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Multireligiöse Feiern: Ein Gott, viele Wege? :Rückblick auf die Interreligiöse Konferenz des Erzbistums Köln 2026

Interreligiöse Konferenz 2026
Datum:
29. Apr. 2026
Von:
Newsdesk/kla
Anlässlich der diesjährigen Interreligiösen Konferenz des Erzbistums Köln haben sich am 22. April mehr als 50 Teilnehmende in der Italienischen Mission über multireligiöse Feiern beraten. Im Mittelpunkt standen theologische Grundlagen des Betens sowie praktische Erfahrungen aus interreligiösen Kontexten.

Was ist bei multireligiösen Feiern erlaubt und was nicht? Diesen Fragen widmete sich der Fachbereich Dialog des Erzbistums Köln gemeinsam mit Weihbischof Rolf Steinhäuser, Bischofsvikar für Ökumene und interreligiösen Dialog, im Rahmen der diesjährigen interreligiösen Konferenz. Anlass waren drei Jahre Praxis seit der Veröffentlichung der Handreichung „Gemeinsam in Vielfalt – Religiöse Feiern in heterogenen Kontexten“.  

Diese beschreibt multireligiöse Feiern als Zeichen der Versöhnung und des Friedens in einer oft als zerrissen beschriebenen Gesellschaft. Mehr als 50 Teilnehmende aus Schule, Caritas, Integrationsarbeit, Religionsgemeinschaften sowie kommunalen und staatlichen Institutionen kamen in der Italienischen Mission in Köln zusammen.

Theologische Perspektiven auf das Gebet

Zwei Schwerpunkte hatte die Konferenz: eine theologische Einführung in die Gebetskulturen der Religion und der Austausch über die derzeit stattfindende Praxis der multireligiösen Feiern an unterschiedlichen Orten. Am Vormittag stellten Vertreter der drei monotheistischen Religionen ihre Vorstellungen und Theologien des Betens vor. Rabbiner Dr. Daniel Katz, Prof. Dr. Alexander Saberschinsky und Dr. Hakki Arslan beschrieben jeweils, dass ihre Religionen sowohl individuelles als auch gemeinschaftliches Beten kennen. Alte Texte sind dabei genauso Teil der Gebetskultur wie freie Gebete, die ein konkretes aktuelles und persönliches Anliegen vor Gott bringen.

Ebenso gilt für alle drei: Gebete richten sich an denselben Adressaten – Gott ist der Anfangs- und Zielpunkt des Betens. Gleichzeitig wurde deutlich herausgearbeitet, dass ein interreligiöses Gebet im theologischen Sinn nicht möglich ist. Unterschiedliche Gottesbilder und Gebetsverständnisse dürften nicht vereinheitlicht werden. Jede Gebetsform muss im Rahmen der multireligiösen Feier erkannt und gewürdigt werden. Ritualgebete, wie sie die drei monotheistischen Religionen kennen, sind deshalb kein Teil einer multireligiösen Feier.

Gemeinsame Feier als symbolisches Zeichen

Ein zentrales Element der Konferenz war eine gemeinsam gestaltete multireligiöse Feier im Konferenzsaal. Sie setzte ein Zeichen dafür, dass gemeinsames Feiern Brücken schlagen kann – auch in einer Zeit religiös aufgeladener Konflikte. Die Feier stand unter dem Leitmotiv von Hoffnung und Aufbruch. Eine symbolische Mauer aus Kartons wurde im Verlauf der Gebete und Beiträge Stück für Stück abgetragen und in einen Weg verwandelt.

„Wo Mauern einst Trennung und Hoffnungslosigkeit ausdrückten, entstand ein Weg, auf dem man zu Orten der Hoffnung und Zukunft aufbricht“, bekräftigte Weihbischof Steinhäuser zum Abschluss.

Erfahrungen aus der Praxis multireligiöser Feiern

Im Anschluss diskutierten Dunya Elemenler, die Vorsitzende der Christlich-Islamischen Gesellschaft, der leitende Pfarrer im Bonner Nord-Westen, Markus Höyng und Rafi Rothenberg, der Vorsitzende der liberalen jüdischen Gemeinde in Köln über konkrete Erfahrungen aus der Durchführung multireligiöser Feiern. Dabei wurden sowohl Chancen als auch Herausforderungen deutlich benannt.

Als entscheidend für gelingende Feiern galten Vertrauen und verbindliche Absprachen in der Vorbereitung. Zugleich wurde betont, dass multireligiöse Feiern nicht in jedem Kontext möglich seien und es Situationen gebe, in denen getrennte Gebete sinnvoller seien. Insgesamt wurde die Praxis als wichtiger Beitrag zum interreligiösen Dialog und zum friedlichen Zusammenleben eingeordnet, zugleich aber auch als herausfordernd und kontextabhängig beschrieben.

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