Hoffnung trotz großer Not:Weihbischof Steinhäuser auf Delegationsreise in Kolumbien
Gemeinsam mit dem Essener Bischof Franz-Josef Overbeck, Adveniat-Hauptgeschäftsführer Martin Maier und weiteren Bischöfen reiste die Delegation nach Bogotá und Cartagena, um Projekte zu besuchen und mit Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen.
Begegnungen, die unter die Haut gehen
Besonders eindrücklich war für die Delegation der Besuch in einer Anlaufstelle für Geflüchtete in Bogotá. Eine Mutter, die mit ihren vier Kindern aus Venezuela geflohen ist, erzählte hier von ihrer gefährlichen Reise und davon, wie sie zeitweise von ihrem ältesten Sohn getrennt war. Heute lebt die Familie vorübergehend in einer kirchlichen Unterkunft und hofft auf einen Neuanfang.
Mitten in einem sozialen Brennpunkt im Zentrum der kolumbianischen Hauptstadt hat das Erzbistum Köln eine Anlaufstelle für Menschen eingerichtet, die auf der Straße leben. Wer eintritt, muss zunächst eventuell mitgeführte Waffen abgeben. Es handelt sich um einen geschützten Raum, in dem Vertrauen wachsen kann und in dem die Würde jedes Einzelnen wieder sichtbar wird.

Auch die Situation vieler Frauen hat die Delegation bewegt. Im Projekt „Red Tamar“ treffen sie auf Frauen, die Gewalt und sexuelle Ausbeutung erlebt haben. Hier finden sie nicht nur psychosoziale Begleitung, sondern auch konkrete Perspektiven, etwa durch eine Ausbildung als Friseurin oder Kosmetikerin.
In Cartagena besuchte die Gruppe zudem das Projekt „Talitha Qum“, das jungen Frauen neue Lebenswege eröffnet. Viele von ihnen sind noch sehr jung, haben Missbrauch erlebt oder tragen bereits Verantwortung für eigene Kinder. Ordensschwestern begleiten sie Schritt für Schritt in ein selbst bestimmtes Leben.
Zwischen Armut und Hoffnung
Kolumbien ist ein Land der Gegensätze. Mehr als 21 Millionen Menschen leben in Armut, 7,5 Millionen Einwohner sogar in extremer Armut. Gleichzeitig engagieren sich Kirche und Zivilgesellschaft mit großem Einsatz für Veränderung.

Auch Menschen, die vom Sammeln und Recyceln von Abfällen leben, werden durch kirchliche Projekte unterstützt. Eine Mutter berichtete der Delegation, wie sie jeden Tag gemeinsam mit ihrer neunjährigen Tochter bis tief in die Nacht im Müll nach Verwertbarem sucht – unter gefährlichen Bedingungen. Orte, an denen sie Nahrung, Hygiene und Gemeinschaft finden, sind für sie überlebenswichtig.
Kirche als Stimme für Frieden
Neben den sozialen Projekten stand auch der laufende Friedensprozess im Fokus der Reise. In Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kirche und Politik wurde deutlich: Nach Jahrzehnten der Gewalt ist der Weg zur Versöhnung lang und schwierig. Die Kirche versteht sich dabei als Brückenbauerin und Begleiterin.
Weltkirche konkret erlebt
Für Weihbischof Steinhäuser wurde auf der Reise deutlich, wie eng die Kirche weltweit verbunden ist – und wie konkret Hilfe wirkt: „Die Begegnungen in Kolumbien haben mich tief bewegt. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch mit einer Geschichte – oft geprägt von Leid, aber ebenso von großer Hoffnung und Stärke. Besonders beeindruckt hat mich, wie die Kirche vor Ort ganz konkret an der Seite der Menschen steht. Diese Erfahrungen nehme ich mit nach Köln – und sie bestärken mich darin, wie wichtig unsere weltkirchliche Solidarität ist.“
Die Projekte von Adveniat werden maßgeblich durch Spenden finanziert, insbesondere durch die Weihnachtskollekte in den deutschen Bistümern – auch im Erzbistum Köln.
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