Drei Fragen an Katja Birkner:Mantelschutzkonzept der Pastoralen Einheiten

Warum gibt es dieses Projekt "Prävention PE kompakt"?
Durch die strukturellen Veränderungen in unserem Erzbistum und den Umbau zu Pastoralen Einheiten entstehen Risiken. Wir von der Stabsstelle unterstützen nun die neuen Pastoralen Einheiten im Erzbistum Köln bei der verpflichtenden Erstellung eines eigenen Mantelschutzkonzeptes. Das Mantelschutzkonzept ist so etwas wie ein gemeinsames "Schutzdach" und gilt für alle Bereiche einer Pastoralen Einheit. Dabei treffen eine ganze Reihe bereits bestehender Einzelschutzkonzepte aufeinander. Wir fangen also nicht bei null an, denn diese Schutzkonzepte zur Prävention sexuellen Missbrauchs gibt es bereits seit 15 Jahren in den Pfarrgemeinden. Wir prüfen und sortieren diese und führen sie zu einem neuen, stimmigen Gesamtkonzept zusammen.
Wie läuft das Projekt ab?
Wir arbeiten im Projekt entlang von drei Schwerpunkten, die eng miteinander verzahnt sind: Zum einen begleiten wir die Pastoralen Einheiten fachlich und prozessual bei der Entwicklung ihres Mantelschutzkonzepts – also von der Bestandsaufnahme bis zur Umsetzung. Gleichzeitig stellen wir eine Praxistoolbox mit Materialien, Vorlagen und guten Beispielen aus anderen Pastoralen Einheiten zur Verfügung, damit niemand bei null anfangen muss und gegenseitiges Lernen möglich wird. Und schließlich qualifizieren wir die Präventionsfachkräfte gezielt für die neuen Anforderungen in den größeren Pastoralen Einheiten. Bei alledem entwickeln wir unser eigenes Beratungsangebot weiter. Gestartet wird mit einer Pilotphase im Sommer 2026, zunächst mit zwei ausgewählten Pastoralen Einheiten. Dort erproben wir das Vorgehen, sammeln Erfahrungen und entwickeln das Projekt dann auf dieser Basis für alle anderen Einheiten weiter.
Das Projekt ist für vier Jahre geplant – was ist das konkrete Ziel bis 2030 und was kommt danach?
Bis 2030 sollen alle 67 Pastoralen Einheiten des Erzbistums Köln über ein vollständiges, lebbares Mantelschutzkonzept verfügen. Dieses Konzept erfüllt dann die Anforderungen der diözesanen Präventionsordnung 2022 und soll nicht nur auf dem Papier existieren, sondern wie ein "lebendiges Dokument" verstanden werden. Es geht also nicht um eine einmalige Pflichtübung, dessen Ergebnis in der Schublade verschwindet, sondern um ein Instrument, das regelmäßig angeschaut, angepasst und weiterentwickelt wird – als Teil einer bewussten Schutzkultur in der gesamten Pastoralen Einheit und im gesamten Erzbistum Köln.
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