil der Hase für die Dreieinigkeit steht. Das Paderborner Dreihasenfenster belegt dies. Den Protestanten verdankt er seine Aufgabe: Diese lehnten die katholischen Bräuche ab und überließen es dem Hasen, die Eier zu bemalen und zu verteilen. Dabei war auch der Hase schon zu vorchristlicher Zeit ein Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben. Diesem Brauch wohnt also durchaus etwas Christliches inne.

Das Ei als Symbol des Lebens war bereits im 4. Jahrhundert eine Grabbeigabe. Die Verbindung zur Auferstehung Jesu liegt nahe: Die Schale des Eis (Zeichen für das Grab) birgt Leben in sich.

In der Fastenzeit durften früher zudem keine Eier verzehrt werden, und so musste man sie haltbar machen. Dies geschah, indem man sie kochte und anschließend bemalte. So konnte man die gekochten von den rohen Eiern unterscheiden. Gefärbt wird seit dem 13. Jahrhundert, nach ihnen gesucht seit dem 19. Jahrhundert.

Brauch ist am Ostersonntag vielerorts auch der Osterwitz. Der Priester erzählt ihn am Ende der Messe, damit die Gläubigen symbolisch den Tod auslachen und ihm so die Schrecken nehmen. In diesem Sinne:

"Nach der Kreuzigung Christi kommt Nikodemus zu Josef von Arimathäa und bittet ihn, sein Grab für Jesus zur Verfügung zu stellen, doch dieser nennt Ausflüchte: "Ich brauche das Grab für mich und meine Familie." Darauf Nikodemus: "Stell dich nicht so an – ist doch nur übers Wochenende!""