Hochfest Christi Himmelfahrt: Ursprung und Bedeutung des Feiertags

An Christi Himmelfahrt feiert die Kirche die Rückkehr des Gottessohnes zu seinem Vater im Himmel.

27. Mai 2019

40 Tage nach Ostern feiert die Kirche mit dem Hochfest Christi Himmelfahrt die Rückkehr des Gottessohnes zu seinem Vater im Himmel. Seit den 1930er Jahren ist Christi Himmelfahrt in ganz Deutschland ein gesetzlicher Feiertag. Am gleichen Tag feiern viele Väter den Vatertag.

Christi Himmelfahrt wird im 4. Jahrhundert zum eigenständigen Fest

Die frühe Kirche kannte Christi Himmelfahrt noch nicht als eigenes Fest. Tod, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu wurden am gleichen Tag gefeiert. Erst das Konzil von Nicäa (325) setzte die 40 Tage zwischen Auferstehung und Himmelfahrt durch und erhob den Tag zum eigenständigen Hochfest.

Die Apostelgeschichte (Apg 1, 1-11) berichtet davon, dass Jesus 40 Tage nach seiner Auferstehung zum Himmel emporgehoben wurde und eine Wolke ihn den Blicken seiner Jünger entzog. Die „Himmelfahrt“ sollte nach theologischem Verständnis jedoch nicht wortwörtlich verstanden werden: Jesus hat vielmehr Teil am göttlichen Leben und ist Gott auf ewig gleich geworden.

Seltener Brauch: Christusfigur wird in der Kirche emporgezogen

Um die Himmelfahrt erleb- und greifbar zu machen, hat sich folgender Brauch entwickelt: An Christi Himmelfahrt ziehen Ministranten oder der Küster die Figur des Auferstandenen durch ein Loch in der Kirchendecke und entziehen ihn so den Blicken der Gemeinde. Aus der Öffnung regnet es dann Blüten, Heiligenbildchen und mitunter beispielsweise brennendes Flachs als Sinnbild für die Feuerzungen an Pfingsten. Dieser Brauch ist selten geworden, was daran liegt, dass sich Fürsten und Bischöfe an dieser Art der Volksfrömmigkeit störten. Heute findet sich dieser Brauch nur noch vereinzelt in Süddeutschland.

Christi Himmelfahrt ist auch als Vatertag bekannt

Weitaus gebräuchlicher ist der Name „Vatertag“, der am gleichen Tag gefeiert wird. Die Väter treffen sich zu gemeinsamen Wanderungen oder Ausflügen. Der im Volksmund auch als Männertag bekannte Feiertag hat aber durchaus christliche Wurzeln. Neben den drei sogenannten Bitttagen waren auch Flurumgänge vor Christi Himmelfahrt üblich. Sie erinnerten an den Gang der elf Jünger zum Ölberg, wo sie sich von Jesus verabschiedet haben. Der Ausflug der Männer am Vatertag könnte auf diesen Gang der Jünger zurückgehen.